Effizienter Klimaschutz erfordert die konsequente, weltweite Nutzung sowie die gezielte Weiterentwicklung von Produkten und Systemen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Ein günstiges marktwirtschaftliches Umfeld für Innovationen und Investitionen wäre nach Ansicht des ZVEI gerade in Deutschland der richtige Weg, das hohe selbstgesteckte Ziel bei der Verringerung der CO2-Emissionen zu erreichen. Wesentliche Beiträge der deutschen Elektroindustrie zum Klimaschutz dokumentiert der ZVEI in seiner Broschüre "Effizienter Energieeinsatz als Geschäftsgrundlage - Klimaschutz durch die deutsche Elektroindustrie".
Die in den letzten Jahren erreichten Fortschritte - sowohl beim Stromverbrauch elektrischer Geräte als auch bei der Stromerzeugung - haben die technischen Voraussetzungen für eine deutliche Reduzierung der CO2-Emissionen geschaffen. Bei der Entwicklung und Nutzung energieeffizienter Elektrotechnik ist Deutschland weltweit führend. So verbraucht zum Beispiel ein neuer Kühlschrank aus Deutschland heute rund 25 Prozent weniger Strom als noch vor zehn Jahren; sein Verbrauch liegt damit rund ein Drittel niedriger als bei den in den USA oder Japan angebotenen Kühlschränken. Energiesparlampen ermöglichen Energieeinsparungen von bis zu 80 Prozent gegenüber konventionellen Glühlampen.
Bei der Stromerzeugung liegt der Gesamtwirkungsgrad neuer Steinkohlekraftwerke heute bei 45 Prozent - im Vergleich zu durchschnittlich 37 Prozent bei den derzeit in Deutschland betriebenen Kraftwerken. Ein Prozentpunkt Wirkungsgrad-Verbesserung bei einem 600 MW-Steinkohlekraftwerk spart im Jahr über 50.000 Tonnen CO2. Mit der emissionsfreien Kernenergie spart Deutschland pro Jahr sogar 150 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr, weltweit sind es rund 2 Mrd. Tonnen. Schon deshalb ist die Nutzung und Weiterentwicklung der Kernenergie auch in Deutschland klimapolitisch unverzichtbar. Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung in der dritten Welt und der stark wachsenden Weltbevölkerung müssen alle verfügbaren Energieträger genutzt werden, fordert der ZVEI mit besonderem Verweis auf die CO2-freien Energieträger Kernenergie, Wasser, Wind und Sonne.
Die technischen Grundlagen für Reduzierung der CO2-Emissionen in den Industrieländern sind nach Einschätzung des ZVEI sowohl bei der Stromerzeugung als auch beim Verbrauch weitgehend vorhanden. Entscheidend ist ihre möglichst weltweite Nutzung. In Deutschland führt unter anderem die fortlaufende Erneuerung der Kraftwerke und wichtiger Stromverbraucher zu weiteren Einsparungen. Zusätzliche Impulse würde diese Entwicklung von einem innovations- und wachstumsorientierten Umfeld erhalten. So führt die Liberalisierung der deutschen Energiemärkte zu neuen Energiespardienstleistungen und einer noch effektiveren Stromerzeugung. Energiesteuern oder gesetzliche Auflagen wie Energieverbrauchsgrenzwerte würden dagegen die Nutzung und Weiterentwicklung der technischen Möglichkeiten eher behindern, indem sie den Stand der Technik festschreiben oder den Unternehmen die notwendigen Mittel für Innovationen und Investitionen entziehen.