ZVEI-Konjunkturbarometer Februar 2017 - Interaktiv

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Auftragseingang

Änderung gegen Vorjahr in %

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Quelle: Destatis und ZVEI-eigene Berechnungen

Auftragseingänge steigen im Dezember 2016. Leichter Rückgang im Gesamtjahr

Die deutsche Elektroindustrie hat im Dezember des vergangenen Jahres wieder 2,7% mehr Bestellungen erhalten als ein Jahr zuvor. Während die Inlandsaufträge um 4,2% fielen, stiegen die Auslandsaufträge kräftig um 8,6%. Kunden aus der Eurozone orderten sogar 20,3% mehr, Kunden aus Drittländern 2,6%.

Im gesamten Jahr 2016 blieben die Auftragseingänge damit 1,0% hinter ihrem Vorjahreswert zurück. Letzterer hatte allerdings auch von Großaufträgen profitiert. Sowohl die Bestellungen aus dem Inland als auch die aus dem Ausland lagen im vergangenen Jahr 1,0% niedriger als 2015. Aus dem Euroraum gingen dabei 1,0% mehr und aus Drittländern 2,2% weniger Bestellungen ein.

2016er Produktionswachstum von 1%, Kapazitätsauslastung etwas niedriger

Indem die reale – um Preiseffekte bereinigte – Produktion der deutschen Elektroindustrie im Dezember 2016 um 3,5% unter ihrem entsprechenden Vorjahreslevel blieb, wuchs der Branchenoutput in den gesamten zwölf Monaten des vergangenen Jahres um 1,0%. Damit entsprach der Anstieg exakt der seinerzeitigen ZVEI-Prognose (von Januar 2016).

Die Kapazitätsauslastung in der Branche hat sich zu Beginn des Jahres 2017 leicht um 0,7 Prozentpunkte von 85,7% auf 85,0% der betriebsüblichen Vollauslastung verringert. Die branchendurchschnittliche Reichweite der Auftragsbestände blieb bei 2,8 Monaten.

Ihre Produktionspläne haben die Elektrounternehmen im Januar leicht heraufgesetzt. 22% der Firmen wollen ihren Output in den kommenden drei Monaten steigern, nur 8% zurückfahren. Der Rest plant mit der Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Produktionsniveaus.

Umsatz erhöht sich 2016 ganz leicht auf knapp 179 Mrd. €

Nach dem leichten Zuwachs im Vormonat haben die Erlöse der heimischen Elektrofirmen im Dezember 2016 um 1,8% gegenüber Vorjahr auf 16,0 Mrd. € nachgegeben. Der Inlandsumsatz (-0,5% auf 7,7 Mrd. €) ging weniger stark zurück als der Auslandsumsatz (-2, 9% auf 8,3 Mrd. €). Während die Geschäfte mit Kunden aus dem Euroraum um hohe 15,8% auf 2,8 Mrd. € sanken, gab es im Geschäft mit Drittländern ein Plus von 5,3% auf 5,5 Mrd. €.

Im Gesamtzeitraum von Januar bis Dezember des vergangenen Jahres konnten die Branchenerlöse ganz leicht um 0,2% auf 178,6 Mrd. € zulegen. Der Inlandsumsatz belief sich auf 87,0 Mrd. € (+0,3%) und der Auslandsumsatz auf 91,6 Mrd. € (+0,1%). Mit Partnern aus dem Euroraum gab es einen Rückgang der Geschäfte um 2,9% auf 33,3 Mrd. €, mit Drittländern dagegen einen Anstieg um 1,9% auf 58,3 Mrd. €.

Auch im Januar leichter Anstieg des Geschäftsklimas

Aller wirtschaftlichen Unsicherheit (Brexit-Votum, Trump-Wahl, gescheitertes Verfassungsreferendum in Italien etc.) zum Trotz ist das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie auch im Januar 2017 leicht gestiegen. Zwar fiel die Beurteilung der aktuellen Lage etwas ungünstiger aus als im Vormonat, dafür zogen die allgemeinen Geschäftserwartungen deutlich an.

38% der heimischen Elektrounternehmen bewerten ihre gegenwärtige Lage als gut, 56% als stabil und nur 6% als schlecht. Was die nächsten sechs Monate betrifft, so gehen 25% der Branchenfirmen von anziehenden Geschäften aus, 64% von gleichbleibenden und 11% von rückläufigen. Der Saldo aus positiven und negativen Antworten stieg hier gegenüber Dezember von 8 auf 14%-Punkte. Die Exporterwartungen blieben nach dem kräftigen Anstieg im Vormonat im Januar in etwa gleich.

Geschäftsklima − bis einschließlich Januar 2017

Saldo aus positiven und negativen Antworten, %-Punkte

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Quelle: ifo Institut

Deutschland

Kennzahlen zur Elektrokonjunktur

Einheit 2015 2016
Dez.
2016
Jan. - Dez.

Auftragseingänge
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 6,8 2,7 -1,0
von inländischen Kunden
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 3,4 -4,2 -1,0
von ausländischen Kunden
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 9,8 8,6 -1,0
aus der Eurozone
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 9,6 20,3 1,0
aus der Nicht-Eurozone
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 10,0 2,6 -2,2

Produktion, preisbereinigt
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 1,4 -3,5 1,0

Umsatz
Mrd. Euro 178,2 16,0 178,6
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 3,8 -1,8 0,2
mit inländischen Kunden Mrd. Euro 86,7 7,7 87,0
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 0,1 -0,5 0,3
mit ausländischen Kunden Mrd. Euro 91,5 8,3 91,6
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 7,5 -2,9 0,1
aus der Eurozone Mrd. Euro 34,5 2,8 33,3
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 11,7 -15,8 -2,9
aus der Nicht-Eurozone Mrd. Euro 57,2 5,5 58,3
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 5,1 5,3 1,9

2016
Nov.

2016
Jan. - Nov.
Beschäftigte (1) in Tausend 848,9 848,9 848,9
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 0,4 -0,5 -0,5

Ausfuhr
Mrd. Euro 174,5 16,5 166,5
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 6,9 7,6 4,0
Einfuhr Mrd. Euro 160,8 15,4 151,7
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 11,4 2,5 2,8

2016
Dez.

2016
Jan. - Dez.
Erzeugerpreise
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 0,6 0,3 0,1
Ausfuhrpreise
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 1,7 -0,7 -0,7
Einfuhrpreise
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 3,4 -1,3 -1,8
Materialkosten
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 0,2 0,8 -0,6

2017
Jan.

2016
Dez.
Geschäftsklima Saldo 21 23 20
Geschäftslage Saldo 25 32 33
Geschäftserwartungen für 6 Monate Saldo 17 14 8
Exporterwartungen für 3 Monate Saldo 14 15 16
Produktionsplanungen für 3 Monate Saldo 13 14 13

2017
Jan.

2016
Okt.
Kapazitätsauslastung in % der betriebsüblichen Vollauslastung 83,7 85,0 85,7
Reichweite der Auftragsbestände in Produktionsmonaten 2,7 2,8 2,8

Quelle: Destatis, ifo-Institut und ZVEI-eigene Berechnungen
Angaben z. T. vorläufig
1) Stand zum Ende des Berichtszeitraums
© ZVEI • Stand: 7. Februar 2017

Ihr Ansprechpartner:

Dr. Andreas Gontermann, Chefvolkswirt
Leiter Abteilung Wirtschaftspolitik, Konjunktur und Märkte
Telefon: +49 69 6302-301 ; Fax: +49 69 6302-326 ; E-Mail: wipol(at)zvei.org