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10.07.2018

Modernisierung der Berufe

Wie kaum eine andere Berufsgruppe stehen die industriellen Metall- und Elektroberufe im Blickpunkt, wenn es um die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt geht. Um die Auszubildenden für die Anforderungen der digitalisierten Wirtschaft fit zu machen, wurden die Ausbildungsinhalte der industriellen Metall- und Elektroberufe sowie des Berufs Mechatroniker(in) auf Initiative von Gesamtmetall, VDMA, ZVEI und IG Metall angepasst. Zum 1. August 2018 treten die entsprechenden Änderungsverordnungen in Kraft, die die Themen „Industrie 4.0“ und "Digitales Arbeiten" als neue Ausbildungsinhalte einführen.

Sozialpartnervereinbarung

Mit den Veränderungen der Arbeitswelt durch die Digitalisierung und die mit ihr einhergehenden Entwicklungen ändern sich auch die Anforderungen an die Fachkräfte und die dafür notwendigen Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Metall- und Elektroindustrie. Damit sie in der Lage sind, diese Veränderungen zu bewältigen und mitzugestalten, müssen Aus- und Fortbildungen die neuen Anforderungen aufgreifen.

Vor diesem Hintergrund haben sich Gesamtmetall, VDMA, ZVEI und IG Metall im Frühjahr 2016 darauf verständigt, die Industrie-4.0-relevanten Ausbildungsberufe und die darauf aufbauenden Fortbildungen im M+E-Bereich hinsichtlich neuer Anforderungen und beruflicher Perspektiven im Umfeld von Industrie 4.0 zu untersuchen. Unter Einbeziehung der Expertisen von Vertreterinnen und Vertretern aus Unternehmen, Berufsschulen und der Wissenschaft und nach Auswertung vorliegender Studien wurden Vorschläge zur Aktualisierung und die dafür notwendigen Handlungsempfehlungen entwickelt.

Sozialpartnervereinbarung April 2016

Gemeinsame Presseinformation von Gesamtmetall, VDMA, ZVEI und IG Metall, 31.03.2017

Ausbildung und Qualifizierung für Industrie 4.0 - Handlungsempfehlungen der Sozialpartner

 

Teilnovellierung der M+E-Berufe

Angestoßen durch die Sozialpartner wurden die Ausbildungsordnungen der industriellen Metall- und Elektroberufe daher im Rahmen einer Teilnovellierung aktualisiert, auf die Qualifikationsanforderungen der Industrie 4.0 angepasst sowie durch optionale Zusatzqualifikationen ergänzt.

Präsentationsfolien über die Modernisierung der M+E-Berufe

Die modernisierten Ausbildungsordnungen der M+E-Berufe enthalten künftig folgende wichtige Neuerungen:

  • Erweiterung des Ausbildungsprogramms um die Themen „Digitalisierung der Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit“. Diese Inhalte vermitteln die Unternehmen künftig in allen novellierten M+E-Berufen. Die M+E-Sozialpartner liefern damit auch eine Vorlage für die duale Ausbildung insgesamt: Wenn diese Inhalte zur Digitalisierung als Standard für alle dualen Berufe aufgenommen werden, lassen sich die Berufe mit Blick auf die Anforderungen der Digitalisierung zukunftsfest machen.
  • Aktualisierung der betrieblichen Ausbildungsinhalte und der schulischen Lerninhalte, damit Betriebe und Berufsschulen im bewährten Zusammenspiel diejenigen Qualifikationen vermitteln können, die für die Anforderungen von Industrie-4.0-Prozessen wichtig sind.
  • Optionale Zusatzqualifikationen zu Themen der Digitalisierung als Optionen für die Betriebe und ihre Auszubildenden. Dabei geht es zum Beispiel um digitale Vernetzung, Prozess- und Systemintegration, IT-Sicherheit oder um Additive Fertigungsverfahren (3-D-Druck). Mit insgesamt sieben optionalen Zusatzqualifikationen werden die zentralen Qualifizierungsschwerpunkte für Industrie 4.0 in den Bereichen Metall, Elektro und Mechatronik abgebildet.

Änderungsverordnung Elektroberufe

Änderungsverordnung Metallberufe

Änderungsverordnung Mechatroniker(in)

 

Tipps und Hilfestellung zur Umsetzung

IHK-Leitfaden

Angepasste Rahmenlehrpläne der KMK für die Berufsschulen

Umsetzungshilfen des BIBB (aktuell noch in Bearbeitung)

Die Änderungsverordnungen der industriellen Metall- und Elektroberufe sowie des Mechatronikers/der Mechatronikerin wurden am 13. Juni 2018, im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Damit treten die Berufe wie geplant zum 1. August 2018 in Kraft.

Mit ihrem „Agilen Verfahren“ zeigen die verantwortlichen Sozialpartner und Ministerien, dass das System der dualen Berufsausbildung in Deutschland mit seinen dynamischen und gestaltungsoffen angelegten Berufsstrukturen in der Lage ist, sehr schnell auf die Herausforderungen und Veränderungsgeschwindigkeiten im Zusammenhang mit Industrie 4.0 und Digitalisierung zu reagieren.

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