Der Einsatz moderner Prozessautomatisierung kann den Prozessindustrien in Deutschland helfen, zusätzlich vier Milliarden Euro jährlich an Energiekosten in ihren Produktionsanlagen einzusparen. In den Anlagen der deutschen Prozessindustrien, wie zum Beispiel der Chemieindustrie, liegt ein durchschnittliches Energie-Einsparpotenzial von 15 Prozent. Bei einzelnen Anwendungen können es bis zu 70 Prozent sein. Insgesamt kann die Prozessautomation helfen, in Deutschland circa 50 Milliarden Kilowattstunden Strom und Primär energie einzusparen, entsprechend mindestens 20 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr. Das sind elf Prozent der CO2-Emissionen des industriellen Sektors.
Beispiele energieintensiver Prozesse findet man unter anderem in Chemie-, Metallerzeugenden- sowie Öl- und Gasindustrie. Hier werden große Stoffmengen erhitzt oder abgekühlt, verdampft oder zerkleinert. Der intelligente Umgang mit Energie wird dabei zu einem maßgeblichen Kriterium für den Unternehmenserfolg. Die Energiekosten machen oft circa 20 Prozent der Produktionskosten in komplexen Chemieanlagen aus. In den Metallerzeugenden Industrien sind es zum Teil sogar 50 Prozent der Produktionskosten.
Eine Arbeitsgruppe des ZVEI-Fachbereichs Messtechnik und Prozessautomatisierung hat eine Vielzahl von Energieeffizienz-Anwendungsbeispielen aus Branchen wie der Chemie- und Pharmaindustrie, Metallerzeugung und der Papier- und Zellstoffindustrie untersucht, so unter anderem die Zustands überwachung an Durchflus sleitungen und die Produktionsoptimierung in Prozessreaktoren. Die Erkenntnisse werden in der aktuell erschienenen Broschüre „Mit Hightech für Umwelt- und Klimaschutz: Der vielfältige Beitrag der Prozessautomation zur Energieeffizienz“ vorgestellt. Die Broschüre ist seit Ende Juni 2009 nun auch in Englisch unter dem Titel „High-tech environmental and climate protection: The versatile contribution of process automation to improving energy efficiency“ erhältlich.