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09.04.2018

Industrie 4.0: „Wir haben viel erreicht und noch mehr vor.“

Prof. Dr. Dieter Wegener im Kurzinterview zum Thema Industrie 4.0.

Prof. Dr. Dieter Wegener, Sprecher ZVEI-Führungskreis Industrie 4.0

Prof. Wegener, der Begriff „Industrie 4.0“ ist seit einigen Jahren in aller Munde. Die Hannover Messe, die in diesem Jahr Ende April stattfindet, nutzt das Thema auch 2018 als Zugpferd. Bereits Ende 2013 wurde im ZVEI der Führungskreis Industrie 4.0 ins Leben gerufen, um das Thema voranzutreiben. Was genau steckt dahinter?

Industrie 4.0 steht für die vollständige Digitalisierung und Integration der industriellen Wertschöpfungskette. Daran arbeiten wir im ZVEI-Führungskreis Industrie 4.0. Seit über vier Jahren erschaffen wir dort wegweisende Konzepte für die Digitalisierung der Produktion. Gemeinsam haben wir unter anderem das Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0 (RAMI 4.0) und die Industrie 4.0-Komponente entwickelt – Modelle, die heute national und international als Meilensteine der Digitalisierung der Produktion bekannt sind und Anwendung finden.

Wie genau wirkt sich ihre Arbeit auf die Unternehmen der Elektroindustrie aus?

Mit unserer Arbeit erleichtern wir den Unternehmen der deutschen Industrie insgesamt den Einstieg in die Digitalökonomie. Es geht dabei einerseits darum, die Rahmenbedingungen für die Interoperabilität der Geräte – das ist die Fähigkeit, unterschiedliche Systeme möglichst nahtlos miteinander zu vernetzen – in der Fertigung, dem sogenannten Shop Floor, zu schaffen. Zum anderen geht es um die Verbindung von Shop Floor mit Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), der sogenannten Office-Ebene. Diese Verbindung von IKT mit Automatisierungstechnik ermöglicht immer höhere Grade der Vernetzung – in und zwischen Produktionsanlagen, vom Lieferanten bis hin zum Kunden. Damit einher geht die Digitalisierung des Produkt- und Service-Angebots. So lässt sich das Internet der Dinge und Dienste verwirklichen und datenbasierte Geschäftsmodelle einfacher und effizienter realisieren. 

Alle bisherigen Arbeitsergebnisse des ZVEI-Führungskreises sind im Verband, der Plattform Industrie 4.0 und in Teilen auch international publiziert und im Wesentlichen akzeptiert. Unsere erfolgreiche Arbeit schreiben wir jetzt mit der 3i-Strategie des Führungskreises fort. In dieser Strategie haben wir unsere Ziele bis ins Jahr 2020 festgelegt.

Was genau umfasst die 3i-Strategie?

Die Strategie umfasst die drei Ziele Implementierung, Internationalisierung und Berücksichtigung innovationspolitischer Ziele.

Was heißt das im Detail?

Unter Implementierung verstehen wir das gemeinsame Umsetzen unserer bisherigen Arbeitsergebnisse mit unseren Partnern aus den Anwenderindustrien, der IKT-Branche und ihren Verbänden VDMA und Bitkom. 

Internationalisierung bedeutet, dass wir unsere Arbeit an Industrie 4.0 weltweit noch bekannter machen. Und zwar gemeinsam mit der Plattform, dem Labs Network und dem Standardisation Council Industrie 4.0. 

Erfreulich ist, dass sich im vergangenen Jahr auch in anderen Ländern Industrie-4.0-Initiativen gebildet haben, die sich am Vorbild Plattform Industrie 4.0 orientieren. In Europa ist die enge Zusammenarbeit zwischen den europäischen Initiativen Industrie du Futur (Frankreich), Piano Industria 4.0 (Italien) und der deutschen Plattform ist ein wegweisendes Beispiel. Ziel ist, die Digitalisierung der Industrie in Europa gemeinsam voranzutreiben. Denn dafür brauchen wir unternehmens-, branchen- und grenzübergreifenden Einsatz.

Innovationspolitische Ziele der Elektroindustrie für Industrie 4.0 formulieren wir im Hinblick auf den digitalen Wandel in Normung und Datenökonomie, bei Cybersicherheit und bildungspolitischen Themen. 

Wir haben viel vor: Bis ins Jahr 2020 wollen wir alle drei Ziele erreichen.

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