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31.08.2026
Gebäudetyp E: Weniger Steckdosen sparen kaum Baukosten
Bauen muss einfacher und bezahlbarer werden. Genau hier setzt die Gesetzesinitiative des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) zum Gebäudetyp E an. Doch lohnt es sich, dafür bei der Elektroinstallation zu sparen? Der ZVEI hat nachgerechnet. Das Ergebnis: Selbst deutliche Einschnitte bei der Ausstattung haben nur einen geringen Effekt auf die gesamten Baukosten – können im Alltag aber spürbare Folgen haben.

ZVEI und ZVEH unterstützen grundsätzlich das Ziel, schneller und kostengünstiger zu bauen. Gleichzeitig sollte genau hingeschaut werden, wo Einsparungen sinnvoll sind. Denn was beim Bau zunächst Kosten spart, kann später aufwendige Nachrüstungen notwendig machen oder die Nutzung eines Gebäudes einschränken. Deshalb sprechen sich die Verbände dafür aus, bei der Elektroinstallation die Kosten über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes in den Blick zu nehmen.
Der ZVEI hat nachgerechnet
Was bringt eine deutlich reduzierte Elektroausstattung tatsächlich für die Baukosten? Dafür hat der ZVEI die Zahl der Steckdosen gegenüber der DIN 18015-2 um 50 Prozent reduziert. Zusätzlich wurde in der Berechnung auf Datenleitungen, Datendosen und Antennendosen verzichtet.
Auf Basis von Zahlen des ZVEH wurde anschließend ermittelt, wie sich diese Einschnitte zum einen auf die Kosten der Elektroinstallation und zum andere auf die des gesamten Gebäudes auswirken.
Das Ergebnis: Bei der Elektroinstallation lassen sich rund 14 Prozent beim Einfamilienhaus und 15 Prozent beim Mehrfamilienhaus einsparen. Die Elektroinstallation macht jedoch nur etwa vier bis fünf Prozent der gesamten Baukosten aus. Das bedeutet, dass die Ersparnisse bezogen auf die gesamten Gebäudekosten deutlich geringer sind. Bei einem Einfamilienhaus liegt das Einsparpotenzial lediglich bei 0,5 bis 0,7 Prozent, beim Mehrfamilienhaus bei 0,8 bis 1,1 Prozent.
Die Zahlen zeigen: Selbst drastische Einschnitte bei der Elektroausstattung bringen bei den Gesamtbaukosten kaum Entlastung. Dafür wird an einer Infrastruktur gespart, die über Jahrzehnte Sicherheit, Gebrauchstauglichkeit und Zukunftsfähigkeit des Gebäudes gewährleisten soll.
Was fehlt, wird im Alltag ersetzt
Weniger Steckdosen bedeuten nicht automatisch weniger elektrische Geräte. Fehlen Anschlüsse, wird der Bedarf häufig durch Mehrfachsteckdosen ausgeglichen; Untersuchungen des VDE Prüf- und Zertifizierungsinstituts zeigen jedoch, dass insbesondere bei untersuchten Produkten ohne anerkannte Sicherheitszertifizierung erhebliche Sicherheitsmängel auftreten können - von einer nicht angeschlossenen Schutzerdung bis zu unzureichenden Sicherheitsabständen und fehlerhaften Leitern. Mögliche Folgen sind Brand- und Stromschlaggefahren.
Damit ist die Zahl der Steckdosen mehr als eine Komfortfrage. Es geht auch darum, wie sicher und gebrauchstauglich eine Wohnung im Alltag bleibt.
Sparsam bauen – aber nicht auf Kosten der Elektroinstallation
Der Gebäudetyp E bietet die Chance, Bauen einfacher und wirtschaftlicher zu machen. Entscheidend ist aber, dort anzusetzen, wo tatsächlich relevante Einsparungen möglich sind. Die Elektroinstallation gehört in dem geplanten Umfang nicht dazu: Den sehr begrenzten Einsparungen bei den Gesamtbaukosten stehen deutliche Nachteile für Nutzung, Sicherheit Gebrauchstauglichkeit und Zukunftsfähigkeit gegenüber.