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ZVEI-Pressemeldungen - Elektroindustrie aktuell 

14. Juni 2010 - PR 84/2010

ZVEI-Fachverband Sicherheit stellt neues Evakuierungskonzept vor



Gebäudeevakuierung mit System

 

Leipzig, 14. Juni 2010 – Ein Konzept zur deutlich rascheren Evakuierung
von Personen aus Gebäuden hat der ZVEI-Fachverband Sicherheit
vorgelegt. Die rund 30-seitige Publikation trägt den Titel „Effektive
Gebäudeevakuierung mit System. Technische Maßnahmen im Brandfall
und bei sonstigen Gefahrenlagen“. Sie kann zum Preis von fünf Euro
(zzgl. MwSt., Porto, und Verpackung) beim ZVEI-Fachverband
Sicherheit bestellt oder im Internet kostenlos als PDF-Datei
heruntergeladen werden. Das Papier richtet sich an Sachverständige,
Behörden sowie Planer von Brandschutz- und anderen technischen
Gebäudeanlagen.

 

Mangelhafte Information und verrauchte Rettungswege für
90 Prozent der Opfer verantwortlich

„Vielfach wird vergessen: Die Hauptaufgabe der Feuerwehr bei Bränden
in ‚Gebäuden besonderer Art oder Nutzung‘ ist es nicht zu retten,
sondern zu löschen“, sagte Heinrich Herbster, Vorsitzender des
Fachkreises Brandmeldeanlagen im ZVEI-Fachverband Sicherheit,
heute bei der Jahrespressekonferenz in Leipzig. „Die Feuerwehr geht
bei Bränden in solchen Gebäuden davon aus, dass sie geräumt sind.
Sie hat zudem weder Kapazität noch Ausrüstung, um viele Menschen zu
retten.“ Daher müsse es bei solchen Bauten immer höchste Priorität
haben, die Selbstrettung zu unterstützen. „Das Gebäude muss hierfür
mit den entsprechenden Flucht- und Rettungswegen sowie der
erforderlichen Alarmierungs-Infrastruktur ausgerüstet sein“, so Herbster.
Der ZVEI will mit seinem Konzept beitragen, die Räumungszeit deutlich
zu verkürzen und die Rettungswege frei von tödlichem Brandrauch zu
halten. Flüchtende Personen sind automatisch ins Freie oder an einen
sicheren Bereich zu lenken. Zehn Minuten stehen laut Herbster im
günstigsten Fall zur Verfügung, um Personen im Brandfall unverletzt
nach draußen zu bringen. „Die meisten der Opfer gibt es, weil sie gar
nicht, zu spät oder falsch informiert wurden oder die Rettungswege
verraucht waren.“

 

Das Evakuierungskonzept sehe unter anderem eindeutige und
dynamisch der Situation angepasste Handlungsanweisungen durch
Live-Durchsagen oder aus Sprachkonserven vor – auch in Fremdsprachen.
„Nur dann reagieren Menschen zügig und angemessen“,
betont Herbster. Ergänzende optische und akustische
Fluchtweglenkungssysteme bringen Menschen auch dann nach
draußen, wenn sie mit dem Gebäude nicht vertraut sind.
Herbster erläuterte, dass intelligenter anlagentechnischer Brandschutz
heute nicht nur die Sicherheit verbessere und damit das Haftungsrisiko
des Immobilienbetreibers senke. Oftmals sei es kostengünstiger und
effektiver als die häufig noch favorisierten ausschließlich baulichen
Brandschutzmaßnahmen: „Türen und Wände mit immer höheren
Feuerwiderstandswerten lösen nicht das Problem der schon in der
Brandfrühphase freigesetzten, hochgiftigen und schon in kleinen
Mengen tödlichen Rauchgase.“

 

Bestelladresse:
ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.,
Fachverband Sicherheit, Fon: 069 6302-250, Fax: 069 6302-288, Mail:
sicherheit(at)zvei.org.

 

Ansprechpartner für die Presse: F. Rainer Bechtold, Fon 069 6302-255

 


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