In Deutschland haben sich auf privatwirtschaftlicher Basis - initiiert durch die Lampenhersteller - eine Reihe von Unternehmen etabliert, die eine umweltverträgliche Verwertung von Entladungslampen gewährleisten.
Die Arbeitsgemeinschaft Lampen-Verwertung (AGLV) wurde Ende 1995 unter dem Dach des Fachverbandes Elektrische Lampen im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) e.V. gegründet. Gegenwärtig gehören ihr 9 Lampenhersteller - die den deutschen Markt für Entladungslampen nahezu vollständig repräsentieren - und 5 Lampenverwerter an.
Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist die Förderung der umweltverträglichen Verwertung der ausgedienten Entladungslampen im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes.
Zu diesem Zweck unterwerfen sich die in der AGLV mitwirkenden Lampenverwerter strengen Zertifizierungskriterien und dokumentieren, daß die Lampenverwertung mit effektiven Verfahren besonders umweltverträglich erfolgt.
In Deutschland und Europa ist die AGLV bisher einzigartig.
Es wird empfohlen, alle ausgedienten Entladungslampen den Verwertungsunternehmen der AGLV zuzuführen.
Die Kapazität der AGLV-Verwertungsunternehmen ist deutlich größer als das zu erwartende Marktvolumen bei Altlampen (gegenwärtig max. ca. 100 Mio Entladungslampen aller Art). Zwischen der ersten Inbetriebnahme und dem Lebensdauerende von Entladungslampen liegt eine beträchtliche Zeitspanne. Im allgemeinen kann man von einer jährlichen Betriebsdauer der Lampen von etwa 2.000 Stunden ausgehen, d.h. Leuchtstofflampen fallen erst nach 5 oder mehr Jahren zur Verwertung an.
Stichproben aus den zur Verwertung angefallenen Lampen zeigen, daß bei niedrigeren Einschaltdauern diese Zeitspanne auch 10 bis 15 Jahre betragen kann. Die vor 5 Jahren auf den Markt gebrachte Anzahl von Entladungslampen stellt demnach sicher eine Obergrenze
für die zu verwertenden Lampen dar.
Die Verwertung der Lampen erfolgt entweder nach dem produktspezifischen Zerlege-Verfahren (z.B. Kappen-Trenn-Verfahren) bzw. Varianten davon oder nach dem produktunspezifischen Shredder-Verfahren.
Die Zerlegetechniken ermöglichen, im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, einen weitestgehenden Einsatz der gewonnenenen Sekundärrohstoffe in der Lampenindustrie.
Mit dem Kappen-Trenn-Verfahren (KT-Verfahren) werden vorwiegend stabförmige Leuchtstofflampen, mit über 80 % die größte Gruppe aller Entladungslampen, verwertet: Bei diesem Verfahren werden die Lampenenden, bestehend aus dem Sockel mit Glasfuß, Stromzuführungen und Elektroden, abgetrennt. Anschließend werden das Leuchtstoffpulver und das Quecksilber aus dem geöffneten Lampenkolben ausgetragen. Der Leuchtstoff kann z.T. der Wiederverwertung zugeführt werden. Das so gereingte Kolbenglas - Kolbenglas und Fußglas haben eine unterschiedliche Zusammensetzung (Kalk-Natron-Glas bzw. Bleiglas) -wird dann in Scherben gebrochen. Diese finden als Sekundärrohstoffe Verwendung, zur Herstellung von Glasrohren für neue Leuchtstofflampen oder von anderen Glasprodukten.
Die übrigen Lampenbestandteile (Metalle, Quecksilber etc.) lassen sich nach weiterer Fraktionierung bzw. Herauslösung ebenfalls wiederverwerten.
Neben dem KT-Verfahren gibt es noch weitere Zerlegetechniken, mit denen die übrigen Lampentypen, wie z.B. Hochdruckentladungslampen und Kompaktleuchtstofflampen, verwertet werden können.
Mit dem Shredder-Verfahren lassen sich alle Lampentypen (stabförmige Leuchtstofflampen, Sonderformen und Produktionsabfälle) verwerten: Die Lampen werden zunächst in einem Brechersystem zerkleinert. Anschließend erfolgt die Separation der einzelnen Bestandteile Mischglas, Metall und Leuchtstoff. Durch eine grobe Vorsortierung der verschiedenen Lampentypen und ihre separate Verarbeitung wird die Qualität der erzeugten Fraktionen erhöht. Die Aufbereitungsanlagen stehen unter Unterdruck, um Quecksilberemissionen zu verhindern. Für die Verwertung des Mischglases werden verschiedene Einsatzbereiche gewählt: z.B. in Form von Glasbausteinen, Isolierglaswolle, anderen technischen Glasanwendungen oder als Zuschlagstoff in der Baustoffindustrie. Die quecksilberhaltige Feinfraktion wird ordnungsgemäß als Sonderabfall entsorgt.
Das in den Lampen enthaltene Quecksilber fällt beim Zerkleinern der Lampen bzw. beim Ausblasen des Leuchtstoffes an und befindet sich im Wesentlichen im Leuchtstoff-/ Glasstaub-Gemisch. Ein geringer Teil des Quecksilbers verbleibt in den erzeugten Sekundärrohstoffen und kann durch zusätzliche Nachbehandlung entfernt werden. Die in der Prozessluft verbleibenden Spuren an Quecksilber werden in einem Aktivkohlefilter sicher gebunden.
Die folgenden Dokumente können sie sich auch auf Ihren Computer laden:
Sammlung und Recycling von Entladungslampen (März 2008)
Collection and Recycling of Discharge Lamps (March 2008)
Mitgliederliste der Arbeitsgemeinschaft Lampen-Verwertung (AGLV)
Mit Inkrafttreten des ElektroG in Deutschland (Umsetzung der WEEE-Richtlinie) wird die Entsorgung über Lightcycle bzw. LARS und OLAV organisiert. Vgl. hierzu auch die Seite ELEKTRO-ALTGERÄTE unter der Rubrik :BRANCHENINFORMATIONEN