03.05.2021

Aktuelle Kennzahlen aus dem Bereich Konjunktur und Analysen

Die Auftragseingänge in der deutschen Elektroindustrie haben im Februar 2021 zweistellig zulegen können. Insgesamt übertrafen sie ihr Vorjahresniveau um 12,7 Prozent. Aus dem Inland gingen 7,3 Prozent mehr Bestellungen ein als vor einem Jahr. Das Auftragsplus aus dem Ausland lag um ganze zehn Prozentpunkte höher (+17,4%). Hier erhöhten sich insbesondere die Bestellungen von Kunden außerhalb des Euroraums kräftig, und zwar um 21,7 Prozent. Die Geschäftspartner aus der Eurozone orderten im Februar 10,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.

In den zusammengenommenen ersten beiden Monaten 2021 nahmen die Auftragseingänge um 7,2 Prozent gegenüber Vorjahr zu. Wiederum stiegen die Auslandsbestellungen (+10,4%) deutlich stärker als die Inlandsorders (+3,2%). Aus dem Euroraum gingen von Januar bis Februar 4,8 Prozent mehr neue Aufträge ein als im gleichen Vorjahreszeitraum. Die Orders aus Drittländern wuchsen hier um 13,7 Prozent.
 

Die reale, also preisbereinigte Produktion der Elektroindustrie ist im Februar 2021 um 2,9 Prozent gegenüber Vorjahr gestiegen. Kumuliert von Januar bis Februar lief allerdings noch ein Minus von 1,6 Prozent – wiederum im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum – auf.

In der jüngsten ZVEI-Umfrage von März 2021 gaben 80 Prozent der Firmen an, Probleme bei der Beschaffung von Vorleistungen zu haben, die Hälfte davon erhebliche. Vor allem elektronische Bauelemente, Kunststoffe, Stahl oder Kupfer sind betroffen. Zudem hat knapp die Hälfte mit steigenden Transportkosten zu tun, ein Fünftel mit längeren Transportzeiten und ein Zehntel mit knapper werdenden Transportkapazitäten.
 

Die nominalen Erlöse der heimischen Elektrounternehmen beliefen sich im Februar 2021 auf 15,3 Milliarden Euro, womit sie um 1,7 Prozent höher lagen als vor einem Jahr. Der Inlandsumsatz verbesserte sich kaum (+0,7% auf 7,1 Mrd. €), wohingegen der Auslandsumsatz um 2,6 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro zulegen konnte. Die Geschäfte mit der Eurozone stagnierten im Februar bei 3,0 Milliarden Euro. Die Erlöse mit Kunden aus Drittländern erhöhten sich um 4,2 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro.

In den ersten beiden Monaten 2021 lag der aggregierte Branchenumsatz mit 29,6 Milliarden Euro noch leicht unter seinem entsprechenden Vorjahreswert (-0,7%). Hier standen sich um 1,9 Prozent (auf 13,7 Mrd. €) rückläufige Inlands- und um 0,3 Prozent knapp höhere Auslandserlöse (von 15,9 Mrd. €) gegenüber. Der Umsatz mit Kunden aus dem Euroraum gab zwischen Januar und Februar um 2,0 Prozent gegenüber Vorjahr auf 5,9 Milliarden Euro nach. Mit Drittländern wurden 10,0 Milliarden Euro und damit 1,7 Prozent mehr erwirtschaftet.
 

Die Ausfuhren der deutschen Elektroindustrie sind im Februar 2021 um 2,6 Prozent gegenüber Vorjahr auf 17,2 Milliarden Euro gestiegen. Trotz des jüngsten Zuwachses gaben die Branchenexporte in den zusammengenommenen ersten beiden Monaten des Jahres allerdings leicht um 1,2 Prozent gegenüber dem vergleichbaren 2020er Wert nach und kamen hier auf 34,1 Milliarden Euro.

Auf der Importseite fiel der Anstieg im Februar d.J. wesentlich stärker aus. Hier zogen die Einfuhren elektrotechnischer und elektronischer Produkte nach Deutschland um 12,7 Prozent gegenüber Vorjahr auf 15,9 Milliarden Euro an. Kumuliert von Januar bis Februar beliefen sich die Elektroeinfuhren auf 33,1 Milliarden Euro, womit sie um 6,3 Prozent höher lagen als vor einem Jahr.

Die Entwicklung der Ex- und Importe ist dabei von unterschiedlichen Basiseffekten beeinflusst. Während die Ausfuhren im Februar 2020 noch leicht wachsen konnten, gaben die Einfuhren damals schon Corona-bedingt nach.


Ihr Ansprechpartner:

Dr. Andreas Gontermann, Chefvolkswirt
Leiter Abteilung Wirtschaftspolitik, Konjunktur und Märkte
Telefon: +49 69 6302-301 ; Fax: +49 69 6302-326 ; E-Mail: wipol(at)zvei.org

 

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