Editorial

Klimaschutz braucht Innovation

Der Klimaschutz dominiert in diesen Tagen die politischen Agenden: Das Bundeskabinett hat die von Peter Altmaier eingebrachte Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes verabschiedet, der Bundeswirtschaftsminister will zudem eine Allianz aus Gesellschaft, Wirtschaft und Staat für Klimaschutz und Wohlstand schmieden und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in ihrer Rede zur Lage der Union vorgeschlagen, die EU-Klimaziele weiter zu erhöhen. 

Die Elektroindustrie ist überzeugt, dass Klimaschutz und wirtschaftlicher Wohlstand keine Gegensätze sein müssen. Bereits 2018 hat der ZVEI dies gemeinsam mit anderen Verbänden in der BDI-Studie “Klimapfade für Deutschland“ dargelegt. Der Schlüssel für den Schutz des Klimas liegt nach Ansicht des ZVEI jedenfalls nicht im Verzicht. 


Unabdingbar, um die Klimaziele zu erreichen und der Energiewende zum weiteren Erfolg zu verhelfen, ist stattdessen die schnelle und durchgängige Elektrifizierung aller Sektoren. Wichtig dabei ist, dass wir dafür die Entwicklung von Innovationen vorantreiben, diese zügig zum Einsatz bringen und hierzulande wettbewerbsfähig für die Kunden produzieren. Ein starker Wirtschaftsstandort muss nicht nur Leitmarkt, sondern auch Leitproduzent sein. 

 

Der Bedarf an wettbewerbsfähigem grünem Strom wird stark wachsen. Demnach müssen wir die Energieeffizienz - konkret die Stromproduktivität - deutlich steigern. Der nötige massive Schub in Elektrifizierung und Stromproduktivität wird uns folglich nur mit technologischen Innovationen und entsprechenden Standards gelingen. 


Zu kurz greift hierbei der Entwurf für das neue EEG. So ist etwa das Ausbauziel in Bezug auf die künftigen Strombedarfe zu gering. Außerdem ist die noch immer zu hohe EEG-Umlage aus Sicht des ZVEI kontraproduktiv in Anbetracht der nötigen Elektrifizierung. Ein höherer CO2-Preis bei gleichzeitiger Strompreissenkung wäre das deutlich bessere Instrument. 

 

Die EEG-Umlage auf den Stromeinsatz sollte daher, insbesondere bei der Nutzung grünen Stroms, auf maximal zwei Cent pro Kilowattstunde gesenkt werden. Besser noch: Sie wird perspektivisch ganz abgeschafft. Eine deutliche Absenkung der allgemeinen EEG-Umlage ist auch Voraussetzung, um die Prosumer und ihre Erzeugungsanlagen bei den Umlagen zu entlasten und entsprechende Anreize zu setzen. 

 

Klimaschutz ist die zentrale Aufgabe unserer Generation, wie Peter Altmaier es erst kürzlich formuliert hat. Und er hat Recht, wenn er sagt, dass wir das Erreichen der Klima- und Wirtschaftsziele als vorrangig festlegen müssen – hin zu einer klimaneutralen Gesellschaft. Daher sollten wir keine Zeit verlieren und uns an die Arbeit machen. Auf geht’s!


Ihr Wolfgang Weber
 

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