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Sebastian Kosslers
Fachverband Energietechnik
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Eine aktuelle Übersicht über die gesetzlichen Anforderungen für die Personalzertifizierung und den geforderten Sachkundenachweis bietet der folgende Sonderdruck der "netzpraxis" Heft 3/2009, der von der Zeitschrift freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde:
Personalzertifizierung für die Rückgewinnung von SF6 wird notwendig
Die europäische Verordnung (EG) Nr. 842/2006 über bestimmte fluorierte Treibhausgase und die deutsche Chemikalien – Klimaschutzverordnung stellen grundlegende Anforderungen an Betreiber von „Hochspannungsschaltanlagen“.
Wird Schwefelhexafluorid (SF6) aus elektrischen Betriebsmitteln größer
1 kV zurück gewonnen, gelten hierfür bereits heute neue Anforderungen, die in europäischen und nationalen Verordnungen vorgegeben sind. Spätestens ab dem 4. Juli 2009 muss das Personal, das Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Rückgewinnung von SF6 aus diesen Betriebsmitteln durchführt, ein persönliches Zertifikat besitzen. Bis dahin gilt eine Übergangsfrist, die die SF6-Rückgewinnung erlaubt, wenn das betroffene Personal bereits vor dem 4. Juli 2008 nachweislich Erfahrung im Umgang mit SF6 hatte.
Download des gesamten Artikel
Die Autoren Andreas Büscher, Thoralf Bohn und Johannes Stein sind Mitglieder des Arbeitskreises "SF6" und geben die Interpretationen und Ausarbeitungen des Arbeitskreises wieder.
Die Schulungsanbieter stellen folgendes Zertifikat in Absprache mit den zuständigen Behörden aus:
Logo der Zertifizierungsstelle
ZERTIFIKAT
nach Verordnung (EG) Nr. 305/2008 der Europäischen Kommission
Die
vollständiger Name und Anschrift der Zertifizierungsstelle
(zugelassen von ….. Angabe der Zulassungsstelle…..)
bescheinigt
Herrn vollständiger Name /
Frau vollständiger Name
geboren am Tag.Monat.Jahr
den Erwerb der Sachkundebescheinigung nach §5 Abs 2 Nr. 4 Chemikalien-Klimaschutzschutzverordnung zur Durchführung der Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Rückgewinnung bestimmter fluorierter Treibhausgase aus Hochspannungsschaltanlagen.
Die Prüfungen gemäß Artikel 4 Absatz 1. Artikel 6 Absatz 2 und Anhang der Verordnung (EG) Nr. 305/2008 der Europäischen Kommission vom 2. April 2008 wurden am Datum bestanden und decken die geforderten fachlichen Mindestkenntnisse und –fertigkeiten ab.
Ort, Datum
Unterschrift des Zertifikatsaustellers
Kompletter Name des Zertifikatausstellers
Ausstellungsnummer Kürzel Zertifikatsstelle - Jahr
T&D Europe als europäischer Dachverband hat eine kurze Interpretation zur Anwendung der F-Gase-Verordnung im Bereich der Mittel- und Hochspannungsschaltanlagen erstellt.
In der folgenden Datei sind Unternehmen aufgeführt, die Schulungen und Zertifizierungen anbieten.
Die Veranstaltung mit über 100 Teilnehmern im neuen ZVEI-Konferenzzentrum informierte über die Auswirkungen der europäischen F-Gas-Verordnung sowie der deutschen Chemikalien-Klimaschutzverordnung für Hersteller und Anwender von gasisolierte Schaltanlagen und Schaltgeräten.
In der Veranstaltung wurden die neuen Anforderungen an den Umgang mit SF6 für die Praxis erläutert. Schwerpunkte waren die Anforderungen an die emissionsarme Rückgewinnung von SF6 aus elektrischen Betriebsmitteln >1 kV sowie der entsprechenden Ausbildung mit dem Nachweis durch eine persönliche Sachkundebescheinigung (Zertifikat).
Status 23. November 2008
Das Ziel der Verordnung 842/2006 ist die Reduzierung von Emissionen von fluorierten Treibhausgasen.
Da SF6 als Treibhausgas und die Verwendung von SF6 in Hochspannungsschaltanlagen auch von der Verordnung betroffen sind, werden die Anforderungen und Umsetzungen für die Branche "Energieübertragung und –verteilung" im Folgenden kurz erläutert.
Folgende EU-Kommissionsverordnungen regeln weitere Details der Verordnung 842/2006:
Überblick der Anforderungen an Hersteller und Betreiber von Hochspannungsschaltanlagen zu Rückgewinnung, Kennzeichnung, Berichterstattung und Ausbildung von Personal:
SF6-Mengen an die EU Kommission unter folgenden Bedingungen:
Die Meldung muss bis zum 31. März für das vorherige Kalenderjahr erfolgen. Für 2007 war die Meldung bis zum 31. März 2008 abzugeben.
Details, z.B. zum Format der Meldung und zu Kontaktstellen, finden sich in 1493/2007 und auf der Internetseite der EU-Kommission http://ec.europa.eu/environment/climat/fluor/index_en.htm
- Angabe von "SF6" und der verwendeten Menge in "kg" auf dem Leistungsschild - wie bereits üblich
- Hinweis „Enthält vom Kyoto-Protokoll erfasste fluorierte Treibhausgase“
Verschiedene Möglichkeiten für den Anbringungsort dieses Zusatzhinweises am Produkt sind in der Verordnung 1494/2007 festgelegt.- Informationen zur Umweltrelevanz von SF6 in den Betriebsanleitungen.
