War die deutsche Industrie noch bis vor Kurzem der Export-Weltmeister, so hat China seit dem letzten Jahr die Nachfolge angetreten. Angesichts seiner Rolle als "Werkbank der Welt" war das absehbar und aufgrund der Direktinvestitionen aus Europa, USA, aber auch aus Japan, Südkorea und Taiwan, unausweichlich. Zählen doch die Erzeugnisse all dieser Fertigungsstätten, egal ob in chinesischer oder ausländischer Hand, im Exportfall als chinesische Exporte und verbessern die Handelsbilanz des Landes. Gleichwohl wurde China zum wichtigsten Absatzmarkt für die Investitionsgüter der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie.
Das Land ist darauf angewiesen, die nach wie vor ungestillten Bedürfnisse nach besserer Infrastruktur zu befriedigen. Die Naturkatastrophen Chinas zeigen, dass der Bedarf an gut gemanagten Projekten eher noch wachsen wird, wenn die Lebensbedingungen für die gesamte Bevölkerung dauerhaft verbessert werden sollen. Hier ist insbesondere die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie in der Lage, durch gesteigerte Energieeffizienz und sensible Mess- und Regeltechnik viel leistungsfähigere Infrastrukturlösungen anzubieten, als dies mit veralteten Anlagen möglich ist. Die Herausforderungen einer modernen, nachhaltigen und kosteneffizienten Infrastruktur sind beherrschbar, wenn man bereit ist, auf alle Parameter einzugehen und sowohl interne wie externe Folgekosten in die Überlegungen mit einzubeziehen. Vor diesem Hintergrund wird das 31. Außenwirtschaftskolloquium des ZVEI unter der Überschrift "China: Mega Cities – Mega Trends" Antworten liefern, die helfen, langfristig die oben beschriebenen Herausforderungen zu meistern.
China bleibt ein spannender Markt, der gerade für die auf anspruchsvolle Lösungen spezialisierten deutschen Unternehmen eine wichtige Bewährungsprobe darstellt. Vor allem deshalb, weil das steigende Anspruchsniveau der chinesischen Kunden zunehmend auch von wettbewerbsstarken chinesischen Konkurrenten befriedigt werden kann. Es wird daher umso interessanter, während des Kolloquiums zu hören, wie die Herausforderungen der Elektromobilität, der boomenden Mega Cities und des ungestillten Energiehungers des Landes gemeistert werden.
Unter dem Stichwort "Mega Cities" werden Szenarien vorgestellt, die die unterschiedlichen Entwicklungslinien großstädtischer Strukturen und deren Einfluss auf die dann benötigten Infrastrukturlösungen beleuchten. China hat im vergangenen Jahr erstmals weltweit am häufigsten neue Windkraftanlagen installiert. Und zwar wurden in 2009 neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von 13.000 Megawatt eingesetzt, das ist mehr als eine Verdoppelung gegenüber 2008. Das Kolloquium geht auch der Frage nach, welche technischen Konsequenzen aus dem Zubau erneuerbarer Energiequellen für die elektrische Energieversorgung entstehen.
Mit dem Stichwort "China Compulsory Certification (CCC)" wurden in den letzten Jahren viele Mitgliedsfirmen konfrontiert, deren Produkte zuvor ohne größere technische Marktzugangsbarrieren auf den chinesischen Markt gelangten. In Zusammenarbeit mit EuropElectro wird im Workshop geklärt, wie mit diesen und weiteren technischen Marktzugangs-Vorschriften der chinesischen Behörden umzugehen ist und wie man sich als Unternehmen auf weitere technische Vorschriften sinnvollerweise vorbereitet.
Das Außenwirtschaftskolloquium wird sowohl Neueinsteigern als auch erfahrenen Unternehmern die Möglichkeit bieten, ihr Wissen und ihre Kontakte zu vertiefen.
Die Exporterfolge deutscher Unternehmen, sowohl im Handelsverkehr mit China, aber auch mit der übrigen Welt - oft basierend auf Erzeugnissen aus chinesischer Zulieferung – sind ohne China nicht denkbar. Schon daher sollte jeder Unternehmer darauf bedacht sein, im Chinageschäft alles richtig zu machen. Hierfür will das Kolloquium die nötigen Hilfestellungen leisten. (Leitartikel aus den ZVEI-Mitteilungen 16/2010 v. 1.9.2010; Autor: Johannes Kirsch, Leiter der ZVEI-Abt. Außenwirtschaftspolitik, Absatzförderung, Messen)

13. Oktober 2010
Frankfurt am Main
Am 13. Oktober 2010 veranstaltete der ZVEI in Frankfurt am Main das 31. Außenwirtschaftskolloquium, das sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig Chinas Millionenstädten und den Themen Elektromobilität und Energieeffizienz widmete. Neben den allgemeinen rechtlichen Rahmenbedingungen stand außerdem der Bereich CCC-Zertifizierung im Fokus.
Programm-Flyer / Publikation: Tagungsband
www.china.ahk.de (Peking / Ghuangzhou / Shanghai / Hongkong)
ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V.
Abt. Außenwirtschaftspolitik, Absatzförderung, Messen
German Electrical and Electronic Manufacturers' Association
Dept. Foreign Trade Policy, Sales Promotion, Fairs
Informationen zur Elektrotechnik und Elektronik finden sich auch auf den Internet-Seiten der ZVEI-Fachverbände - Further information regarding the electrical and electronics industry is also available on the ZVEI product divisions' web sites
Electric drive systems
-Messtechnik und Prozessautomatisierung
Measurement and control, process automation
-Schaltgeräte, Schaltanlagen, Industriesteuerungen
Switchgear, controlgear, industrial control equipment
Batterien - Batteries
Electronic Components and Systems
Large domestic electrical appliances
Small domestic electrical appliances
Domestic electric heating and warm-water appliances
Electric traction and vehicles
Medical engineering
Electric welding equipment
Elektrowerkzeuge - Power tools
Power engineering
Contact and overhead line construction
Installationsgeräte und -systeme
Installation equipment and systems
Cables and insulated wires
Licht - Electric lamps and luminaires
Satellit & Kabel - Satellite & cable
Security, Safety, Defence
Power capacitors
Transformatoren und Stromversorgungen
Transformers and power supplies
Kompetenzzentrum Elektromobilität
Competence center e-mobility
EnQ (Energieeffizienz-Initiative)
Energy efficiency initiative - EnQ
Hinweis: Energieeffizienz s. auch Energietechnik - Note: Energy efficiency also v. power engineering
- China CCC Produktzulassung
- China Energielabel
- China Energy Efficiency
- China Rohs (Stoffverbote)