ZVEI-Konjunkturbarometer März 2017 - Interaktiv

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Auftragseingänge mit ordentlichem Zuwachs zu Jahresbeginn

Die deutsche Elektroindustrie ist mit einem ordentlichen Auftragsplus in das neue Jahr gestartet. Die Bestellungen der Branche mit insgesamt 847.000 Inlandsbeschäftigten la-gen im Januar 2017 um 7,0% höher als im entsprechenden Vorjahresmonat, der allerdings auch zwei Arbeitstage weniger hatte.

Die Inlands- und die Auslandsaufträge legten dabei gleichermaßen stark zu. Erstere stiegen um 7,1% gegenüber Vorjahr, letztere um 6,9%. Während die Kunden aus der Eurozone ihre Bestellungen im Januar d.J. um satte 14,5% erhöhten, fiel der Zuwachs bei den Orders aus Drittländern mit plus 2,7% vergleichsweise deutlich moderater aus.

Im gesamten vergangenen Jahr 2016 hatten die Auftragseingänge leicht um 1,0% nachgegeben. Im Januar 2016 waren sie kaum über eine Stagnation hinausgekommen. 

Produktion steigt im Januar deutlich

Die um Preiseffekte bereinigte Produktion der deutschen Elektrounternehmen hat ihren Vorjahreswert im Januar 2017 gleich um 14,8 Prozent übertroffen und damit ebenfalls einen günstigen Einstieg ins neue Jahr hingelegt.

Für das abgelaufene Jahr 2016 wurde das reale Produktionswachstum der Branche leicht auf +1,2% (zuvor +1,0%) nach oben revidiert.

Die Produktionspläne der heimischen Elektrounternehmen sind im Februar d.J. auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren angestiegen. Gegenüber Januar mehr als verdoppelte sich der Saldo aus Antworten mit expansiven und kontraktiven Plänen von 14 auf 30 %-Punkte.
Für dieses Jahr rechnet der ZVEI mit einem realen Produktionszuwachs der Elektrobranche um 1,5%.

Umsatz erhöht sich im Januar zweistellig

Die Erlöse der deutschen Elektroindustrie übertrafen ihr Vorjahresniveau im Januar 2017 um 13,9%. Damit kamen sie auf 14,5 Mrd. €. Der Inlandsumsatz zog um 12,0% gegenüber Vorjahr auf 7,0 Mrd. € an und der Auslandsumsatz um 15,3% auf 7,5 Mrd. €. Die Geschäfte mit Kunden aus dem Euroraum brachten eine Erlössteigerung um 15,7% auf 2,8 Mrd. €, und der Umsatz mit Drittländern erhöhte sich um 15,1% auf 4,7 Mrd. €.

Im zurückliegenden Jahr 2016 hatten sich die aggregierten Branchenerlöse auf 178,6 Mrd. € belaufen, womit sie den 2015er Wert nur um 400 Mio. € bzw. 0,2% übertroffen hatten. Für dieses Jahr werden laut ZVEI-Prognose 182 Mrd. € angepeilt.

Geschäftsklima zieht im Februar stark an

Aller globalen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheit zum Trotz ist das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie auch im Februar merklich gestiegen. Seit nunmehr sechs Monaten tendiert es aufwärts.

Sowohl die aktuelle Lagebewertung als auch die allgemeinen Geschäftserwartungen verbesserten sich im Februar deutlich. 45% der heimischen Elektrounternehmen beurteilen ihre gegenwärtige Lage als gut, 47% als stabil und nur 8% als schlecht. Was die Erwartungen für die nächsten sechs Monate anbelangt, so gehen 28% der Branchenfirmen von anziehenden Geschäften aus, 65% von gleichbleibenden und lediglich 7% von rückläufigen. Der Saldo aus positiven und negativen Antworten erhöhte sich hier gegenüber dem Vormonat von 14 auf 21 %-Punkte.

Die Exporterwartungen der Unternehmen zo-gen im Februar unterm Strich ebenfalls an.

Deutschland

Kennzahlen zur Elektrokonjunktur

Einheit 2016 2017
Jan.
2017
Jan. - Jan.

Auftragseingänge
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 1,0 7,0 7,0
von inländischen Kunden
Veränderung gegenüber Vorjahr in % -1,0 7,1 7,1
von ausländischen Kunden
Veränderung gegenüber Vorjahr in % -1,1 6,9 6,9
aus der Eurozone
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 0,8 14,5 14,5
aus der Nicht-Eurozone
Veränderung gegenüber Vorjahr in % -2,2 2,7 2,7

Produktion, preisbereinigt
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 1,2 14,8 14,8

Umsatz
Mrd. Euro 178,6 14,5 14,5
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 0,2 13,9 13,9
mit inländischen Kunden Mrd. Euro 87,0 7,0 7,0
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 0,3 12,0 12,0
mit ausländischen Kunden Mrd. Euro 91,6 7,5 7,5
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 0,1 15,3 15,3
aus der Eurozone Mrd. Euro 33,3 2,8 2,8
Veränderung gegenüber Vorjahr in % -2,8 15,7 15,7
aus der Nicht-Eurozone Mrd. Euro 58,3 4,7 4,7
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 1,8 15,1 15,1
2015
2016
Dez.

2016
Jan. - Dez.
Beschäftigte (1) in Tausend 848,9 846,5 846,5
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 0,4 -0,3 -0,3

Ausfuhr
Mrd. Euro 174,5 15,2 182,1
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 6,9 9,0 4,4
Einfuhr Mrd. Euro 160,8 14,1 166,2
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 11,4 10,3 3,4
2016
2017
Jan.

2017
Jan. - Jan.
Erzeugerpreise
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 0,1 0,4 0,4
Ausfuhrpreise
Veränderung gegenüber Vorjahr in % -0,7 -0,7 -0,7
Einfuhrpreise
Veränderung gegenüber Vorjahr in % -1,8 -1,1 -1,1
Materialkosten
Veränderung gegenüber Vorjahr in % 0,6 1,5 1,5

2017
Feb.

2017
Jan.
Geschäftsklima Saldo 17 29 23
Geschäftslage Saldo 24 37 32
Geschäftserwartungen für 6 Monate Saldo 11 21 14
Exporterwartungen für 3 Monate Saldo 9 18 15
Produktionsplanungen für 3 Monate Saldo 15 30 14

2017
Jan.

2016
Okt.
Kapazitätsauslastung in % der betriebsüblichen Vollauslastung 84,3 85,0 85,7
Reichweite der Auftragsbestände in Produktionsmonaten 2,7 2,8 2,8

Quelle: Destatis, ifo-Institut und ZVEI-eigene Berechnungen
Angaben z. T. vorläufig
1) Stand zum Ende des Berichtszeitraums
© ZVEI • Stand: 8. März 2017

Ihr Ansprechpartner:

Dr. Andreas Gontermann, Chefvolkswirt
Leiter Abteilung Wirtschaftspolitik, Konjunktur und Märkte
Telefon: +49 69 6302-301 ; Fax: +49 69 6302-326 ; E-Mail: wipol(at)zvei.org