Bevor ein Produkt auf den US-amerikanischen Markt gelangen kann, muss dieses zunächst nach US-Normen und –Standards auf dessen Sicherheit hin geprüft werden. Der amerikanische Markt verlangt die Einhaltung der Sicherheitsstandards. Die amerikanische Arbeitsschutzbehörde OSHA (Occupation Safty and Health Administration) fordert eine Zertifizierung mit Prüfzeichen. Das Bewusstsein für Produktsicherheit ist so ausgeprägt, dass auch Endkunden auf das Vorhandensein eines Prüfzeichens auf dem Produkt achten. Den Nachweis der Konformität erhält man von einer anerkannten Prüfstelle, den National Recognized Testing Laboratory (NRTL) und wird durch das Aufbringen des Prüfzeichens auf dem Produkt belegt. Darüber hinaus schreibt die OSHA regelmäßige Überprüfungen der Produktionsstätten vor. In der Regel finden diese Inspektionen vier Mal im Jahr statt und sollen die kontinuierliche normenerfüllende Herstellung der Produkte sicherstellen.
Prinzipiell kann ein Hersteller seinen Zertifizierer aus der Liste der anerkannten NRTL frei wählen. In der Regel sind alle Labore gleichgestellt und prüfen nach denselben Normen. Zu Beachten ist, dass manche von ihnen Beschränkungen auf bestimmte Produktbereiche haben. Die Praxis zeigt, dass selbst in den USA nicht alle akkreditierten Zertifizierer auf dem Markt bekannt sind und ein erschwerter Wettbewerb unter den NRTL existiert. Darüber hinaus stellt sich ein Mangel in den Regularien der OSHA heraus. Es fehlt die Pflicht zur gegenseitigen Anerkennung der Prüfungen von Zertifikaten. Viele Zertifizierer erkennen zwar die Zertifikate der anderen Labore an, einige jedoch handhaben die Anerkennung auch sehr restriktiv. Faktisch kommt dies einer Wettbewerbsbeschränkung gleich. Insbesondere Komponentenhersteller fühlen sich oft gezwungen einen bestimmten Zertifizierer zu wählen. Möchte zum Beispiel ein Endgerätehersteller ein Zertifikat eines solchen Zertifizieres ist der Komponente-Lieferant ebenfalls an diesen gebunden. Alternativ kann eine aufwendige (teure) Prüfung der Komponenten im Rahmen der Gerätezulassung erfolgen. Nicht selten beliefert ein Bauelementehersteller auch mehrere Gerätehersteller. Diese spezielle Problematik führt dazu, dass der Hersteller von Bauelementen den „Weg des geringsten Widerstandes“ geht und einen Zertifizierer wählt, mit dem er die wenigsten Komplikationen erwartet.
Um für diese Problematik zu sensibilisieren und der Wege der Zertifizierung für den US-amerikanischen Markt aufzuzeigen, hat der FV ECS in Zusammenarbeit mit der Abteilung Technisches Recht und Standardisierung einen Informationsflyer zum Thema veröffentlicht.
Den Flyer finden Sie zum download unter http://www.zvei.org/index.php?id=347
Weitere Informationen zum Thema Zertifizierung und Marktzugang US-amerikanischer Markt unter http://www.zvei.org/index.php?id=3833
Kontakt
Dr.-Ing. Jörg Ed. Hartge
Abteilung Technisches Recht und Standardisierung
Mail: hartge(at)zvei.org
für den Bereich Electronic Components and Systems
Volker Kaiser
Fachverband Electronic Components and Systems
Mail: kaiser(at)zvei.org