Presse

16.06.2016

ZVEI-Hilfestellung zur Anwendung der Bahn-Norm EN 45545 bei Elektroisolierstoffen

43/2016

Frankfurt am Main – Für die nach einer Übergangszeit jetzt erforderliche Anwendung der Norm DIN EN 45545 bezüglich brandschutz-technischer Anforderungen in Schienenfahrzeugen hat der ZVEI für den Bereich elektrischer und elektronischer Bauteile Hilfestellungen erarbeitet.

Die DIN EN 45545 – eine Materialprüfnorm, die seit April 2016 erstmals europaweit einheitlich die brandschutztechnischen Anforderungen aller verwendeten Werkstoffe in Schienenfahrzeugen festlegt – ist auch für Elektroprodukte anzuwenden. So müssen alle elektrischen Komponenten, insbesondere elektrische Leitungen, Transformatoren und Motoren, Steuerungen, elektrische Anzeigemodule etc. diese Anforderungen erfüllen. Hierbei stehen Elektroisolierstoffe im Fokus.

Der ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie hat Empfehlungen zur Anwendung der Norm in einem ZVEI-Leitfaden „Bahn EN 45 545 – Anwendung für Elektroisolierstoffe​“ zusammengefasst. Der Leitfaden beschreibt die Ermittlung der Betriebsklasse und Bauartklasse des betreffenden Schienenfahrzeugs sowie der Gefährdungsklasse mit den drei Gefährdungsstufen HL1 – HL3 (HL, en: Hazard Level). Aus diesen ergeben sich die einzuhaltenden Grenzwerte der jeweiligen Prüfverfahren (R-Anforderungssätze).

Zusätzlich erläutert der Leitfaden die Anwendung der sogenannten Gruppierungsregel, die in der Norm als Flussdiagramm hinterlegt ist. Diese Regel beschreibt das Vorgehen zur Ermittlung von Kompensationsmöglich-keiten beim Einsatz von Isolationsmaterialien mit niedriger Klassifizierung, also von Produkten, die die unterschiedlichen Anforderungssätze je nach Gefährdungsstufe HL1 oder HL2 oder HL3 teilweise nicht oder überhaupt nicht erfüllen.



Der ZVEI empfiehlt Herstellern und Anwendern, nicht pauschal die Erfüllung der höchsten Gefährdungsklasse (Hazard Level 3) zu fordern. Dadurch werde unnötigerweise die Materialauswahl eingeschränkt. Zudem lasse der weitere Ausbau der Regelwerke wie REACH und RoHS erwarten, dass viele der heute verwendeten Flammschutzmittel künftig nicht mehr zulässig seien.

Der Leitfaden steht in der rechten Spalte zum kostenlosen Download zur Verfügung.