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10.08.2026

Roboter für alle

Das Frankfurter Start-up Telekinesis macht die Automatisierungmit Robotern auch für kleine und mittlere Unternehmen wirtschaftlich.

Einen Schritt weiter

Roboter für alle - Telekinesis

Das Frankfurter Start-up Telekinesis macht die Automatisierung mit Robotern auch für kleine und mittlere Unternehmen wirtschaftlich.

Deutschland ist ein Land des Mittelstands, doch Fachkräftemangel und Kostendruck belasten die Unternehmen. Roboter könnten Abhilfe schaffen, aber ihr Einsatz in KMU scheitert oft an der Software. „Klassische Industrieroboter verfügen über keine eigene Intelligenz. Jeder Bewegungsschritt muss aufwändig programmiert werden“, erklärt Suman Pal, der Telekinesis gemeinsam mit Arjun Vir Datta gegründet hat. Für die Fertigung in der Autoindustrie ist dieser Ansatz akzeptabel, weil große Stückzahlen immer gleicher Komponenten gefertigt werden. Für den Mittelstand mit kleinen Losgrößen und häufig wechselnden Produkten („High Mix, Low Volume“) ist der Programmieraufwand aber schlicht zu hoch.

Eine Lösung liefert Telekinesis, das als Spin-off aus der renommierten Forschungsgruppe von Professor Jan Peters an der TU Darmstadt entstanden ist. Das Unternehmen mit zehn Mitarbeitern entwickelt eine Art „ChatGPT für Roboter“: Statt Code zu schreiben, kommuniziert der Anwender in natürlicher Sprache mit der Maschine. Befehle wie „Greif das Bauteil und leg es in die CNC-Maschine“ werden von der KI verstanden und dank Kamerasystemen autonom umgesetzt. Die Software nutzt dafür visuelle Sprachmodelle, die maschinelles Sehen und Sprachverarbeitung kombinieren, und eine Bibliothek von „atomaren Bewegungen“ – also grundlegende Fähigkeiten wie Greifen, Bewegen oder Fügen. Der Roboter plant auf dieser Grundlage seinen Weg selbstständig und passt sich an, wenn ein Bauteil beispielsweise leicht verrutscht liegt. Ein Pilotprojekt automatisiert das hochkomplexe Löten von hauchdünnen Drähten – eine Aufgabe, an der die klassische Automatisierung bisher scheiterte, weil sie keine Varianz toleriert. 

Das Geschäftsmodell von Telekinesis ist rein softwarebasiert und hardwareunabhängig. Die neue Art der Programmierung eignet sich sowohl für klassische Industrie- als auch für humanoide Roboter. „Wir wollen unsere Lösung an die großen Roboterhersteller lizenzieren“, blickt Suman Pal in die Zukunft. „Unser Ziel ist es, Roboter so flexibel wie menschliche Arbeiter zu machen und damit die Automatisierung zu demokratisieren.“

 

Text Christian Buck | Bild Telekinesis

 

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 2026 am 13. April 2026 erschienen.

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