Vorschlag:
"Dieses Betriebsmittel enthält ein vom Kyoto-Protokoll erfasstes Treibhausgas (SF6) mit einem Treibhausgaspotenzial (GWP) von 22.000. SF6 soll zurück gewonnen werden und darf nicht in die Atmosphäre entlassen werden. Für weitere Informationen über Gebrauch und Handhabung von SF6 wird auf die IEC 62271-303 „Use and handling of sulphur hexafluoride (SF6)“ verwiesen."
Die Verordnung 842/2006 und die Folge-Verordnungen der Kommission zu Detailfragen sind direkt in der EU gültig und gelten auch für Hochspannungsschaltanlagen, die in die EU importiert werden.
Dennoch sind einige Fragen in den einzelnen Mitgliedsstaaten auch national umzusetzen, z.B. beim Thema „Ausbildung und Zertifizierung von Personal“.
Deutsche Chemikalien-Klimaschutzverordnung
Die Chemikalien-Klimaschutzverordnung, als Teil des Integrierten Energie- und Klimaprogramms (IEKP) der Bundesregierung verabschiedet, basiert auf der F-Gas-Verordnung (s.u.) und regelt insbesondere Fragen der Ausbildung und Zertifizierung.
Spätestens ab Juli 2009 muss das Personal, das SF6 aus Hochspannungsschaltanlagen zurückgewinnt, zertifiziert sein (Sachkundenachweis / Sachkundebescheinigung).
Link zur Verordnung:
http://bundesrecht.juris.de/chemklimaschutzv/index.html
Betreiber und Hersteller planen zur Zeit intensiv ihre bisherige betriebsinterne Ausbildung bei den zuständigen Landesbehörden anerkennen zu lassen, so dass die Unternehmen neben praktischer und theoretischer Ausbildung und Prüfung auch den Sachkundenachweis aus einer Hand anbieten werden.
Ziel ist es, die Ausbildung des eigenen und externen Personals an Schaltanlagen und SF6-Wartungsequipment anzubieten und mit dem Sachkundenachweis eine erfolgreiche Prüfung zu dokumentieren.
Bisherige Planungen sehen einen 2-tägigen Kurs inklusive Prüfung vor. Alternativ wird die Ausbildung und Prüfung zur SF6-Rückgewinnung als Modul in andere Ausbildungseinheiten (z.B. zu Hochspannungsschaltanlagen) integriert.
Thoralf Bohn, VDE FNN und Mitglied des Arbeitskreises "SF6 in Systemen und Komponenten > 1kV in der Energieübertragung und -verteilung", fasste die Ergebnisse der F-Gas-Verordnung und der deutschen Umsetzung in der folgenden Präsentation für das GIS-Anwenderforum 2008 zusammen.
Ingesamt ist festzustellen, dass die Anforderungen der "F-Gas-Verordnung" 842/2008 und der nachfolgenden Kommissionsverordnungen in Deutschland nicht zu gravierenden Änderungen führen, da Rückgewinnung, Kennzeichnung, Berichterstattung und Ausbildung von Personal prinzipiell bereits Bestandteile der deutschen Freiwilligen Selbstverpflichtungen der betroffenen Branche sind.
Weitere Details finden sich im folgenden Dokument von "T&D Europe", dem europäischen Verband der Hersteller von Betriebsmitteln der Energieübertragung und -Verteilung:
Deutsch
Engl.
EC Regulation No 842/2006 on certain fluorinated greenhouse gases
Unter Mitwirkung der Branche hat die Berufsgenossenschaft "Elektro Textil Feinmechanik" die BGI 753 überarbeitet und nun neu unter folgendem Link veröffentlicht.
In der BGI 753 wird in erster Linie der sichere Umgang mit SF6 behandelt.
Durch freiwillige Maßnahmen der europäischen Hersteller und Betreiber von elektrischen Betriebsmitteln wurden SF6-Emissionen in der europäischen Energietechnik in den letzten zehn Jahren um 40 Prozent reduziert. Zu diesem Ergebnis kam eine 2005 veröffentlichte Studie für die europäischen Verbände CAPIEL und EURELECTRIC.
Deutsche Zusammenfassung (220 kB)
Studie - Langfassung (800 kB)
Die deutschen Betreiber- und Herstellerverbände von elektrischen Betriebsmitteln sowie der Hersteller von Schwefelhexafluriod (SF6), Solvay Fluor GmbH, haben sich 2005 mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) auf eine neue Selbstverpflichtung geeinigt.
Selbstverpflichtung (1,9 MB)
Selbstverpflichtung - Voluntary Commitment (engl. Version) (1,9 MB)
Von Herstellern von Schaltanlagen und Energieversorgungsunternehmen sowie einem SF6-Produzenten wurde eine Ökobilanzstudie zu Mittelspannungsschaltanlagen erstellt. Bereits früher war eine Ökobilanz zu Hochspannungsschaltanlagen erstellt worden, die den aus ökologischer Sicht vorteilhaften oder zumindest aber gleichwertigen Einsatz von SF6-isolierten Schaltanlagen in der Energieversorgung zeigte.
Broschüre
Allgemein
Selbstverpflichtung SF6 in elektrischen Betriebsmitteln
ECOFYS-Studie
F-Gase Verordnung
BGI 753 Link