„Obsoleszenzrisiken sind vielfältig und treten zu jeder Zeit im Produktlebenszyklus auf.“

Helmut Bechtold, Geschäftsführer, Profectus

„Proaktiver Dialog innerhalb der Lieferkette schafft Vertrauen und führt zu Lösungen.“

Xaver Feiner, Dpty. Director Marketing & Sales, Zollner Elektronik

"Die aktuelle Allokationssituation und Nicht-Lieferfähigkeit bei der Massenware bei passiven Bauelementen, zum Beispiel MLCCs, zeigt, dass nur ein guter PCN-Prozess die Produktsicherheit und Produktfunktionalität sicherstellt."

Michael Velmeden, Geschäftsführer, cms electronics

"Ein vorausschauendes PCN-Management – auf Basis eines Lifecycle-Management-Tools – hilft unseren Kunden bei der Optimierung der Produktion und garantiert die Verfügbarkeit und die Qualität der Produkte."

Arthur Rönisch, Geschäftsführer, Turck Duotec

News

Initiative „Services in EMS“

Qualität durch Kompetenz und Dienstleistung nach Maß, eine Initiative der EMS (Electronic Manufacturing Services)-Provider im ZVEI-Fachverband PCB and Electronic Systems.

Obsoleszenzrisiken – Management der Lieferfähigkeit / Die EMS Dienstleistungsinitiative

Obsoleszenz ist ein Zustand, in dem ein Gut oder Prozess nicht mehr verfügbar ist.

Für einen EMS-Anbieter bedeutet das in der Praxis, dass Bauteile, die für laufende Aufträge benötigt werden, unerwartet oder auch geplant nicht mehr zur Verfügung stehen. Neben Bauteilen können auch Prozesse betroffen sein, die nicht mehr umgesetzt werden können oder dürfen.

 

 

Ursache für eine solche Obsoleszenz kann z. B. sein, dass es für einen Hersteller nicht mehr wirtschaftlich ist, zum Abgabepreis weiter zu produzieren. Die Hintergründe können gestiegene Produktionskosten, aber auch sinkende Nachfrage sein. Als Folge davon müsste er seine Kosten weitergeben bzw. die Produktion drosseln oder einstellen.

Aber auch Innovationszyklen bei Bauelementen sorgen dafür, dass es einfach keinen Sinn mehr macht, veraltete Bauelemente weiter einzusetzen. Hier bieten neue Bauelemente kompatible Lösungen, die ein Redesign erfordern.

Bauelemente, vor allem Halbleiterchips, sind mittlerweile sehr komplex und werden in wenigen Wafer-Fabs hergestellt. Diese haben sich so spezialisiert, dass einzelne Arbeitsgänge nur noch von einer „Handvoll“ Fabriken weltweit durchgeführt werden (wie z. B. Housing). Fällt nur einer dieser Spezialisten aus, z. B. Zerstörung durch Umweltkatastrophen, entstehen Engpässe, die die gesamte Lieferkette beeinflussen. Auch Gesetzesvorgaben zu umweltgefährdeten Rohstoffen (z. B. RoHS*-Richtline, Stoffverbote) oder politische Forderungen und Compliance (z. B. REACH**-Verordnung, Dodd Frank Act) sorgen in manchen Regionen dafür, dass bestimmte Bauelemente oder Verfahren obsolet werden und aus dem Markt verschwinden.

Risiken bei Materialversorgung gibt es viele – Obsoleszenz ist eines davon. Obsoleszenz-Management-Lösungen dafür werden vom EMS-Anbieter gemeinsam mit Kunden und Lieferanten gefunden und über alle Phasen des Produktlebenszyklus angewendet:

 

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Die EMS Dienstleistungsinitiative

Über 30 Anbieter von Electronic Manufacturing Services (EMS) Anbieter im ZVEI-Fachverband PCB and Electronic Systems haben sich der im Jahr 2006 gegründeten Dienstleistungsinitiative „Services in EMS“ angeschlossen. Sie kommen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und bieten Ihren Kunden einen einheitlichen Dienstleistungsstandard.

Die EMS-Anbieter kommen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und bieten Ihren Kunden einen einheitlichen Dienstleistungsstandard. Dieser wird definiert durch sieben Wertschöpfungsbereiche – Entwicklung, Design, Testkonzept, Materialmanagement, Produktion, Logistik und Distribution und After-Sales-Services – sowie dazu gehörenden Modulen und durch festgesetzte Mindeststandards.

Die teilnehmenden EMS-Anbieter garantieren, dass sie diese Standards einhalten. Im Gegenzug erhalten sie die Nutzungsrechte an einem geschützten Dienstleistungslogo, welches Qualität und Dienstleistungskompetenz signalisiert und somit die Vertrauensbasis zwischen Kunden und EMS-Providern stärkt.

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Produktänderungsmitteilungen (PCN – Product Change Notification)

sind unumgänglich, um Innovationszyklen, Qualitätsanforderungen und immensen Preisdruck zu bewältigen.

Mit einer PCN informiert ein Hersteller eines Produktes seine Kunden über technische Änderungen. Diese Änderungen können alle Aspekte in der Fertigung betreffen: Verlagerung der Produktion, Umstellung von Produktionsprozessen, Änderungen von Bauteilen oder Rezepturen, bevorstehende Obsoleszenz.

Dabei soll sichergestellt werden, dass für die komplexen elektronischen Module und Systeme mit ihrer großen Komponentenvielfalt und den schnellen Innovations- und Änderungszyklen die Änderungsinformationen zum Produkt, der Produktionsprozesse über den kompletten Lebenszyklus und die gesamte Wertschöpfungskette mit hinreichendem Vorlauf erfolgt.

Soweit die Theorie. Betrachtet man die Kurzlebigkeit der heutigen Komponenten und damit deren Verfügbarkeit, so ist der Konflikt zwischen dem Produkt im Markt und den eingesetzten elektronischen Modulen und Systemen offensichtlich. Gerade im industriellen Bereich müssen die einzelnen Komponenten im Modul oder System lange Lebenszyklen, Funktionssicherheit und damit lange Test- und Fähigkeitsnachweise erfüllen. Jede Änderung und im worst case der Ersatz der einzelnen Komponente im Obsoleszenz Fall bedeutet einen erheblichen Änderungsaufwand in der Wertschöpfungskette.

Hier wird schnell deutlich, dass mit zunehmender Intelligenz der Produkte (z. B. im Internet of Things), ein PCN-Management mehr ist, als die Weitergabe von Informationen. Es ist eine eigenständige Dienstleistung, welche die Verfügbarkeit und Sicherheit der Produkte im Markt unterstützt.

Zum PCN-Management gehören die Datenaufbereitung mit der Verarbeitung der Informationsvielfalt (Internet, Telefon, E-Mail, Brief, Datenblatt, Katalog, …), die Qualifizierung der Informationen bis zur Empfehlung zum Re-Design/Re-Placement.

Voraussetzung für ein gutes PCN-Management ist ein auf das Produkt und die Verantwortlichkeiten abgestimmter Dienstleistungsvertrag mit dem EMS Partner, der die Leistung in einer komplexen Wertschöpfungskette absichert.

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