Presse

26.04.2016

Energiewende 2.0 erfordert smarte Lösungen

30/2016

Hannover – „Investitionen in die Netze sind unumgänglich“, erklärt Ralf Christian, Vorsitzender des Fachverbands Energietechnik im ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie heute im Rahmen der ZVEI-Pressekonferenz auf der Hannover Messe. Dabei erläutern er und Dr. Martin Schumacher, stellvertretender Vorsitzender des Fachverbands, die Notwendigkeit einer modernen Infrastruktur auf Verteilnetzebene für die künftige Bewältigung der Energiewende.

Bereits heute ist der bis 2020 angestrebte Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung von 35 Prozent nahezu erreicht. Bei der Energiewende 2.0 gilt es, die Herausforderungen, die sich aus diesem Erfolg ergeben, zu bewältigen. Den Verteilnetzen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.

„Nach Untersuchungen des Bundeswirtschaftsministeriums sind bis 2032 Investitionen in Höhe von 23 bis 49 Milliarden Euro notwendig“, so Christian. Dabei entfallen 70 Prozent dieses Investitionsbedarfs auf die erste Hälfte dieses Zeitraums. Deshalb müssen jetzt Modifizierungen im Regulierungsrahmen auf den Weg gebracht werden, um die notwendigen Investitionen effizient zu ermöglichen. Außerdem müssen durch eine neue Systematik der Netzentgelte die Kosten der Netze gerecht verteilt werden. Voraussetzung für die Energiewende 2.0 ist zudem eine sichere Kommunikationsinfrastruktur auf der Basis intelligenter Messsysteme. „Damit stehen in Zukunft neue Möglichkeiten zur Nutzung von Lastflexibilität und bei der Systemintegration der Erneuerbaren in das Energiesystem zur Verfügung“, erläutert Schumacher. Ebenfalls nötig sind klare Regeln für die Bewirtschaftung von Speichern sowie die Elektrifizierung in den Bereichen „Wärme“ und „Mobilität“, die weitere Flexibilisierungspotenziale bieten.

„Damit die Energiewende 2.0 gelingen kann, müssen die energiepolitischen Weichen jetzt gestellt werden“, so Christian und Schumacher auf der Hannover Messe.