27.08.2020

Aktuelle Kennzahlen aus dem Bereich Konjunktur und Analysen

Auftragseingang

In der deutschen Elektroindustrie kam es im Juni 2020 unerwarteter Weise nur zu einem leichten Rückgang der Auftragseingänge um 1,1 Prozent gegenüber Vorjahr. Grund hierfür waren allein kräftige Zuwächse bei den inländischen Bestellungen in einigen wenigen Fachbereichen (v.a. Messtechnik und Prozessautomatisierung, Schienenfahrzeuge und Batterien). Insgesamt sind die Aufträge aus dem Inland dadurch um 33,2 Prozent gestiegen. Die Auslandsaufträge gingen mit 23,4 Prozent weniger stark zurück als noch im Vormonat. Hier gaben die Bestellungen aus der Eurozone (-1,8%) nur leicht nach, aus Drittländern verstärkte sich der Rückgang dagegen auf 32,7 Prozent. 

Produktion

Die preiseffektbereinigte Produktion der deutschen Elektroindustrie ist im Juni 2020 insgesamt 5,8 Prozent hinter dem entsprechenden Vorjahreswert zurückgeblieben. Ihre Produktionspläne haben die Elektrounternehmen im Juli kräftig aufwärts revidiert. 27 Prozent der Firmen wollen ihren Output in den nächsten drei Monaten erhöhen, 22 Prozent dagegen kürzen. Der Rest plant mit einem gleichbleibenden Produktionslevel.

Umsatz

Der Umsatz der heimischen Elektrobranche hat sein Vorjahresniveau im Juni 2020 insgesamt um 4,2 Prozent verfehlt und einen Wert von 14,8 Milliarden Euro erreicht. Er war damit der am wenigsten schlechte Monat des 2. Quartals. Die Auslandserlöse (-6,8% auf 7,7 Mrd. €) gaben deutlich stärker nach als der Inlandsumsatz (-0,9% auf 7,1 Mrd. €). Innerhalb des Auslandsgeschäfts sanken die Umsätze mit der Eurozone (-8,7% auf 2,9 Mrd. €) etwas stärker als die mit Drittländern (-5,8% auf 4,8 Mrd. €).

Außenhandel

Die Exporte der deutschen Elektroindustrie sind im Mai 2020 um 21,2 Prozent gegenüber Vorjahr auf 13,5 Milliarden Euro geschrumpft. Der Rückgang lag damit in der gleichen Größenordnung wie schon im April. Die Elektroimporte nach Deutschland lagen im Mai mit 12,9 Milliarden Euro um 14,1 Prozent unter Vorjahr. 


Ihr Ansprechpartner:

Dr. Andreas Gontermann, Chefvolkswirt
Leiter Abteilung Wirtschaftspolitik, Konjunktur und Märkte
Telefon: +49 69 6302-301 ; Fax: +49 69 6302-326 ; E-Mail: wipol(at)zvei.org

 

Weiterführende Informationen:

 Konjunktur & Analysen