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08.03.2012

Energieeffizienz bei Hausgeräten – welche Potenziale gibt es noch?

​Moderne Kühlgeräte oder Waschmaschinen benötigen deutlich weniger Energie und Wasser als ihre Vorgänger. Aber was ist noch möglich? Gibt es Potenziale für noch mehr Energieeffizienz?

Dank der Innovationen der Hausgeräteindustrie können große Mengen an Energie eingespart werden.
Dank der Innovationen der Hausgeräteindustrie können große Mengen an Energie eingespart werden.
© Pixelwolf - Fotolia

​Die Hausgeräteindustrie ist seit Jahren Vorreiter in Sachen Energieeffizienz .  Mit Hightech und Energieintelligenz wurde der Energieverbrauch drastisch reduziert. Vergleicht man hocheffiziente Neu- mit etwa 15 Jahre alten Geräten, beträgt das Einsparpotenzial zwischen 50 und 70 Prozent. Ähnliches gilt für den Wasserverbrauch bei Waschmaschinen und Geschirrspülern.


Gibt es noch technische Potenziale für noch mehr Energieeffizienz?

Ja, sicherlich. Aber die hohe Geschwindigkeit der letzten Jahre wird sich kaum aufrechterhalten lassen. Weitere Verbesserungen werden technisch immer anspruchsvoller und damit auch teurer. Der Verbraucher wird das nur dann honorieren, wenn er den höheren Geräte-Anschaffungspreis durch eingesparte Energiekosten ausgleichen kann und er keine Abstriche bei anderen Merkmalen machen muss. Energieeffizienz muss deshalb immer mit hohem Bedienkomfort und guter Funktionalität gekoppelt sein. Es gilt also: Energieeffizienz plus Qualität und Energiesparen ohne Verzicht. Diese Kombination hat das Geschäft mit hochwertigen und energieeffizienten Produkten in den letzten Jahren stark beflügelt.

Versteckte Potenziale im Haushalt

Neben der technischen Weiterentwicklung der Produkte gibt es noch andere Effizienzpotenziale. Zum Beispiel im großen Altbestand von Geräten im privaten Haushalt. Der ZVEI hat Ende 2011 durch das Marktforschungsinstitut GfK die Altersstruktur von großen Hausgeräten im Haushalt untersuchen lassen. Das Ergebnis zeigt, dass von den fast 180 Millionen großen Hausgeräten im Bestand fast 75 Millionen oder 41 Prozent mindestens zehn Jahre alt sind. 31 Millionen Geräte haben sogar 14 Jahre oder mehr auf dem Buckel. Geräte dieser Altersklasse verbrauchen im Schnitt etwa dreimal so viel Strom und Wasser wie hocheffiziente Neugeräte.



Das heißt natürlich nicht, dass alle älteren Geräte ineffizient sind. Ein vor zehn Jahren gekauftes gutes Markengerät zählt auch heute nicht zu den Energiefressern und kann sicher noch einige Jahre ohne schlechtes Umweltgewissen weiter betrieben werden. Aber die Studie zeigt auch, dass alle Akteure weiter Überzeugungsarbeit leisten müssen. In den Haushalten gibt es etliche Millionen echter Energiefresser, deren Austausch sich richtig lohnen würde – für die Umwelt und für den Geldbeutel.

Die Zukunft: Intelligente Hausgeräte im Smart Grid

Einsparpotenziale schlummern außerdem in der cleveren Anwendung von Energie: intelligente Hausgeräte in Verbindung mit Smart Grids und Smart Metern nutzen flexiblen Strompreise. Das Prinzip: Der Verbraucher startet Waschmaschine oder Geschirrspüler nur dann, wenn der Strom am günstigsten ist. Dies könnte zu einer Zeit sein, in der wetterbedingt viel Strom aus regenerativen Energien zur Verfügung steht oder die Nachfrage nach Strom gering ist. Das spart dem Nutzer Geld und trägt dazu bei, kostspielige Lastspitzen im Stromnetz abzufedern.

Technisch sind die Hersteller so weit. Aber bis zur breiten Anwendung ist noch einiges zu tun. Zum einen müssen Standards erarbeitet werden, damit die Systemkomponenten unterschiedlicher Gerätehersteller und Energieversorger miteinander kommunizieren können. Weiterhin muss es mit dem Aufbau der Infrastruktur, des intelligenten Stromnetzes, vorangehen. Das schließt die flächendeckende Ausstattung der Haushalte mit intelligenten Stromzählern ein. Und es sind attraktive, lastabhängige Stromtarife notwendig. Denn auch hier gilt: Nur wenn der Verbraucher einen finanziellen Nutzen hat, wird er in intelligente Gerätetechnik investieren.

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