In dem folgenden Artikel aus der ew 9/2008 (Zeitschrift Energiewirtschaft) fasst Herr Ansgar Müller die Interpretation der neuen EMV-Richtlinie für die Branche zusammen.
CAPIEL als Verband der europäischen Schaltanlagenhersteller hat ein Positionspapier zur Fragestellung der elektromagnetischen Felder (EMF) vorgelegt und lehnt uneinheitliche Grenzwerte in Europa als Handelshemmnis ab. Die Capiel-Mitglieder begrüßen einen einheitlichen Ansatz auf diesem Gebiet, der von allen EU-Mitgliedern gemeinsam getragen wird und der im Einklang mit belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen heutiger oder zukünftiger Studien steht. CAPIEL und seine Mitglieder sind weiterhin bereit, durch ihre Expertise den begonnenen Diskussionsprozess hinsichtlich EMF zu unterstützen, und alle relevanten Ergebnisse, die durch zukünftige Forschung gewonnen werden, aktiv zu berücksichtigen.
Basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen hat ICNIRP (International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection) mit hohem Sicherheitsfaktor den Grenzwert von 100 µT für die magnetische Feldstärke und einen entsprechenden Wert für das elektrische Feld bei öffentlicher EMF-Exposition vorgeschlagen.
In der EU-Ratsempfehlung 1999/519/EC werden daher 100 µT als Referenzwert für die magnetische Feldstärke der elektromagnetischen Felder bei einer Frequenz von 50 Hertz (Hz) genannt und in Folge auch in Deutschland durch die "Verordnung über elektromagnetische Felder (26.BlmSchV)" umgesetzt.
Die Elektroindustrie, einschließlich der Betreiber und der Hersteller von Schaltanlagen, ist sich des EMF-Problems bewusst. Bezüglich der elektrischen Betriebsmittel ist die Situation aber bekannt und beherrschbar. Es gab zahlreiche Studien auf diesem Gebiet, die auch zu den Positionspapieren von EURELECTRIC (Statement on the Power Frequency Electric and Magnetic Fields - January 2002) und CIGRE (Position Statement: Power Frequency Electromagnetic Fields - November 2000) führten.
Die in CAPIEL zusammengeschlossenen Schaltanlagenhersteller konstruieren ihre Produkte und elektrischen Systeme im Einklang mit der geltenden EU-Ratsempfehlung zu EMF. Da heutige wissenschaftliche Erkenntnisse die Existenz gesundheitlicher Effekte nicht überzeugend belegen, erscheint die aktuelle Diskussion über niedrigere Grenzwerte in einigen Länder nicht gerechtfertigt.
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Kontakt im FV
Lutz Rose