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28.11.2018

Energieeffizienz in der Wirtschaft - BMWi richtet Förderprogramme neu aus

Mit der Energiewende hat Deutschland eine umfassende und tiefgreifende Transformation seiner Energieversorgung und Energienutzung eingeleitet. Dabei hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 die Treibhausgasemissionen um mindestens 55 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 1990 zu mindern und sich international sowie EU-weit zu entsprechenden Reduktionen verpflichtet.

Neben dem Ausbau neuer Erzeugungskapazitäten für Strom auf Basis erneuerbarer Energien steht die Senkung des Energieverbrauchs durch die Steigerung der Energieeffizienz im Fokus der Energiewende. Ein wesentlicher Aspekt ist weiterhin die Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen in den Sektoren Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen. Diese Bereiche machen über 40 % des Endenergieverbrauchs in Deutschland aus und weisen weiterhin erhebliche Energieeffizienzpotenziale auf. Für einen spürbaren Fortschritt bei der Reduzierung der CO2-Emissionen bedarf es jedoch stärkerer Investitionen der Unternehmen in bspw. hocheffiziente Einzelkomponenten oder auch systemische Optimierungen zur Steigerung der Energieeffizienz. Trotz der erheblichen Einsparpotentiale stehen derartige Investitionen aufgrund zu langer Amortisationszeiten oftmals nicht im direkten Fokus der Unternehmen. 

Mit den laufenden Förderprogrammen im Bereich der Energieeffizienzmaßnahmen konnte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bereits Impulse zur Steigerung der Energieeffizienz bzw. zur Senkung des Endenergieverbrauchs in Industrie und Gewerbe setzen. Die unter Einbeziehung der Wirtschaft erarbeitete neue Förderstrategie des BMWi sieht nun eine konsequente Weiterentwicklung der bisherigen Programme vor und will durch ein einfacheres und zielgruppenorientierteres Fördermodell noch mehr Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen anreizen. Dieses neue Förderpaket tritt zum 1. Januar 2019 in Kraft. Das BMWi bündelt in dem neuen Förderpaket sechs bisherige Förderprogramme. 

Hierbei verfolgt das BMWi bewusst einen technologieoffenen und branchenübergreifenden Ansatz. Zudem erfolgt die Förderung wahlweise als direkter Zuschuss oder als Tilgungszuschuss, womit die unterschiedlichen Finanzierungsbedürfnisse von Unternehmen Berücksichtigung finden. 

Durch die Neuausrichtung der Förderprogramme sollen insbesondere Investitionen in komplexere und stärker auf eine systemische energiebezogene Optimierung der Produktionsprozesse ausgerichtete Maßnahmen wirksamer gefördert werden. Daneben ist auch weiterhin eine Förderung von Einzelmaßnahmen im Bereich hocheffizienter Querschnittstechnologie, Erneuerbare Technologien zur Prozesswärmebereitstellung sowie Mess-, Steuer- und Regelungstechnik und Energiemanagement-Software möglich.

Die Unternehmen können in dem neuen Förderpaket grundsätzlich zwischen drei verschiedenen Förderinstrumenten wählen: Die klassische Projektförderung als Zuschuss mit einer vorgegebenen Förderquote von bis 40%, die Finanzierung über einen zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss von bis zu 40% sowie die wettbewerbliche Förderung von Effizienzmaßnahmen mit einer flexiblen Förderquote von bis zu 80 %. 

Das Förderpaket richtet sich an Unternehmen aller Branchen und Größen, Stadtwerke und Energiedienstleister. Darüber hinaus sind alle Fördermodule weiterhin bewusst akteurs-, sektor- und technologieoffen ausgestaltet, um den Unternehmen die größtmögliche Freiheit für die Umsetzung einer für sie passenden Lösung zur Effizienzsteigerung in ihrem Unternehmen zu geben. Häufig sind diese Lösungen und Ansätze sehr individuell sowie unternehmensspezifisch und können von passgenauen Systemlösungen und -optimierungen bis hin zu hocheffizienten Standardtechnologien und Komponenten reichen. 

Im Gegensatz zu der klassischen Projektförderung gibt es beim „Wettbewerb Energieeffizienz“ keine festgelegte Förderquote: Die Unternehmen entscheiden im vorgegebenen Rahmen selbst, welche Förderung sie für die geplante Effizienzmaßnahme beantragen. Die Förderquote kann dabei in Abhängigkeit von der CO2-Einsparung bis zu 80 % der förderfähigen Kosten betragen und ist durch das Verhältnis aus der beantragten Förderung und der CO2-Einsparung begrenzt, welches einen Wert von 500 €/t CO2 nicht überschreiten darf. Den Zuschlag – und damit die Förderung – bekommen die Projekte mit der besten Fördereffizienz. Je höher die CO2-Einsparungen pro „Förder-Euro“ sind, desto besser stehen die Chancen im Wettbewerb.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.deutschland-machts-effizient.de

Wettbewerb

  • Investive Maßnahmen zur energetischen Optimierung von industriellen und gewerblichen Anlagen 
  • und Prozessen zur Erhöhung der Energieeffizienz und damit Senkung des Energieverbrauchs (z. B.  Prozess- und Verfahrensumstellungen auf effiziente Technologien, Maßnahmen zur Steigerung der Strom- oder Wärmeeffizienz, Verstromung von Abwärme oder außerbetriebliche Abwärmenutzung, Prozesswärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien)
  • max. 80 % der effizienzbezogenen Kosten (Investitionsmehrkosten inkl. Nebenkosten) 
  • max. 20 Mio. € pro Antragsteller oder Projekt


Zuschuss und Kredit

  • Förderung von Einzelmaßnahmen (Querschnittstechnologien, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Energiemanagementsoftware sowie Erneuerbare Energien zur Prozesswärmebereitstellung 
  • Technologieoffene Förderung von  Investitionen, die durch den Einsatz von effizienter Technologie die Strom- oder Wärmeeffizienz 
  • steigern und damit zur Senkung des Energieverbrauchs beitragen
  • Grundsätzlich bis u 40% der förderfähigen Kosten (bis zu 55 % für EE-Prozesswärmetechnologien)
  • max. 10 Mio. Euro Antragsteller oder Projekt

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