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09.10.2013

"Konfliktrohstoffe" im Visier des Gesetzgebers

Die Bedeutung von Transparenzinitiativen im Rohstoffsektor wächst stetig. Nach der Regulierung des Handels mit Rohdiamanten durch das Kimberley-Abkommen geraten nun „Konfliktrohstoffe“ in das Visier der Gesetzgeber.

Die Europäische Union plant gesetzliche Vorgaben für Herkunftsnachweise von Rohstoffen.
© claffra - Fotolia.com
Die Europäische Union plant gesetzliche Vorgaben für Herkunftsnachweise von Rohstoffen.

Nach einem US-amerikanischen Erlass (Dodd-Frank Act) sind bereits jetzt börsennotierte Unternehmen dazu verpflichtet, für die Rohstoffe Tantal, Gold, Wolfram und Zinn Herkunftsnachweise zu führen und weitreichende Prüfungspflichten für Lieferanten und Stoffströme zu erfüllen. Nun plant auch die Europäische Kommission gesetzliche Vorgaben.

Was sind "Konfliktrohstoffe"?

Rohstoffe sind an sich wert- und damit auch konfliktneutral. Allerdings besteht in einigen Abbaugebieten der Welt aufgrund innerstaatlicher Krisen das Risiko der Finanzierung bewaffneter Konflikte mittels der Erlöse aus Rohstoffverkäufen. Ein solches Beispiel ist die Demokratische Republik Kongo sowie die Anrainerstaaten in der afrikanischen Region der Großen Seen. Daher beschränkt sich der Dodd-Frank Act auch auf diese Region.

Ziele & Probleme der Offenlegung und Zertifizierung globaler Lieferketten

Das Ziel der bestehenden Transparenzinitiativen ist eine Offenlegung der globalen Lieferketten, um sicherzustellen, dass im Endprodukt keine "Konfliktrohstoffe" enthalten sind. Eine solche produktbezogene Offenlegung und Absicherung der Lieferkette vom Rohstoff bis zum Endprodukt ist für die Unternehmen kaum realisierbar und zieht einen hohen administrativen Aufwand sowie hohe Kosten nach sich. Eine Absicherung der Lieferkette anhand von Zertifikaten erzeugt Dokumente, die aufgrund der Komplexität globaler Lieferketten nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden können. Zudem besteht die Gefahr eines Boykotts der betroffenen Region, wodurch Konflikte noch verschärft werden können.

Daher lehnt der ZVEI eine produktbezogene Zertifizierung ab und schlägt stattdessen vor, sich auf die Schmelzbetriebe als „Bottleneck" innerhalb der Lieferkette zu konzentrieren. Diesen Standpunkt hat der ZVEI in die öffentliche Diskussion eingebracht und zahlreichen Zuspruch erhalten. Wichtig ist nun, dass die EU-Kommission den Mut findet, einen eigenen europäischen Ansatz zu verfolgen, anstatt sich einfach nur den US-Vorgaben anzuschließen.

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