Presse

26.06.2019

ZVEI: Gebäudeenergiegesetz (GEG) muss ambitionierter gestaltet werden

39/2019

Um die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen, muss insbesondere der Energieverbrauch im Gebäudesektor gesenkt werden. Dies ist durch den Einsatz energieeffizienter Technologien und moderner Gebäudeautomation möglich. „Der ZVEI befürwortet den Ansatz der Bundesregierung, bisher separate Vorschriften in einem neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG) zusammenzuführen. Jedoch muss es deutlich ambitionierter gestaltet werden, als es der vorliegende Entwurf erwarten lässt“, so Anke Hüneburg, Bereichsleiterin Energie im ZVEI. In Teilen lägen die Anforderungen unter der europäischen Gebäudeeffizienzrichtlinie von 2016. Dabei können aus einem anspruchsvollen GEG nicht nur positive Effekte für die Umwelt entstehen, sondern auch Planungs- und Investitionssicherheit für Bauherren, Planer und Hersteller. 

Heizung, Lüftung, Warmwasser und Beleuchtung verbrauchen gerade in Nichtwohngebäuden einen Großteil der Energie. Die Praxis zeigt, dass das Verhalten der Nutzer einen maßgeblichen Einfluss auf den Energieverbrauch hat. Der Einsatz von intelligenten Technologien in ganzheitlich geplanten Gebäuden sollte gefördert werden, da sie  zusätzliche Einsparungen möglich machen. 

Großes Potenzial liegt darüber hinaus in der Sektorkopplung. Hierfür müssen unter anderem GEG und Messstellenbetriebsgesetz harmonisiert werden. Ein wichtiger Schritt ist durch die vorgesehene Interoperabilität der Zähler und deren Anbindung an Smart-Meter-Gateways getan. „Es ist unerlässlich, die Vorteile der Digitalisierung zu nutzen. Daten, die im Gebäude erhoben werden, ermöglichen es, den Energieverbrauch und auch wie das Zusammenspiel mit dem Smart Grid zu optimieren. Das muss im Gesetz von Anfang an mitgedacht werden“, so Hüneburg weiter.

Grundvoraussetzung ist laut ZVEI allerdings, dass die in vielen Teilen veralteten Elektroinstallationen in Bestandsgebäuden überprüft und erneuert werden. Gebäude sind infrastruktureller Bestandteil des Energiesystems der Zukunft, zum Beispiel wenn es um die Elektrifizierung des Verkehrssektors geht: „Zuleitungen für Ladesäulen sollten verpflichtend werden, denn Elektrofahrzeuge werden überwiegend Zuhause oder am Arbeitsplatz geladen – also in oder an Gebäuden. Außerdem muss die Elektroinstallation zukunftsorientiert sein. Für Smart-Home-Lösungen, aber auch für ein selbstbestimmtes Leben im Alter braucht es intelligente Gebäude- und Kommunikationstechnik“, erklärt Hüneburg.