10. Dezember 2003 - PR 92/2003
– höhere Preise wegen Altgeräte-Entsorgung zu erwarten
Frankfurt am Main, 10. Dezember 2003 – Die Produktion von Elektro-Hausgeräten in Deutschland schrumpft im Jahr 2003 mit einem Minus von sechs Prozent deutlich. Neben dem weiterhin schwachen Inlandsgeschäft sind rückläufige Exporte die Ursachen für diese Entwicklung, teilte der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) e. V. mit.
Eine durchgreifende Verbesserung erwartet der ZVEI auch im Jahr 2004 in keinem der drei Segmente. Die Großgerätebranche prognostiziert einen erneuten Umsatzrückgang von zwei Prozent im Inland, hofft aber auf eine Erholung des Exportgeschäftes. Bei Haushalt-Kleingeräten und Hauswärmetechnik rechnet man mit einem geringen Zuwachs von maximal einem Prozent. Mittelfristig wird sich der Verbraucher aber wieder auf höhere Preise einstellen müssen. Der ZVEI erwartet, dass die hohen Kosten der ab August 2005 greifenden EU-Vorschriften zur Altgeräteentsorgung zu spürbaren Preissteigerungen führen werden.
Verunsicherung der Verbraucher schlägt durch
Im Jahr 2003 werden im Inland Hausgeräte im Wert von 10,3 Mrd. Euro zu Endverbraucherpreisen abgesetzt. Dies entspricht einem Rückgang von etwa zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Die sehr angespannte Lage am Arbeitsmarkt und die Unklarheit über künftige Be- oder Entlastungen in Sachen Gesundheit, Altersvorsorge und Steuern bewirken nach wie vor eine deutliche Kaufzurückhaltung der Verbraucher“, beschreibt Dr. Reinhard Zinkann, Mitglied des ZVEI-Vorstandes und Sprecher der Hausgeräte-Fachverbände, die gegenwärtige Situation.
Der Rückgang der Branche im Jahr 2003 wird vor allem durch die Haushalt-Großgeräte wie Waschmaschinen und Geschirrspüler verursacht. Deren Inlandsumsatz schrumpft gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro zu Herstellerabgabepreisen.
Mit einer ‚roten Null’ bei der Umsatzentwicklung ist das Geschäft bei den Einbaugeräten noch relativ zufrieden stellend. Bei den freistehenden Sologeräten führt der ungebremste Preisverfall dagegen zu einem deutlichen Minus von fast fünf Prozent.
Anders als in den Vorjahren kann die schwache Inlandsnachfrage nicht durch Exportwachstum ausgeglichen werden. Bei den Ausfuhren müssen die deutschen Hersteller vielmehr ein Minus von vier Prozent verbuchen. Nur Herde und Backöfen können sich mit elf Prozent Zuwachs dieser Entwicklung entziehen. Der rückläufige Export ist dabei etwa nicht die Folge von sinkender Auslandsnachfrage nach Hausgeräten deutscher Marken und Hersteller, erläutert der ZVEI, sondern er hat seine Ursachen in erster Linie in der Verlagerung von Produktionskapazitäten ins kostengünstigere Ausland. Die Zahl der Beschäftigten in der Branche geht folglich erneut zurück auf jetzt 49.000 (minus 5,6 Prozent).
Kleingeräte im Minus
„Nach fünf recht guten Jahren müssen auch die Kleingerätehersteller diesmal ein Minus verbuchen“, beschreibt Rudolf Schulte, Vorsitzer des Kleingeräte- Fachverbandes, die Situation dieser Branche. Der Umsatz mit den kleinen Haushalts- und Küchenhelfern geht 2003 auf knapp 1,7 Mrd. Euro zurück und sinkt damit gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent. Der schleppende Absatz traditioneller Kleingeräte wie Bügeleisen, Toaster und Wasserkocher und ein starker Preisverfall vor allem bei Staubsaugern sind die Hauptursachen dafür. Gut behaupten können sich dagegen erneut Espressomaschinen, Kaffeevollautomaten und Bügelsysteme mit einem Plus von zwölf Prozent.
Das Segment Körperpflege und Gesundheit kann sich mit einem leichten Plus ebenfalls positiv von der Branchenkonjunktur abkoppeln. „Angesichts zunehmenden Gesundheitsbewusstseins und einer im Durchschnitt alternden Bevölkerung rechnen wir damit, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren noch verstärkt“, kommentiert Schulte diese Entwicklung.
Umsatzplus mit Hauswärmetechnik
Besser als mit Groß- und Kleingeräten entwickelte sich das Geschäft mit elektrischer Hauswärmetechnik. Karlheinz Reitze, Sprecher dieser Branche, zeigte sich mit dem Umsatzplus von knapp zwei Prozent zufrieden. Die weiterhin schwache Baukonjunktur bremst zwar das Geschäft mit klassischen Warmwasser- und Heizgeräten, andere Produktgruppen wie Wärmepumpen, Lüftungsgeräte und elektronische Durchlauferhitzer konnten aber zulegen. „Wir erkennen durchaus einen positiven Einfluss der seit 2002 geltenden Energieeinspar-Verordnung. Der Bauherr oder "Häusle"-Renovierer ist zunehmend bereit, in energiesparende Techniken zu investieren, zumal das langfristig wieder seinem Geldbeutel zu Gute kommt“, erläutert Reitze.