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27.07.2021

Krisenmanagement bei Pandemien: Wie Normen und Standards unterstützen können

Erkennen, bewerten, reagieren: Tritt eine gesundheitliche Ausnahmesituation ein, sind es grob gesagt diese drei Bereiche, in denen es zu handeln gilt. Die Corona-Pandemie hat in Organisationen, Behörden und Unternehmen die Notwendigkeit eines effizienten Krisenmanagements deutlich gemacht. Standardisierte Vorgehensweisen oder die Anwendung von Lösungen und Produkten, die diese unterstützen, sind dafür eine wichtige Grundlage.

Die DIN-Kommission Gesundheitswesen hat sich daher in ihrem Thinktank „Support für Ausnahmesituationen“ der Frage angenommen, wie Normung zukünftig noch besser zur Bewältigung von kritischen gesundheitlichen Situationen, etwa bei Epidemien oder Pandemien, beitragen kann. Dabei entstanden ist im ersten Schritt nun eine Matrix, die bestehende Normen den Sektoren der kritischen Infrastrukturen (KRITIS), u. a. Gesundheit, Ernährung und Transport, nach Relevanz im Fall einer gesundheitlichen Ausnahmesituation zuordnet.

Das Normenwerk stellt eine Vielzahl von Normen für Prozesse und Produkte bereit, die zur Bewältigung von gesundheitlichen Ausnahmesituationen einen Beitrag leisten können. Allerdings wird in der Praxis oft das Problem entstehen, dass den handelnden Personen die relevanten Normen nicht vollständig bekannt sind – und die Auswahl und Kombination relevanter Inhalte aus unterschiedlichen Normen in einer Ausnahmesituation überdies schwierig sein kann. Zudem ist nicht grundsätzlich davon auszugehen, dass die handelnden Personen automatisch über einen fachlichen Hintergrund zum Umgang mit Gefahrensituationen verfügen oder die Ausnahmesituation inhaltlich eine bekannte Herausforderung darstellt.

Die Mitglieder des Thinktanks – unter ihnen auch ZVEI-Fachverbandsgeschäftsführer der Elektromedizinischen Technik Hans-Peter Bursig – haben in diesem Zusammenhang Instrumente und Vorgehensweisen diskutiert, um solche Problemsituationen für handelnde Personen zu lösen oder zumindest zu vereinfachen. Auch hier wurde berücksichtigt, dass im Vorfeld nicht bekannt ist, welcher Art eine zukünftige gesundheitliche Ausnahmesituation sein wird. Das Ergebnis ist ein modulares Angebot für eine grundsätzliche Vorgehensweise, die mit einer Übersicht relevanter Normen verbunden ist. Um zu erklären, welchen Beitrag die erarbeitete Normen-Matrix bei einer gesundheitlichen Ausnahmesituation leisten kann, wird im nächsten Schritt nun ein Webcast produziert. 

Einmal mehr wird daran deutlich, wie relevant Standardisierung und Normung gerade im Sicherheits-, Krisen- und Gefahrenmanagement sind. Denn Produkte und ihre Verwendung in bestimmten Situationen müssen zusammen betrachtet werden, um die richtige Wirkung zu erzielen.

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