Presse

15.02.2016

Studie des Umweltbundesamtes: Bewusster Einbau von Schwachstellen kann nicht nachgewiesen werden

7/2016

Frankfurt am Main – Der ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie begrüßt die Studie des Umweltbundesamtes. Er sieht seine Auffassung bestätigt, wonach es keine absichtlich eingebauten Sollbruchstellen in Hausgeräten gibt, die die Lebensdauer begrenzen. Elektrogeräte sind langlebig. So werden große Hausgeräte wie Waschmaschinen oder Herde vom Erstbesitzer im Durchschnitt 13 Jahre genutzt. Bei Fernsehern liegt der Wert bei etwa sechs Jahren. Zudem folgt bei vielen Geräten eine Zweitnutzung, sodass die technische Lebensdauer die Erstnutzungsdauer deutlich übersteigen kann.

Ein wichtiges Ergebnis hat die Studie in Sachen Verbraucherverhalten gebracht. In vielen Fällen wird die lange Haltbarkeit der Geräte nicht ausgenutzt. In etwa einem Drittel aller Ersatzkäufe, so das Ergebnis der Untersuchung, war das ersetzte Gerät noch voll funktionsfähig. Kritisch steht der ZVEI einer vom Umweltbundesamt vorgeschlagenen Kennzeichnung der Haltbarkeit gegenüber. Eine verlässliche Kennzeichnung setzt voraus, dass die Haltbarkeit hinreichend genau messbar ist. Dies ist jedoch derzeit nicht gegeben. Europäisch harmonisierte Messverfahren für die Haltbarkeit von elektrischen Geräten gibt es nicht. Zudem muss befürchtet werden, dass aufgrund der großen Produktvielfalt eine ausreichende Marktüberwachung nicht möglich wäre. Grundsätzlich lehnt der ZVEI jede Gesetzgebung ohne effektive Kontrolle durch Marktüberwachung ab.

Abfallvermeidung und Ressourcenschutz, die übergeordneten Ziele der Studie, werden vom ZVEI nachdrücklich unterstützt. Auf europäischer Ebene muss nun über effektive und praktisch umsetzbare Maßnahmen gesprochen werden.