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27.01.2020

Förderprogramme der Deutschen Entwicklungsgesellschaft DEG, Köln

Die Deutsche Investitions- und Entwicklungshilfegesellschaft mBh (DEG) ist ein Unternehmen der KfW-Bankengruppe. Während die KfW Entwicklungsbank Vorhaben der staatlichen Zusammenarbeit umsetzt, ist es Aufgabe der DEG, private unternehmerische Initiativen in Entwicklungs- und Reformländern zu fördern. Die DEG will damit zu einem nachhaltigen Wachstum und zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen vor Ort beitragen. Dazu stellt sie privaten Unternehmen langfristiges kapital für Investitionen in den Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zur verfügung.

Ägyptens Hauptstadt Kairo und der Nil, gesehen vom Cairo-Tower auf Gezira.
Ägyptens Hauptstadt Kairo und der Nil, gesehen vom Cairo-Tower auf Gezira.

Die DEG investiert in rentable, entwicklungswirksame Projekte in allen Wirtschaftssektoren: von der Agrarwirtschaft über die verarbeitende Industrie und den Dienstleistungssektor bis zur Infrastruktur. Ein weiterer Schwerpunkt sind Investitionen in lokale Finanzmärkte, um vor Ort einen verlässlichen Zugang zu Kapital zu ermöglichen.

1. develoPPP.de – Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft

Will ein europäisches Unternehmen ein entwicklungswirksames Projekt wie etwa ein Pilotvorhaben oder Umwelt- oder Qualifizierungsmaßnahmen realisieren, kann dies über das BMZ-Programm develoPPP.de kofinanziert werden. Dazu finden vier Mal pro Jahr Ideenwettbewerbe statt, bei denen Unternehmen ihre Vorschläge einreichen können. 

Die wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens müssen die Finanzierbarkeit des Projektes gewährleisten und seine Nachhaltigkeit sicherstellen.

Entsprechend muss das Unternehmen: 

  • mindestens eine Million Euro Jahresumsatz haben
  • mindestens zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen
  • mindestens drei erfolgreiche operative Geschäftsjahre vorweisen

Vorgeschlagene Projekte müssen den entwicklungspolitischen Zielvorgaben der Bundesregierung folgen, wie z. B. Förderung einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung, Stärkung von Menschrechts-, Sozial- und Umweltstandards, Ausbildung, Ernährungssicherung.

Aus dem Programm develoPPP.de trägt die DEG bis zu 50 % der Projektkosten, jedoch max. 200.000 €. Das Unternehmen trägt mindestens die Hälfte der Gesamtkosten. Die Laufzeit eines Projektes beträgt max. drei Jahre (ab Vertragsunterzeichnung).

Mit Mitteln des develoPPP-Fonds können Projekte zur Vorbereitung oder Begleitung langfristiger privatwirtschaftlicher Engagements mitfinanziert werden, wie z.B.: 

  •  Verbesserung von Arbeits- und Sozialstandards
  •  Verbesserung des Lehrangebots von
  •  Ausbildungseinrichtungen
  •  Verbesserung der Energie- und Wasserversorgung
  •  Verbesserung der Gesundheitsversorgung
  •  Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen
  •  Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen
  •  Qualifizierung von Kunden und Zulieferern
  •  (Wertschöpfungsketten)
  •  Entwicklung und Einführung entwicklungsrelevanter, neuer
  •  Produkte, Technologien und Dienstleistungen (Demonstrations-/ Pilotanlagen).

2. Up-Scaling-Programm der DEG

Will ein europäisches Unternehmen ein entwicklungswirksames Projekt wie etwa ein Pilotvorhaben oder Umwelt- oder Qualifizierungsmaßnahmen realisieren, kann dies über das BMZ-Programm develoPPP.de kofinanziert werden. Dazu finden vier Mal pro Jahr Ideenwettbewerbe statt, bei denen Unternehmen ihre Vorschläge einreichen können. 

Die Bedingungen für eine Finanzierung sind:

  • Die DEG stellt genau 500.000 EUR bereit, die im Erfolgsfall des Vorhabens zurückzuzahlen sind. (Der Erfolgsfall wird anhand von finanziellen Kennzahlen wie Umsatz, Gewinn oder Cashflow definiert).
  • Die DEG finanziert maximal 50 % des Gesamtinvestitionsvolumens. Das Gesamtinvestitionsvolumen muss daher über 1 Million EUR liegen.
  • Private Kapitalgeber müssen mindestens 25 % zusätzliches Eigenkapital zur Finanzierung beitragen.
  • Es fallen keine Zinsen an. Die Laufzeit beträgt bis zu fünf Jahre. Die DEG erhebt eine einmalige Monitoring Gebühr in Höhe von 20.000 EUR.
  • Die Mittelverwendung ist vorzugsweise für die Finanzierung von Investitionen im Anlagevermögen, in begrenztem Umfang auch zur Finanzierung von Working Capital möglich.

