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06.12.2018

Neues Energielabel: Umdenken wird gefordert

Seit Mitte der neunziger Jahre gibt es bereits das EU-Energielabel. Mit der prägnanten Klasseneinteilung von A bis G und gut verständlichen Informationen über den Energieverbrauch und wichtige Gebrauchseigenschaften erleichterte es die Kaufentscheidung. Das Energielabel schrieb eine Erfolgsgeschichte. Um den technischen Fortschritt deutlich zu machen, brachte die erste große Überarbeitung in 2010 die Einführung dreier zusätzlichen Klassen, A+, A++, A+++.

Aber schon einige Jahre später ballte sich das Angebot an hocheffizienten Geräten wieder in den Topklassen und eine erneute Überarbeitung wurde notwendig. Die EU beschloss deshalb 2017 eine Grundsatzrevision. Mit der Rahmenverordnung 2017/1369 wurde festgelegt, dass alle Energielabel in den nächsten Jahren grundsätzlich überarbeitet werden sollten. 

Die Verbraucher werden dann umdenken müssen, denn mit der Überarbeitung wird es zu einer deutlichen Reskalierung der Klassen kommen. Ist heute noch meist das A+++ Maß aller Dinge, soll die Reskalierung dafür sorgen, dass zunächst die oberen ein oder zwei Klassen (dann „A“ und „B“) frei bleiben sollen. Neben der Reskalierung werden zudem zusätzliche Angaben eingeführt, zum Beispiel die Programmdauer bei Geschirrspülern und Waschmaschinen, Klasseneinteilungen für die Geräuschentwicklung und ein QR-Code, dessen Verlinkung zu weiteren Infos über das Gerät führt. 

Den Anfang mit reskalierten neuen Label machen Waschmaschinen/Waschtrockner, Kühl-/Gefriergeräte und Geschirrspüler. Im Herbst 2019 ist die Veröffentlichung der Regulierungen geplant. Mit der praktischen Einführung der neuen Label ist im Frühjahr 2021 zu rechnen. Bis 2024 sollen auch die Energielabel für Wäschetrockner, Backöfen, Dunstabzugshauben und Staubsauger revidiert werden. 

Es wird nicht ganz einfach werden, den Durchblick zu behalten. Während zum Beispiel A+++ bei den Wäschetrocknern noch die nächsten 5-6 Jahre die Topklasse bleibt, wird man diese ab 2021 bei Waschmaschinen gar nicht mehr finden. Und höchsteffiziente Geschirrspüler könnten zunächst in der Klasse „C“ landen, während zeitgleich die Staubsaugerlabel noch die Plusklassen ausweisen (die erst zum 1.9.2017 eingeführt wurden).

Ob die neue EU-Datenbank eine Entscheidungshilfe werden wird, bleibt abzuwarten. Zwar wird man dann z.B. mehrere tausend auf dem EU-Markt angebotenen Waschmaschinen online vergleichen können. Die beiden wichtigsten Informationen für den Käufer, Verfügbarkeit und Preis, kann diese Datenbank aber nicht liefern. 

Sicherlich ist die Revision notwendig. Ob das neue Label für weitere deutliche Einsparungen sorgen kann, muss sich aber erst zeigen. Hausgeräte haben einen sehr hohen Effizienzstandard erreicht, weitere Absenkungen des Energieverbrauchs vollziehen sich in immer kleineren Schritten und die erforderliche Technik dafür wird aufwändiger. Energieeffizienz wird sicherlich ein wichtiges Kaufkriterium bleiben, aber schon heute sind für den Verbraucher Aspekte wie Funktionalität, Bedienkomfort und Design mindestens genauso bedeutend.

Wichtiger für die Hersteller werden Aspekte der Kreislaufwirtschaft. Unter diesem Schlagwort werden alle umweltrelevanten Kriterien betrachtet, von der Entwicklung eines Gerätes bis zu dessen Verwertung. Dazu gehören die Verwendung von Materialen, die Langlebigkeit, Reparierfähigkeit oder Verwertbarkeit. Die gesetzliche Regulierung hat begonnen, dies aufzugreifen. Zeitgleich mit dem neuen Energielabel werden für die Produkte auch jeweils Ecodesign-Maßnahmen eingeführt, die Mindestanforderungen an bestimmte Produkteigenschaften stellen. Und damit kommen u.a. auch Anforderungen an die Ersatzteil-verfügbarkeit und an den Zugang zu Reparaturanleitungen. 

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