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12.03.2012

Lebenszykluskosten betrachten: Energieeffizienz rechnet sich!

​Betrachtet man den Lebenszyklus einer Produktionsanlage, zahlen sich Energieeffizienzsteigerungen mehrfach aus. Dies ist gut für die Umwelt und den Geldbeutel des Unternehmens. Am einfachsten ist die Berechnung mit dem kostenlosen ZVEI-Tool.

In industriellen Prozessen liegen besonders hohe Potenziale.
In industriellen Prozessen liegen besonders hohe Potenziale.
© ABB Group, ZVEI

​Stetig steigende Energiepreise stellen besonders energieintensive Industrien, wie zum Beispiel die Grundstoffchemie, Metall erzeugende Industrien, die Zement-,
Öl- oder Gasindustrie, vor immer größere Herausforderungen. Allein im Jahr 2010 dürften die Gesamtenergiekosten der Grundstoffchemie bei rund neun Milliarden Euro gelegen haben. Nach ZVEI-Berechnungen könnte in Deutschland allein durch die anforderungsgerechte Automation von Maschinen und Anlagen schon heute 10 bis 25 Prozent Energie gespart werden. Hier sind kommunale Produktions- und Entsorgungsunternehmen bereits mit eingerechnet. Umgerechnet in Euro bedeutet dies, dass sich in der gesamten Industrie Deutschlands innerhalb nur eines Jahres zusätzlich sieben Milliarden Euro an Energiekosten, beziehungsweise 43 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten einsparen ließen.

Rentabilität von Energieeffizienzmaßnahmen in den Fokus rücken

Die entscheidende Frage für nachhaltigen Erfolg  von Energieeffizienzmaßnahmen ist: Was kosten mich diese Einsparungserfolge? Rechnen sich die Investitionen in energieeffiziente und Energieeffizienz-hebende Technologien für mein Unternehmen auch betriebswirtschaftlich?

Laut Roland Berger Strategy Consultants ließen sich beispielsweise in der Grundstoffchemie bei Investitionskosten von zehn Milliarden Euro bis zum Jahr 2050 kumulierte Einsparungen von 42 Milliarden Euro an Stromkosten erzielen. In anderen energieintensiven Branchen wie der Papier- oder Metall erzeugenden Industrie sowie bei der Verarbeitung von Steinen und Erden sind ähnliche Hebel zu erwarten.

ZVEI Recherchen ergeben: 80 Prozent sehen nur Anschaffungskosten

Um diese Effekte erkennen zu können, sollten alle Prozesse mittel- bis langfristige betrachtet werden. Denn oft ist die auf den ersten Blick teurere Technologie am Ende doch die ökologisch und betriebswirtschaftlich günstigere. Zwar verlangt die öffentliche Vergabeverordnung bei Investitionsentscheidungen auch die Lebenszykluskosten zu berücksichtigen, doch die Realität sieht oft anders aus: ZVEI-Recherchen haben ergeben, dass zirka 80 Prozent der Akteure zur Beurteilung lediglich den Anschaffungspreis oder die Amortisationszeit (Pay-Off), nicht aber ein Rentabilitätsmaß wie den Barwert einer Lebenszykluskosten-Betrachtung berücksichtigt. Grund dafür ist unter anderem die mangelnde Verfügbarkeit verlässlicher und herstellerneutraler Tools zur Lebenszykluskosten Betrachtung.

ZVEI-Tool berechnet und vergleicht Lebenszykluskosten

Der ZVEI hat daher in Kooperation mit Deloitte und der Unterstützung von neun Unternehmen  ein herstellerneutrales, betriebswirtschaftliches Lebenszykluskosten-Berechnungstool (LCE Lifecycle Cost Evaluation) entwickelt. Es steht kostenfrei unter www.zvei.org/Lebenszykluskosten zum Download bereit. Ein kurzes Informationsvideo ist im Youtube-Kanal des ZVEI unter www.youtube.com/user/zveiorg anzusehen. Nachdem Basisinformationen wie u.a. Anschaffungs-, Energie- und Betriebskosten  eingegeben wurden, vergleicht das excelbasierte Tool die Projektalternativen anhand ihres Barwertes  und der Annuität. Es evaluiert, welche Option die energieeffizientere ist, welche Alternative zu den geringeren Gesamtkosten führt und quantifiziert die Unterschiede. Als Optionen können z.B. einzelne Komponenten, Komponentenstränge sowie Anlagenteile miteinander verglichen werden. Da es sich dabei um ein rein betriebswirtschaftliches Instrument handelt, ist es nicht auf bestimmte Anwendungen und Technologien beschränkt, sondern vielfältig in Industrie und Infrastruktur einsetzbar.

Ansprechpartner

LCE-Tool berechnet Lebenszykluskosten