25.11.2021

Aktuelle Kennzahlen aus dem Bereich Konjunktur und Analysen

Die Auftragseingänge in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie haben im September 2021 erneut zweistellig zugelegt, und zwar um 26,5 Prozent gegenüber Vorjahr. Der starke Anstieg ging diesmal vor allem auch auf Großaufträge zurück.

Die Inlandsbestellungen erhöhten sich im September um 28,7 Prozent. Aus dem Ausland gingen 24,9 Prozent mehr neue Orders ein als vor einem Jahr. Dabei nahmen die Aufträge von Kunden aus dem Euroraum um 16,1 Prozent und die von Geschäftspartnern aus Drittländern um 29,6 Prozent zu.

Für den Gesamtzeitraum von Januar bis September d.J. steht damit ein Bestellplus von 26,3 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum in den Büchern. Die Bestellungen lagen auch knapp 17 Prozent höher als 2019.

Die In- und Auslandsorders wuchsen in den ersten neun Monaten 2021 um 21,3 bzw. 30,6 Prozent gegenüber Vorjahr (Eurozone +28,9%, Drittländer +31,4%).

Bei der (preisbereinigten) Produktion elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse fiel das Wachstum im September moderater aus als in den Monaten zuvor. Sie nahm um 7,0 Prozent gegenüber Vorjahr zu. In den ersten neun Monaten 2021 lag der Output 11,8 Prozent über Vorjahr.

Die Kapazitätsauslastung in der Branche hat sich zu Beginn des vierten Quartals 2021 auf 88,4 Prozent verringert – nachdem sie im Vorquartal mit 89,2 Prozent den höchsten Wert seit Ende 2006 erreicht hatte. Die Auftragsreichweite hat sich dagegen weiter deutlich erhöht und liegt jetzt bei allzeithohen 5,4 (Produktions-)Monaten.

Ihre Produktionspläne haben die Elektrounternehmen im Oktober deutlich abwärts revidieren müssen. Die Gründe hierfür dürften weiter angebotsseitige sein. So berichteten zuletzt nur 8 Prozent der Firmen von unzureichenden Aufträgen, aber 42 Prozent von Fachkräftemangel und 85 Prozent von Materialknappheiten und Lieferschwierigkeiten.

Mit 17,6 Milliarden Euro lag der Umsatz der heimischen Elektroindustrie im September 2021 insgesamt 6,5 Prozent über Vorjahr. Die Erlöse mit in- und ausländischen Kunden entwickelten sich dabei recht ähnlich – plus 5,9 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro bzw. plus 6,9 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro. Während der Umsatz mit Geschäftspartnern aus der Eurozone nur leicht um 0,4 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro anstieg, konnte das Geschäft mit Drittländern deutlich um 10,8 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro zulegen.

Kumuliert von Januar bis einschließlich September d.J. kamen die aggregierten Branchenerlöse auf 146,3 Milliarden Euro, womit sie um 11,3 Prozent über ihrem entsprechenden Vorjahreswert lagen.

Der Inlandsumsatz zog in den ersten neun Monaten um 9,9 Prozent gegenüber Vorjahr auf 68,1 Milliarden Euro an. Der Auslandsumsatz belief sich auf 78,2 Milliarden Euro und nahm damit um 12,5 Prozent zu. Mit Kunden aus dem Euroraum wurden 28,1 Milliarden Euro erlöst (+11,2%) und mit denen aus Drittländern 50,1 Milliarden Euro (+13,3%).

Im September 2021 kamen die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie auf 19,1 Milliarden Euro. Damit lagen sie um 6,0 Prozent höher als vor einem Jahr.

In den gesamten ersten drei Quartalen d.J. stiegen die aggregierten Branchenausfuhren um 11,5 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 165,3 Milliarden Euro. Der Zuwachs entsprach also den Steigerungsraten bei Produktion und Umsatz.

Die Einfuhren elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland beliefen sich im September auf 18,3 Milliarden Euro. Hier wurde der Wert aus dem Vorjahr um 14,0 Prozent übertroffen. Für die ersten neun Monate steht bei den Elektroimporten ein Plus von 15,8 Prozent gegenüber Vorjahr auf insgesamt 159,3 Milliarden Euro in den Büchern.
 


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