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20.02.2012

Elektromobilität – Ein historischer Blick in die Zukunft

​1866 legte Werner Siemens mit der Entdeckung des elektrodynamischen Prinzips die Grundlage für den Elektroantrieb. Am 29. Januar 1886 lässt Carl Benz seinen Motorwagen patentieren. Dass diese Technik den Verkehr bis heute dominieren würde, ahnte damals noch niemand.

Schon 1905 fuhr die Elektrische Viktoria in Berlin als elegantes Hoteltaxi. Das Auto wurde in Kleinserie von 30-50 Stück gebaut.
Schon 1905 fuhr die Elektrische Viktoria in Berlin als elegantes Hoteltaxi. Das Auto wurde in Kleinserie von 30-50 Stück gebaut.
© Siemens AG

​Erst Werner Siemens legte 1866 mit der Entdeckung des elektrodynamischen Prinzips die Grundlage für den Elektroantrieb. Elektrische Energie war nun überall in hoher Stromstärke verfügbar, erste Elektroautos entstanden und das Image von Elektromotoren und Elektrofahrzeugen war überaus positiv. Sie waren nicht nur einfacher zu bedienen, sondern hatten auch keine Gangschaltung und mussten nicht vorgeheizt werden.

Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war unklar, welcher Antrieb sich bei Autos durchsetzen würde. Lange lag die Dampfmaschine in Führung. Doch zu Beginn des 20. Jahrhunderts brachten die Hersteller nahezu aller Industrienationen Elektrofahrzeuge auf den Markt – allein in Deutschland waren es mehr als 25, darunter Siemens und Henschel. Im Jahr 1900 stellte selbst Ferdinand Porsche ein Elektrofahrzeug auf der Weltausstellung vor.

1912 produzierten in den USA 20 namhafte Hersteller, wie zum Beispiel Anderson Electric Car Company und Columbia Automobile Company, knapp 34.000 Elektroautos. Der Detroit Electric, eine Automarke der Anderson Company, der von 1907 bis 1938 produziert wurde, war teuer aber überaus beliebt.
Bis etwa 1912 behielt das Elektroauto die Oberhand. Der Niedergang begann um 1910, als das Starten von Benzinern nicht mehr durch Ankurbeln, sondern per Anlasser viel bequemer wurde. Billiges Öl und die höhere Reichweite der Benziner taten ihr Übriges. Zwar glaubten die Ingenieure schon damals, bald eine leistungsfähige Batterie zu erfinden, doch reicht deren Kapazität für hohe Reichweiten bis heute nicht aus. Selbst Brennstoffzellen erfüllen die in sie gesetzten Hoffnungen bis jetzt nicht.
Seither überlebten Elektroautos lediglich in Nischen – in Fabrikhallen, Lagerstätten oder als kleine Lieferwagen. In Berlin leerte 1953 die Post mithilfe von Elektroautos die Briefkästen der Stadt.

Infolge der Ölkrise in den 70er und dem Golfkrieg in den 90er Jahren gab es immer wieder Versuche, die Elektroautos weiterzuentwickeln. Doch erst heute ist mit einem Erfolg zu rechnen. Wesentlichster Grund ist der Klimaschutz, das klare Ziel die emissionsfreie Mobilität. Weltweit werden Hunderte von Millionen Euro in die Entwicklung gepumpt. Die Protagonisten sprechen von einer Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts und sehen einen Milliarden-Markt wachsen. Derjenige, der als erster tragfähige Konzepte und Technologien liefert, könnte Leitanbieter werden, Wertschöpfung schaffen und damit Arbeitsplätze sichern.

Komponenten, die das E-Mobil der Zukunft ausmachen, werden bereits in Deutschland produziert: Energiespeicher Batterie und Brennstoffzelle, Antriebssystem Elektromotor und Steuerhardware Leistungselektronik, Schaltanlagen sowie Automatisierungssoftware für die Stromtankstelle. Die deutsche Industrie ist hier führend in der Welt. Doch die Asiaten holen auf.
Das zukünftige Elektromobil wird Lithium-Ionen-Batterien als Energiespeicher einsetzen. Die Herstellung von Batteriemodulen beherrscht die deutsche Zulieferindustrie bereits perfekt, allein die Fertigung der Zelle ist bisher nicht ihre Domäne: Doch es gibt hoffnungsvolle Ansätze.

Die Elektromobilität wird sich in Deutschland etablieren. Die Frage ist nur, wie lange es dauert.  Die deutsche Industrie hat es in der Hand, Marktführer in einer Technologie zu werden, die die Mobilität der kommenden Jahrzehnte so nachhaltig verändern wird. Dies geht nicht ohne die Politik, die mit der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) erste Weichen in die richtige Richtung gestellt hat. Der ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. ist Treiber dieses Prozesses und sorgt dafür, dass der Konvoi Fahrt aufnehmen kann. Ziehen alle beteiligten Industrien an einem Strang, könnten Veränderungen so schnell eintreten, dass Wettbewerber anderer Kontinente nur mit Mühe folgen könnten. Ein Anhalten oder ein Zurück wird es nicht mehr geben.

Ansprechpartner

Kompetenztreffen Elektromobilität 2012
Emissionsfreie Mobilität
MobiliTec Forum: Elektromobilität (Hannover Messe 2011)
Was fehlt der Elektromobilität zum Durchbruch?