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17.02.2023

Sicherer Zugang zu kritischen Rohstoffen für europäische Zukunftstechnologien

Die EU steht vor großen Herausforderungen: die Energie- und Mobilitätswende, die Dekarbonisierung der Industrie und der digitale Wandel müssen zeitgleich bewältigt werden. Um die europäische Gesellschaft und die europäische Industrie zukunftsreif zu machen, ist der sichere Zugang zu sogenannten kritischen Rohstoffen unabdingbar. Mit dem European Critical Raw Material Act (ECRMA) will die EU-Kommission dies nun angehen.

Kritische Rohstoffe zeichnen sich durch eine besonders hohe geografische Konzentration der Vorkommen sowie durch hohe Versorgungsrisiken beispielsweise durch politische Instabilität in den Förderländern aus. Bei einer stark steigenden globalen Nachfrage nach Rohstoffen wie etwa Kobalt, Lithium oder Seltenen Erden und einem zum Teil begrenzten Angebot drohen immer häufiger Versorgungsengpässe. Im Jahr 2022 war Deutschland beispielsweise bei Seltenen Erden zu 66 Prozent von China abhängig. Gerade mit Blick auf die besondere Bedeutung der kritischen Rohstoffe für klimaschonende sowie digitale Technologien muss die EU die anstehenden Herausforderungen angehen. 

Der ZVEI unterstützt grundsätzlich die zentrale Rolle, die die kritischen Rohstoffe innerhalb der neuen EU-Industriestrategie, dem Green Deal Industrial Plan, einnehmen. Dabei muss es darum gehen, geopolitische Risiken und einseitige Abhängigkeiten aktiv zu minimieren. Mit dem ECRMA wird die EU-Kommission einen Legislativvorschlag vorlegen, der eben dies leisten soll. Die Bedeutung, die diesem Thema damit zuerkannt wird, bewertet der ZVEI als sehr positiv.

Dennoch ist es wichtig, auf die Dringlichkeit der schnellen Umsetzung des ECRMAs hinzuweisen. Der ECRMA darf ebenso wenig wie der gesamte Green Deal Industrial Plan eine leere Hülle bleiben, sondern muss zügig in entschiedenes Handeln umgesetzt werden. Denn die Stärkung der europäischen Rohstoffversorgung wird ein langfristig angelegter Prozess sein. 

Der Fokus der Elektro- und Digitalindustrie liegt dabei auf der Nutzung bereits in der EU vorhandenen Potenzials, dem Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur, einem besseren Monitoring der Versorgungsrisiken sowie einer proaktiveren EU-Rohstoffdiplomatie. Wichtig ist jedoch, dass etwa neue Vorgaben für Recycling und Kreislaufwirtschaft nicht zu einer Dopplung mit bereits existierenden Regulierungen führen. Außerdem muss durch gemeinsame europäische Projekte die gesamte Wertschöpfungskette vom Abbau bis hin zum Recycling abgedeckt werden, um die EU-Industrie insgesamt resilienter zu machen. Es müssen nun zügig Taten folgen.

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