Presse

21.08.2018

Deutsche Elektroexporte knacken erstmals 100-Milliarden-Euro-Grenze im ersten Halbjahr

60/2018

Die deutschen Elektroexporte sind im Juni dieses Jahres um 3,8 Prozent gegenüber Vorjahr auf 17,5 Milliarden Euro gestiegen. Im gesamten ersten Halbjahr 2018 kamen sie auf 101,7 Milliarden Euro und lagen damit 4,3 Prozent über ihrem Vorjahreswert. „Zum ersten Mal überhaupt konnte die 100-Milliarden-Euro-Marke in einem Halbjahr übertroffen werden“, sagt ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann.

Die Branchenausfuhren in die Industrieländer erhöhten sich im ersten Halbjahr um 3,2 Prozent auf 66,0 Milliarden Euro. Die Exporte in die Schwellenländer wuchsen doppelt so stark (+ 6,5% auf 35,7 Mrd. €).

Im Ranking der größten Abnehmer gab es in der ersten Jahreshälfte kaum Änderungen: Ins erstplatzierte China gingen mit 10,2 Milliarden Euro 12,2 Prozent mehr Ausfuhren als im Vorjahr. In den USA auf Rang 2 wurden 8,5 Milliarden Euro abgesetzt – ein kleines Minus von 0,9 Prozent. Frankreich bleibt Dritter. Hierhin stiegen die Elektroexporte von Januar bis Juni um 2,0 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Der höchste Zuwachs unter den Top-Ten-Abnehmerländern wurde mit den Niederlanden erzielt (+ 14,3% auf 5,4 Mrd. €). Sie verdrängten Großbritannien auf Platz 5. Die Lieferungen ins Königreich gingen im ersten Halbjahr leicht um 0,7 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro zurück.

Die aktuell mit einer Währungskrise kämpfende Türkei nahm im Exportabnehmer-Ranking der deutschen Elektroindustrie im vergangenen Jahr immerhin den 17. Rang ein. Zwischen 2000 und 2017 haben sich die Branchenausfuhren in das Land am Bosporus fast verdreifacht. Aktuell stagnieren die heimischen Elektroexporte in die Türkei mehr oder weniger. So gab es im Juni einen leichten Rückgang um 0,2 Prozent auf 257,0 Millionen Euro und im gesamten ersten Halbjahr von 0,5 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.

Aktualisierte Welt-Elektromarkt-Prognose

Der globale Elektromarkt wuchs im vergangenen Jahr nach Berechnungen des ZVEI um sechs Prozent auf 4.223 Milliarden Euro. „Für 2018 und 2019 erwarten wir Zuwächse von fünf und vier Prozent“, so Dr. Gontermann. Dabei sollte der asiatische Markt (+ 6% und + 5%) stärker wachsen als der amerikanische (+ 5% und + 4%) und der europäische (+ 4% und + 3%).

Die größten Einzelländermärkte lagen auch 2017 in China (1.692 Mrd. €), den USA (598 Mrd. €), Japan (297 Mrd. €), Südkorea (182 Mrd. €) und Deutschland (122 Mrd. €). China könnte dieses Jahr um sieben Prozent und nächstes Jahr um sechs Prozent wachsen, die USA immerhin um fünf Prozent 2018 und vier Prozent 2019. Die Prognosen für Japan (+ 2% und + 1%) und Südkorea (jeweils + 1%) fallen moderater aus. Der deutsche Markt dürfte 2018 vier Prozent und 2019 drei Prozent zulegen.

Die weltweit größten Marktsegmente bilden elektronische Bauelemente (990 Mrd. €), Informations- und Kommunikationstechnik (852 Mrd. €) sowie Automation (522 Mrd. €). Für die elektronischen Bauelemente werden für 2018 und 2019 Wachstumsraten von sechs bzw. vier Prozent, für IKT von viereinhalb und dreieinhalb Prozent und für Automation von fünf bzw. vier Prozent erwartet.