ZVEI

Starker Knoten im europäischen Netzwerk

 

Das ZVEI European Office in Brüssel ist der starke Knoten im europäischen Netzwerk des Verbandes der Elektroindustrie. Hier laufen alle Fäden der ZVEI-Europaarbeit zusammen. Zu den Kernthemen zählen Industrie 4.0 und die Digitalisierung der Wirtschaft mit den Schwerpunkten Data Economy, Cybersecurity und Standardisierung, Industriepolitik, die europäische Klimaschutz- und Energiepolitik, der Ausbau der Stromnetze in Europa und die Energieeffizienz, Umweltvorhaben der Kommission zu Circular Economy und Ökodesign, Horizon 2020 und zukünftige Forschungs-rahmenbedingungen, Elektromobilität, Harmonisierung von technischer Regulierung und Ausbau des Binnenmarktes sowie die EU-Handelspolitik und internationale Märkte, allen voran die USA und China. Dabei hat das ZVEI European Office stets die fünf ZVEI-Leitmärkte Industrie, Energie, Mobilität, Gesundheit und Gebäude im Blick. Der ZVEI arbeitet rund um seine Themen eng mit der Europäischen Kommission, dem Europaparlament und den Vertretern auf Ratsebene und in den EU-Mitgliedstaaten zusammen und vertritt dort die Positionen der Elektroindustrie.

 

Ein Zentrum der EU-Politik: Das Europäische Parlament in Brüssel.
© Ludmila Smite - Fotolia.com
Ein Zentrum der EU-Politik: Das Europäische Parlament in Brüssel.

 

Der ZVEI setzt sich für ein international starkes Europa und eine international wettbewerbsfähige Elektroindustrie ein. Unsere Mitgliedsfirmen brauchen globale Lösungen. Für den ZVEI und seine Mitglieder ist die Europäische Union ein Erfolgsmodell, der Garant für Frieden und Freiheit auf europäischem Boden und ein solider Werte-Rahmen, in dem sich unternehmerische Aktivitäten und demokratische Gesellschaften gut entwickeln können. Das artikulieren wir immer wieder gegenüber der europäischen Politik.

 

Zum europäischen Netzwerk des ZVEI zählen auch unsere europäischen Verbände – ORGALIME, T&D Europe, DIGITALEUROPE, CEMEP, COCIR und viele andere sektorale Organisationen – sowie der BDI und BUSINESSEUROPE. Der ZVEI engagiert sich dort und arbeitet mit seinen Partnern aus ganz Europa an gemeinsamen Lösungen und Positionen. Zu vielen Themen gibt es gemeinsame Initiativen, wie zur Digitalisierung / Cybersecurity mit unserem französischen Partnerverband FIEEC.

 

Industriepolitik für Europa

Von der Montan-Union zur Digital-Union

Die Europäische Union steht heute erneut, wie vor der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl im Jahre 1951, am Punkt einer historischen Zäsur: Wir müssen die Herausforderungen von Globalisierung und Digitalisierung mit der Zukunfts-Vision eines Europas 2030 verbinden. Und das im bei einer zunehmenden Aufweichung der bisher auf Multilateralismus ausgerichteten internationalen Strukturen und Prozesse: Auf der einen Seite angetrieben durch die Politik der US-Regierung unter Präsident Trump – zum anderen durch die immer stärkere wirtschaftliche Rolle Chinas in der Welt. Europa muss im internationalen Gefüge wieder stärker „Gestalter“ sein – und weniger „Getriebener“.

Im Mai 2019 stehen die nächsten Europawahlen an. Die Menschen in Europa müssen, bevor sie wählen, besser verstehen, was die EU für sie konkret an Sicherheit, Wohlstand und Zukunftsfähigkeit bringt. Der ZVEI stellt deshalb die „Digital-Union“ in den Mittelpunkt seiner politischen Agenda.

Europa braucht eine neue industriepolitische Strategie. Der ZVEI begrüßt die Mitteilung der EU-Kommission zur Industriepolitik vom 13. September 2017 – die darin vorgeschlagenen Maßnahmen gehen aber nicht weit genug. Die Hoffnungen der Elektroindustrie richten sich nun auf die Arbeit einer Reihe von EU High Level Groups mit Industriebeteiligung – zum Beispiel des „High Level Industry Roundtable“, der bis 2019 Vorschläge erarbeiten wird.

Eine neue industriepolitische Strategie der EU mit Blick bis 2010 muss aus Sicht des ZVEI die folgenden Entwicklungen im Blick behalten:

  • Europäische Unternehmen sind mit ihren Produkten und Technologien in vielen Bereichen Weltmarktführer. Unser europäischer Verband ORGALIME nennt das: „Technology for the World –Manufactured in Europe“
  • Wir brauchen einen industriepolitischen und regulatorischen Rahmen, der unsere Firmen in ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit stärkt und der den Standort Europa für Investitionen attraktiv macht;
  • Wir brauchen ein gemeinsames Verständnis in Europa – keine einzelstaatlichen Lösungen – Deutschland sollte eng mit Frankreich und anderen Industrienationen in Europa wie Italien und Polen kooperieren;
  • Wir brauchen eine moderne industriepolitische Strategie für die Zukunft der EU – auch mit Blick auf andere Teile der Welt wie z.B. China mit seinem Top-Down-Ansatz „Made in China 2025“ oder seiner „BRI – Belt- and Road-Initiative“;
  • Industriepolitik muss die Chancen, die sich für uns aus der Digitalisierung ergeben und unsere Stärke beim Internet der Dinge / Industrie 4.0 nutzen;
  • Wir müssen die industriepolitischen Auswirkungen anderer Politikfelder und Aktivitäten (Binnenmarkt, Energie, Umwelt, Handel, F&E, Innovation) immer im Blick haben – Beispiel: Die Priorisierung von Zukunftsinvestitionen beim Mehrjährigen Finanzrahmen sowie die Ausgestaltung des nächsten EU-Forschungs-Rahmenprogramms FP9 und die Definition und Projektfinanzierung von Schlüssel-technologien.
  • Protektionismus ist weltweit auf dem Vormarsch. Dem müssen wir uns in der EU gemeinsam entgegenstellen. Wir stehen für freien und fairen Handel und offene Märkte. Eigene protektionistische Maßnahmen auf EU-Ebene müssen vermieden werden.