Antragssteller von Up-Scaling Kofinanzierungen müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Dem Investitionsvorhaben liegt ein innovatives Geschäftsmodell mit positiven Entwicklungseffekten zugrunde.
  • Eine Pilotphase, in der die Technologie und das Geschäftsmodell lokal erprobt worden sind, wurde erfolgreich abgeschlossen („Proof of Concept“). Erste Kunden existieren und es wurden bereits Produkte/Dienstleistungen verkauft.
  • Das geplante Investitionsvorhaben erzeugt genügend Cash-Flow, um die Up-Scaling Mittel innerhalb von 5 Jahren zurückzuzahlen (dargestellt durch einen umfangreichen Business Plan und detaillierte Wirtschaftlichkeitsrechnungen).
  • Das Unternehmen geht von der Erreichung des Break-Even spätestens 2 Jahre nach der Up-Scaling Investition aus.
  • Das Unternehmen kann mindestens einen (vorzugsweise testierten) Jahresabschluss vorweisen. 
  • Das Unternehmen hat aufgrund von Marktgröße und Zielgruppe ein hohes Wachstumspotenzial. 
  • Das Unternehmen hat das notwendige Know-how sowie die Management- und Personalkapazitäten, um sein Geschäft substantiell auszubauen.

3. Klimapartnerschaften mit der Wirtschaft

„Klimapartnerschaften mit der Wirtschaft“ ist ein Programm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit in Zusammenarbeit mit der DEG, das mit Mitteln der Internationalen Klimaschutzinitiative durchgeführt wird. Im Fokus des Programms steht, Unternehmen bei der Entwicklung von Geschäftsfeldern im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Entwicklungs- und Schwellenländern zu unterstützen.

Das Programm fördert Projekte, die 

  •  die Einführung klimafreundlicher Technologien unterstützen,
  •  bewährte Technologien zur Treibhausminderung an spezifische Bedingungen in den Zielländern    anpassen,
  •  die Anwendung innovativer Technologien demonstrieren,
  •  strukturbildend im Bereich der Nutzung klimafreundlicher Energien wirken,
  •  nicht gesetzlich vorgeschrieben sind,
  •  ohne öffentlichen Beitrag nicht realisiert werden können,
  •  noch nicht begonnen worden sind.

Für die „Klimapartnerschaften mit der Wirtschaft“ qualifizieren sich europäische Unternehmen, auch in Kooperation mit lokalen Unternehmen. Um die Nachhaltigkeit des Vorhabens sicherzustellen, müssen die wirtschaftlichen Verhältnisse des antragstellenden Unternehmens die Finanzierbarkeit des Projektes gewährleisten.

4. Machbarkeitsstudien

Die DEG finanziert aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) auch die Vorbereitung entwicklungspolitisch sinnvoller Investitionen der Privatwirtschaft zur Einführung neuer Technologien, Verfahren und Dienstleistungen in Entwicklungs- und Schwellenländern mit. Für die jeweilige Machbarkeitsstudie trägt die DEG maximal 50 % der Kosten bis zur Höchstgrenze von € 200.000. Die maximale Laufzeit einer Machbarkeitsstudie beträgt 12 Monate. Die Auszahlung erfolgt gemäß Leistungserbringung in zwei Tranchen:
Die erste Auszahlung erfolgt anteilig zu Beginn der Leistungserbringung,
Die zweite Auszahlung erfolgt anteilig nach Fertigstellung der Machbarkeitsstudie. 

Mitfinanziert werden mit diesen Mitteln: 

  • Machbarkeitsstudien zur Vorbereitung konkreter privatwirtschaftlicher Investitionsvorhaben, insbesondere auch mit den Schwerpunkten Einführung und Flankierung neuer Technologien, oder Unterstützung bei der Anpassung neuer Technologien, Verfahren und Dienstleistungen zum Einsatz in Entwicklungsländern. Beispielsweise können dies Rechtsgutachten, Marktanalysen oder Untersuchungen zu Beschaffung oder Logistik sein.
  • Vorschlagsberechtigt sind privatwirtschaftliche Vorhaben in Entwicklungs- und Schwellenländern.

 Wesentliche Voraussetzungen für die Unterstützung einer Machbarkeitsstudie sind:

  • Das mit der Machbarkeitsstudie zu untersuchende privatwirtschaftliche Investitionsvorhaben ist entwicklungspolitisch sinnvoll und passt sich in die Gesamtkonzeption der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit dem betreffenden Land ein.
  • Der Gegenstand der Machbarkeitsstudie muss die Vorbereitung einer Investition des vorschlagenden Unternehmens sein, welche eine plausible Aussicht auf Durchführbarkeit und Rentabilität hat (mikroökonomischer Bezug).
  • Die Höhe der Machbarkeitsstudienkosten steht in einer vertretbaren Relation zum geplanten privaten Engagement.

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