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27.02.2012

Steuervorteile für Elektromobile sind die bessere Wahl

​Das Ziel ist hoch gesteckt. Bis 2020 sollen rund eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen rollen. Damit dies gelingt, fordert der ZVEI eine bessere Unterstützung der Forschung und Wirtschaft sowie Steuerentlastungen für Käufer.

Bis 2020 sollen eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen rollen. Ohne Steuervorteile wird dieses Ziel nur schwer zu erreichen sein.
Bis 2020 sollen eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen rollen. Ohne Steuervorteile wird dieses Ziel nur schwer zu erreichen sein.
© Birgit Reitz-Hofmann - Fotolia

​Elektromobile haben in Deutschland derzeit einen schweren Stand: die Reichweite zu gering, die Anschaffungskosten zu hoch und der politische Wille zur Durchsetzung der neuen Technologie etwas erlahmt. Anfang 2012 waren in Deutschland gerade einmal 4541 Elektrofahrzeuge zugelassen. Ihnen standen immerhin 47.642 Hybridfahrzeuge gegenüber. Gemessen am Gesamtbestand von 51,7 Millionen Fahrzeugen ist dies ein verschwindend geringer Anteil. Das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 eine Million und bis 2030 sogar sechs Millionen Elektromobile auf die Straße zu bringen, erscheint angesichts dieser Zahlen utopisch.

Damit das nicht so bleibt, fordert der ZVEI die Politik auf, den Prozess der Einführung und Vernetzung der Elektromobilität in Deutschland zu unterstützen. Dabei darf freilich nicht übersehen werden, dass am Ende alleine der Markt und damit die Kunden über Erfolg oder Misserfolg der E-Mobilität entscheiden.

Politik muss investieren

Die stärksten Argumente, sich derzeit gegen den Kauf eines Elektroautos zu entscheiden, sind der höhere Preis gegenüber herkömmlichen Diesel- oder Benzinfahrzeugen und die für die Alltagstauglichkeit noch zu geringe Reichweite. Deshalb fordert der ZVEI die Politik auf, tätig zu werden. Um den Markt in Gang zu bringen und neue Technologien in der Elektromobilität zu etablieren, sind insbesondere eine stärkere Unterstützung der Forschung zur Verbesserung der Speichertechnik und der Produktionsverfahren von Batterien sinnvoll.

Darüber hinaus muss sich die Bundesrepublik, die sich ganz allgemein hinter die umweltschonende Elektromobilität stellt, auch konkret als Vorbild vorangehen und für seine Flotten und Fuhrparks der Parlamente und Regierungen verstärkt Elektromobile anschaffen. Vorstellbar ist dafür ein Förderprogramm der KfW. Dadurch käme in wenigen Jahren ein Gebrauchtmarkt in Fahrt, auf dem elektrisch betriebene Fahrzeuge zu erschwinglichen Preisen gehandelt würden.
 
Wichtig ist Kontinuität bei der zugesagten Förderung der Elektromobilität in Höhe von einer Milliarde Euro. Daher fordert der ZVEI die Bundesregierung auf, diese Unterstützung jetzt auch faktisch bereitzustellen. Derzeit blockieren Haushaltsfragen und der überraschend niedrige Zufluss aus der Versteigerung von Emissionszertifikaten eine zügige Fördermittelvergabe. Spätestens wenn im Mai der 3. Fortschrittsbericht der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) herauskommt, müssen diese Fragen geklärt sein.

Regenerativer Strom für Elektromobile

Damit das E-Mobil für den umweltbewussten Kunden auch wirklich attraktiv ist, muss der Strom aus regenerativen Quellen kommen. Dazu ist der Aus- und Umbau des Stromnetzes zum intelligenten Stromnetz (Smart Grid) zu beschleunigen, das die Einspeisung der erneuerbaren Energien bewältigen kann. Das E-Mobil kann eine wichtige Rolle als Speicher einnehmen, um Lastspitzen besser abfedern zu können. Auch in dieser Technologie ist die deutsche Elektroindustrie führend.

Zur schnelleren Marktdurchdringung braucht das E-Mobil aus Sicht des Verbands keine staatliche Hilfe in Form einer Kaufprämie für den Endkunden, weil dies nicht unmittelbar den Fortschritt bei den zugrundeliegenden Technologien antreibt. Stattdessen favorisieren der ZVEI steuerliche Anreize für den Betrieb (Dienstwagenbesteuerung, Kfz-Steuer-Befreiung, Vorteile im Straßenverkehr, StVO-konforme Vorrangregelung für E-Mobile auf öffentlichen Parkplätzen mit Stromanschluss ...). Zu begrüßen ist die Initiative des Bundesverkehrsministers, Wechselkennzeichen einzuführen. Dies hat der ZVEI schon zur Bundestagswahl 2009 gefordert.

Ansprechpartner

Kompetenztreffen Elektromobilität 2012