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17.03.2017

Der Weg in die Praxis: Wie kann individualisierte Versorgung umgesetzt werden?

Am 8. März 2017 haben Peter Adorjan (SAP Health Innovation Hub), Sebastian Semler (TMF e.V.) und Dr. Michael Meyer (stellv. Vorsitzender ZVEI-Fachverband Elektromedizinische Technik) diskutiert, welche praktischen Schritte notwendig sind, um eine personalisierte Versorgung zu verwirklichen.

Eindrücke von der Veranstaltung

Die Entwicklung bei der Krebsbekämpfung zeigt exemplarisch für andere Bereiche der Medizin, wie die Auswertung von Daten eine personalisierte Versorgung möglich macht. Am 8. März 2017 haben Peter Adorjan (SAP Health Innovation Hub), Sebastian Semler (TMF e.V.) und Dr. Michael Meyer (stellv. Vorsitzender ZVEI-Fachverband Elektromedizinische Technik) diskutiert, welche praktischen Schritte notwendig sind, um eine personalisierte Versorgung zu verwirklichen.

Big Data bietet eine große Chance für die Gesundheitswirtschaft – darin waren sich die Teilnehmer einig. „Die Auswertung großer Datenmengen macht eine auf jeden Einzelnen zugeschnittene Medizin möglich“, so Peter Adorján. Eine besondere Herausforderung stelle jedoch die Qualität und Vergleichbarkeit der Daten dar. Unterschiede in der Arbeitsweise verschiedener Krankenhäuser machten eine aufwändige Integration dieser Daten erforderlich. Denn eine sinnvolle Analyse könne erst erfolgen, wenn ein gewisses Niveau der Vergleichbarkeit gegeben sei. Voraussetzung sei außerdem eine klar formulierte Fragestellung für die Analyse, zum Beispiel die Wirksamkeit eines Medikamentes in Verbindung mit bestimmten Biomarkern bei den Patienten. Die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen werde auch durch Big Data nicht möglich.

Daten können nur dann analysiert werden, wenn die Patienten dem zugestimmt haben. Aus Sicht der Podiumsteilnehmer muss deshalb für ein stärkeres Bewusstsein in der Bevölkerung dafür, wie die eigenen Daten im Rahmen der Forschung genutzt werden dürfen, geworben werden. Eine bewusste Einwilligung setzte dabei ausreichend Informationen voraus. Diese Informationen seien aber für bisher unbekannte Fragestellungen in der Zukunft nicht gegeben. Hier bestünde also ggf. die Situation, dass in eine Verwendung eingewilligt werde, die zum Zeitpunkt der Entscheidung für die Bereitstellung der Daten noch nicht bekannt ist. Die Möglichkeit, die eigenen Daten für die Forschung grundsätzlich zu spenden oder eine „opt out“-Regelung könnten hier helfen. Grundsätzlich gelte: „Die Diskussion zur Umsetzung ist entscheidend“, wie Sebastian Semler herausstellte.

In der Diskussion wurde deutlich, dass es durch die Auswertung von großen Datenmengen möglich ist, eine bessere, personalisierte Medizin zu erreichen. Diese ergänze die ärztliche Leistung, ersetze sie jedoch nicht. „Ärztliche Leistung wird niemals komplett durch Algorithmen ersetzt werden", betont auch Dr. Michael Meyer. Die hohen Anforderungen an die Datenauswertung sind heute aber noch nicht ohne weiteres zu erfüllen. Mit dem „Grünbuch Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft“ will der ZVEI eine Plattform bieten, diese und andere Fragen zu diskutieren und zu beantworten.

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