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09.02.2018

ZVEI-Konjunkturprognose

Nach mehreren Jahren der Seitwärtsbewegung ist die deutsche Elektroindustrie 2017 wieder dynamisch gewachsen. Beim Umsatz konnte endlich der bisherige Rekord aus 2007 übertroffen werden. Beim Export gab es das vierte Allzeithoch in Folge, und der Beschäftigungsaufbau hat sich weiter fortgesetzt. Die preisbereinigte Produktion der Branche hat sich 2017 um knapp fünf Prozent erhöht. Gleichzeitig stiegen die nominalen Erlöse (in denen auch Dienstleistungen und Software fakturiert sind) um sieben Prozent auf 191,2 Milliarden Euro. Das waren acht Milliarden Euro mehr als im bisherigen Rekordjahr 2007.

Im Schlaglicht beschäftigt sich der ZVEI jeden Monat mit aktuellen wirtschaftspolitischen Themen.

Derweil hat sich die Beschäftigung in der heimischen Elektroindustrie im vergangenen Jahr nochmals um 21.500 auf 868.000 erhöht. Dies ist der höchste Stand seit 16 Jahren! Mit 6,6 Milliarden Euro waren die Bruttoanlageinvestitionen 2017 um zehn Prozent höher als im Vorjahr. Gleichzeitig stiegen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung um sechs Prozent auf 17,2 Milliarden Euro. Für 2018 planen die Unternehmen erneut mit mehr Investitionen, und zwar sowohl in Ausrüstungen als auch in Bauten, vor allem aber in Software, Daten und Prozesse.

Die aggregierten deutschen Elektroausfuhren (einschließlich Handelsware) sind zwischen Januar und November 2017 um zehn Prozent gegenüber Vorjahr auf 183,3 Milliarden Euro geklettert. Im kompletten letzten Jahr kamen sie schätzungsweise nahe an die 200-Milliarden-Euro-Marke heran. Ganz im Einklang mit dem breit angelegten weltwirtschaftlichen Aufschwung stand auch das Wachstum der Branchenexporte 2017 auf einem sehr breiten Fundament. China war erneut das größte Abnehmerland – vor den USA und Frankreich. Die Branchenausfuhren ins Reich der Mitte stiegen zwischen Januar und November um 18 Prozent gegenüber Vorjahr auf 17,4 Milliarden Euro. Mehr Wachstum hatte es hier zuletzt vor sieben Jahren gegeben. Die Exporte in die USA erhöhten sich im gleichen Zeitraum um sieben Prozent auf 15,8 Milliarden Euro. Frankreich fragte mit 11,5 Milliarden Euro insgesamt acht Prozent mehr Elektroprodukte aus Deutschland nach als im Jahr davor. Selbst die heimischen Elektroausfuhren nach Großbritannien sind von Januar bis November 2017 um sechseinhalb Prozent auf 9,6 Milliarden Euro gestiegen. Allerdings gab es hier in allen drei Monaten des dritten Quartals Rückgänge.

Bei den Produktionshemmnissen hat es in den zurückliegenden Monaten eine deutliche Verschiebung gegeben. Inzwischen stellt nicht mehr zu wenig Nachfrage das größte Hindernis dar, sondern wieder der Fachkräftemangel. Auch auf den Beschaffungsmärkten für Material und Rohstoffe zeigen sich vermehrt Anspannungen. Finanzierungsfragen bereiten dagegen eher keine Probleme.

An neuen Bestellungen hat die deutsche Elektroindustrie im vergangenen Jahr insgesamt zehn Prozent mehr eingesammelt. Für dieses Jahr erwartet der ZVEI ein preisbereinigtes
Produktionswachstum in der Branche von drei Prozent. Zwar ist der Ausblick günstig. Wir setzen dabei aber voraus, dass sich der synchrone Aufschwung der Weltwirtschaft weiter fortsetzt und Risiken – die etwa aus geopolitischer Unsicherheit, hohen globalen Schulden (insbesondere auch in China), nicht gelösten strukturellen Problemen im Euroraum, einer Zinswende, mehr Protektionismus, dem Brexit oder dem demografischen Wandel erwachsen – beherrschbar bleiben.

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