Der ZVEI-Arbeitskreis Mittel- und Osteuropa befasst sich neben den von Deutschland aus östlich gelegenen Ländern (aus historischen Gründen) auch mit denjenigen Nachfolgestaaten der Sowjetunion, die geographisch zu Zentralasien zählen.
Vorsitzender des Arbeitskreises ist Elmar Matthies, ABB AG, Mannheim. Stellvertretender Vorsitzender ist Thomas Smatloch, DEHN + SÖHNE GMBH + CO. KG., Neumarkt.
Die Sitzungen des Arbeitskreises sind in der Regel eintägig und finden halbjährlich in Frankfurt am Main statt. Der Erfahrungsaustausch über die wirtschaftliche Entwicklung sowie die Spezialthemen Messen und Zertifizierung stehen im Vordergrund. Die letzte Sitzung widmete sich darüberhinaus der zum Jahresbeginn in Kraft getretenen Zollunion zwischen Russland, Kasachstan und Weißrussland.

28.7. 2011
Ein von der deutschen KfW Entwicklungsbank und der Europäischen Investitionsbank (EIB) initiierter Fonds unterstützt Kleinunternehmer und Mittelständler in Südosteuropa bei der Umstellung auf neue, energieeffiziente Technologien. Der „Green for Growth Fund, Southeast Europe“ (GGF) wurde als Public-Private-Partnership mit der Unterstützung von der Europäischen Kommission und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) aufgelegt. Auch das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat als Geber Mittel für den Fonds zugesagt.
Der GGF vergibt zielgerichtete Kredite an Banken in den Ländern Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Serbien und Türkei. Diese stellen dann spezielle „grüne“ Kreditprodukte zur Verfügung. Damit unterstützten sie kleine und mittlere Unternehmen, aber auch Privathaushalte und Hausbesitzer dabei, ihre Energiekosten und CO2-Emissionen zu senken.
Derzeit existieren „grüne“ Kreditlinien des GGF in der Türkei (Şekerbank Bank und Yapi Kredi Leasing), in Mazedonien (IK Banka) und in Kürze auch in Serbien. Ein Teil der Fondsmittel fließt auch direkt in einzelne Projekte, etwa den Bau von Wasserkraftwerken, PV Anlagen oder Windparks. Entscheidend bei der Vergabe der Mittel ist, dass die Projekte – im Einklang mit dem EU-Klimaziel – eine Energieeinsparung und/oder Senkung des CO2-Ausstoßes um mindestens 20 % bewirken.
Nutzen für Hersteller und Lieferanten in Südosteuropa
Zusätzlich zur Finanzierung erhalten Partner-Banken des GGF Unterstützung durch technische Berater. Sie helfen den Banken dabei, Marktnischen zu finden, neue Kreditprodukte in den Markt einzuführen oder Mitarbeiter zu schulen. Im Zuge der Konzeption neuer 'grüner' Kreditprodukte ergeben sich häufig Möglichkeiten für gemeinsame Marketingaktivitäten mit Herstellern von modernen, energieeffizienten Technologien, wie sie auch in der deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, gebündelt über den ZVEI, vertreten sind. Die Erfahrung von Herstellern und Lieferanten zeigt, dass die gleichzeitige Bereitstellung von zielgerichteten Krediten zu erhöhtem Interesse bei Kunden führt – eine „win-win“ Situation für Banken und Hersteller.
Bei Interesse lohnt es sich, mit dem GGF oder deren Partner-Banken in Kontakt zu treten, um gemeinsam auszuloten, wie Sie sich als Hersteller oder Lieferant über spezifische Kreditlinien, die Ihr Produktportfolio berücksichtigen, im lokalen Markt positionieren können.
Weitere Information zum GGF Fonds im Internet und speziell für Lieferanten und Hersteller energieeffizienzter und regenerativer Technologien oder Dienstleistungen. (Autorin: Diana Kraft; ZVEI-Abt. Außenwirtschaft, Referentin Entwicklungspolitik, EZ-Scout)
Weit über eine Million Mitarbeiter (1.256.000 Arbeitnehmer) sind bei Firmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in den Ländern Mittel- und Osteuropas beschäftigt. Noch vor Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise haben deutsche Unternehmen ihre Position als der wichtigste ausländische Arbeitgeber in den mittel- und osteuropäischen Ländern weiter ausgebaut. Auch die vor etwa vier Jahren in Gang gekommene Verlagerung des Schwerpunktes deutscher Neuinvestitionen auf entfernter gelegene Standorte im Osten und Südosten Europas schreitet voran.
Mehr als verdoppelt hat sich beispielsweise die Beschäftigtenzahl deutscher Firmen in Russland, Rumänien und Bulgarien in den Jahren 2002 - 2007 (siehe Tabelle). Selbst diese rasante Entwicklung wird noch durch die Versechsfachung der Beschäftigtenzahl in der Ukraine im gleichen Zeitraum in den Schatten gestellt. Doch auch die übrigen mittel- und osteuropäischen Staaten können mit einem Zuwachs der Beschäftigtenzahlen von 25 bis 55 Prozent aufwarten. Lediglich Ungarn macht eine Ausnahme: Dort ist der Beschäftigungszuwachs zum Stillstand gekommen.
Die traditionell besonders wichtigen Unternehmensstandorte in der Tschechischen Republik und Polen sind mittlerweile zu soliden Standbeinen der deutschen Wirtschaft geworden. Mit 265.000 tschechischen bzw. 264.000 polnischen Mitarbeitern bei deutschen Firmen kann sich diese "Doppelspitze" sogar im internationalen Vergleich mit anderen wichtigen Standorten der deutschen Wirtschaft messen lassen. So übersteigt die Beschäftigtenzahl deutscher Firmen in Europa nur noch in Großbritannien (392.000 Mitarbeiter) und Frankreich (325.000 Mitarbeiter) diejenige der „besten“ Osteuropäer.
Dennoch bleiben die USA der bei Weitem wichtigste Standort deutscher Firmen im Ausland mit 774.000 Mitarbeitern. Auch der wichtigste Investitionsmagnet in Asien, China, ist inzwischen mit Riesenschritten an den Ländern Mittel- und Osteuropas vorbeigezogen. Mit 324.000 Mitarbeitern bei deutschen Firmen übertrifft das "Reich der Mitte" selbst die osteuropäischen Spitzenreiter Tschechien und Polen. (ZVEI-Mitteilungen 17/2009 v. 15.9.2009, Elektroindustrie)
Aktualisierte Tabelle (v. 25.6.2010)
ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V.
Abt. Außenwirtschaftspolitik, Absatzförderung, Messen
German Electrical and Electronic Manufacturers' Association
Dept. Foreign Trade Policy, Sales Promotion, Fairs