Presse

02.11.2017

Elektromobilität: Ladeinfrastruktur in den Fokus rücken

81/2017

„Ohne eine ausreichende Ladeinfrastruktur wird Elektromobilität nicht massentauglich werden. Dass Nordrhein-Westfalen seit wenigen Tagen den Aufbau von Ladesäulen mit bis zu 5.000 Euro pro Ladepunkt bezuschusst, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, so Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der Geschäftsführung des ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. 

Ab sofort haben Privatpersonen und Unternehmen in Nordrhein-Westfalen (NRW) die Möglichkeit, eine Förderung für die Installation einer Ladesäule auf ihrem Grundstück zu erhalten. Im Rahmen des Programms „progres.nrw“ fördert das Land die Errichtung privat genutzter Ladesäulen mit bis zu 1.000 Euro und die Schaffung öffentlich zugänglicher Ladesäulen mit bis zu 5.000 Euro. 

Damit kommt NRW der seit vielen Jahren gestellten Forderung des ZVEI nach, Fördermittel sowohl für den öffentlichen als auch für den nicht-öffentlichen Bereich bereitzustellen. „Um eine Infrastruktur aus Elektrofahrzeugen, Energieversorgung, Ladesäulen und Abrechnungssystemen aufzubauen, müssen endlich belastbare Geschäftsmodelle entwickelt werden. Fördermittel müssen daher alle Bereiche berücksichtigen. Weitere Bundesländer sollten dem guten Beispiel von NRW folgen“, sagt Dr. Mittelbach. 

Voraussetzung, um die Fördergelder beantragen zu können, ist der Bezug von zertifiziertem Grünstrom. Erst, wenn der für den Elektroantrieb genutzte Strom aus überwiegend erneuerbaren Energien stammt, ist die Gesamtbilanz des Elektrofahrzeugs klimafreundlich. Der ZVEI fordert in diesem Zusammenhang, neben der Ladeinfrastruktur, auch den Gebäudebestand und die Verteilnetze in den Blick zu nehmen. „Bei Bestandsgebäuden ist eine Überprüfung der Elektroinstallation und gegebenenfalls eine Modernisierung vorzunehmen. Sehr gut ist, dass NRW die Ertüchtigung eines bestehenden Hausanschlusses bezuschusst. Großer Handlungsbedarf besteht zudem bei den Verteilnetzen, die auf einen millionenfachen Einsatz von Elektrofahrzeugen nicht ausgelegt sind“, so Dr. Mittelbach abschließend.