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24.03.2020

Marokko will zum wichtigsten Digitalhub im französischsprachigen Afrika werden

In Marokko steht das Thema Digitalisierung schon seit längerer Zeit auf der politischen Agenda. Im Juli 2016 hat die Regierung die aktuelle Strategie mit dem Namen Maroc Digital 2020 ins Leben gerufen. Die aktuelle Strategie soll erstens die Digitalisierung der Wirtschaft voranbringen, zweitens Marokko als regionalen Digitalhub ausbauen und drittens die entsprechenden Rahmenbedingungen im Land verbessern.

Mit der Strategie Maroc Digital 2020 werden die drei wesentlichen Ziele gefördert:

 

1. Unterstützung der marokkanischen Wirtschaft beim Ausbau digitaler Kompetenzen.
2. Stärkung digitaler Kompetenzen im Business Process Outsourcing für europäische Kunden.
3. Ausbau der IKT-Infrastruktur durch Fortschritte im Bildungssystem, im Bereich Informationstechnologien und durch die Anpassung gesetzlicher und administrativer Rahmenbedingungen

 

Die Strategie Maroc Digital 2020 nennt auch konkrete Ergebnisse, die bis Ende 2020 erzielt werden sollen. Zum einen soll die digitale Kluft schrumpfen, zum anderen sollen mindestens 50 Prozent der Verwaltungsverfahren digitalisiert sowie mindestens 20 Prozent der marokkanischen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an das Internet angeschlossen werden. Darüber hinaus erwartet die Regierung ein jährliches Wachstum von 5 bis 10 Prozent im Bereich Offshoring von IKT-Dienstleistungen.

 

Marokko soll zudem der wichtigste Digitalhub im frankophonen Afrika und der zweitwichtigste Digitalhub auf dem Kontinent nach Südafrika werden. Dazu dient auch die geplante Verdopplung der ausgebildeten IT-Spezialisten auf 30.000 pro Jahr.

 

Eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Strategie Maroc Digital 2020 kommt der neu gegründeten Digitalagentur ADD - Agence de développement du digital zu. Sie soll unter anderem mit den Behörden technische Normen für digitale Produkte und Dienstleistungen festlegen und deren Anwendung überwachen. Konkret ist bereits die Förderung von Start-ups. Mit Mitteln des Maroc Numeric Fonds, eines öffentlich-privaten Wagniskapitalfonds, sollen marokkanische Start-ups aus dem IKT-Sektor unterstützt werden.

 

Zwar hat auch Marokkos mobile Telekommunikationsinfrastruktur noch Luft nach oben, im regionalen Vergleich aber schneidet das Land in dieser Kategorie gut ab. Im Mobile Connectivity Index 2018 des internationalen Telekommunikationsverbandes GSMA erzielt Marokko 58 von 100 Punkten. Damit gehört Marokko laut Index zu den fünf Ländern in der MENA-Region, die sich im Jahresvergleich am stärksten verbessert haben.

 

Beim Mobilfunkstandard 5G steht auch Marokko in den Startlöchern. So hat der Mobilfunkbetreiber Inwi im März 2019 angekündigt, dass Kunden die neue Technologie in Kürze testen können. Partner ist hier der Netzwerkausrüster Huawei.

 

Ein wichtiger Standort ist Marokko bereits im IT-Offshoring, insbesondere für europäische Kunden. Das Lohnniveau, ein politisch stabiles Umfeld und Fördermittel sprechen für den Standort.

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