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05.02.2020

Erfolgreiche ZVEI-Fachtagung Elektromotoren und Transformatoren

Am 29. Januar dieses Jahres fand in Fulda mit über 250 Teilnehmern die Fachtagung Elektromotoren und Transformatoren des ZVEI-Fachverbands Electrical Winding & Insulation Systems statt. Dieses Jahr standen vor allem die Themen Energieeffizienz, Innovation und Time-to-Market im Vordergrund. Denn wettbewerbsfähig bleibt die deutsche Elektroindustrie nur dann, wenn sie schnell und erfolgreich ihr Wissen in marktfähige Produkte umsetzt.

Schnelligkeit und Effizienzwaren dementsprechend auch wichtige Aspekte in dem Impulsvortrag von Stefan Karsch, dem Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands.

„Die Elektroindustrie ist, womit der ZVEI auch offiziell in seiner Außendarstellung wirbt, eine Energieeffizienzindustrie, die durch ständige Innovationen nachhaltig zur Reduzierung von Energieverbrauch beiträgt und auch künftig noch beitragen wird“, so Karsch.

In seiner Zusammenfassung des Tagung brachte es der 2. Vorsitzender des Fachverbands, Dr. Gerd, Krämer von Elantas auf den Punkt: „Unsere Aufgaben bestehen darin, Leistungsdichten und Effizienz zu steigern, Gewichte zu reduzieren, Wärmeableitung und Isolationsfähigkeiten zu erhöhen und konstruktive Verbesserungen zu entwickeln, um den Rohstoffeinsatz zu senken und zum Beispiel mit verbesserten Prozessen bei der Wickel- und Imprägnier-Technologie dazu beizutragen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie zu erhalten.“

Über sehr vielen Vorträgen stand das Thema „Elektromobilität“. Dieser Megatrend ist für die Mitgliedsunternehmen nicht nur ein Schlagwort, unter dem Altbekanntes neu angeboten wird. Diese vergleichsweise neue Branche bietet neue Absatzmärkte, erfordert jedoch auch eine Anpassung an kürzere Zyklen-Zeiten mit neuen Herausforderungen an Material und Herstellung. So ist die Entwicklung hier bisweilen nicht nur evolutionär, sondern stellenweise revolutionär. 

 
Genau an diesem Punkt setzte die Fachtagung des ZVEI Fachverbands EWIS an:   Wettbewerbsfähigkeit durch Innovation.

Mehrere Mitgliedsfirmen präsentierten den letzten Stand der Entwicklungen bei festen, flexiblen und flüssigen Isolierstoffen. Auch zeigte man neueste Innovationen und intelligente Möglichkeiten bei der Auswahl und dem Einsatz von Elektroisoliermaterialien.

Vorträge vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Uni Stuttgart gaben einen tiefen naturwissenschaftlichen Einblick in manche Problemstellungen, die durch die Elektromobilität erst zu Tage treten. Denn die hohen Anforderungen an Energieeffizienz und Bauraum im Antriebsstrang sind extrem und übersteigen oft die im industriellen Umfeld bereits hohen Standards.

Kleiner, leichter und effizienter: Das sind die zentralen Forderungen, insbesondere aus der Elektromobilität.

Diese Forderungen führen zu einer Grenzbetrachtung. Werkstoffe aus immer höheren Wärmeklassen werden benötigt, die Gefahr von Teilentladungen ergeben sich durch die hohen Spannungsebenen und die Auswahl optimaler Werkstoffe gewinnt bei der Effizienzsteigerung zunehmend an Bedeutung.

Auf alle diese Fragen gaben die Vorträge der Mitgliedsfirmen Antworten. Ein Schwerpunkt waren die Neu- und Weiterentwicklungen von Materialien 

  • wie flexible Elektroisoliermaterialien 
  • Materialien zur Erhöhung der Wärmeleitfähigkeit im Bereich der Imprägnierung und flex Materialien 
  • Detailverbesserung, z.B. durch die Verwendung von Gleitlackdraht, der eine Beschleunigung des Wickelprozesses ermöglicht 
  • die Verwendung von effizienzoptimierenden Profildrähten mit vergleichsweise dicker Isolationsschicht für Anwendungen, in denen hohe Überspannungen auftreten können (z.B. Betrieb an einem Frequenzumrichter) 

Herr Sebastian Aumann von Isovolta spannte dabei ebenso wie Herr Dr. Ing. Christoph Herold von Von Roll den normativen Rahmen über die Produkte des Fachverbandes. Normen und die dazugehörigen Testverfahren sorgen für Sicherheit und Zuverlässigkeit in der Hochvolt-Technik. Wobei Herr Prof. Dr.-Ing. Stefan Tenbohlen von der Universität Stuttgart in seinem Vortrag berechtigt darauf hinwies, dass noch etliche normative Grundlagen zu erarbeiten sind. Insbesondere durch den Einsatz moderner elektronischer Bauelemente werden Isolationen anders belastet wie im klassischen 50/60 Hertz Netz.

Produktvorstellungen von Herrn Hannes Forster, Elantas, Dr. Andreas Levermann, Schwering &Hasse und Jens Hildenbrand, Krempel, zielten denn auch auf die erhöhten Anforderungen an moderne Elektromotoren und Transformatoren für die Energieversorgung ab: gestiegene Temperaturklassen und Einsatz von Hochleistungswerkstoffen unter Berücksichtigung der kommerziellen Anforderungen an die Kosteneffizienz.

Dass die gewählten Themen passten, bewiesen die Diskussionen im Anschluss an die Vorträge und die intensiven Gespräche in den Pausen im Rahmen einer Posterausstellung. An insgesamt 15 Ständen fand ein reger Austausch von Informationen und Fragestellungen zwischen Anbietern und Kunden statt.

Innovation und Time to Market werden neben der Digitalisierung die Schlüsselkompetenzen sein, die erfolgreiche Unternehmen im nächsten Jahrzehnt auszeichnen werden.

Wir als Fachverband EWIS wollen Sie gerne dabei unterstützen. Nutzen Sie das Know-how unserer Mitglieder. Wir decken einen weiten Teil der Value Chain vom Material- über Anlagen- bis hin zum Komponentenhersteller ab. Nur gemeinsam können wir erfolgreich sein und die Herausforderung des Marktes meistern. 

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