24.05.2019

Buch zum ZVEI-Jubiläum: „Verbandspolitik in Demokratie und Diktatur“

Am 5. März 1918 wurde der ZVEI gegründet – im Kaiserreich und kurz vor Ende des 1. Weltkriegs. Schon in der Weimarer Republik war er wichtiger industriepolitischer Akteur, wurde später im Nationalsozialismus gleichgeschaltet, ist in der Bundesrepublik wiederaufgelebt und hat sich schließlich nach 1989 mit der ostdeutschen Elektroindustrie wiedervereinigt. Damit blickt der Verband auf über 100 Jahre Geschichte in einem Jahrhundert der politischen Extreme zurück. Über die ersten Jahrzehnte seines Bestehens lagen jedoch bis vor Kurzem keine gesicherten Erkenntnisse vor. 

Zündkerzenfertigung 1920
© Bosch Archiv

Das hat sich mit Erscheinen des Buchs von Prof. Johannes Bähr geändert: Die Publikation „Verbandspolitik in Demokratie und Diktatur – der Spitzenverband der elektrotechnischen Industrie von 1918-1950“ zeigt, wie sich die Verbandsarbeit des ZVEI in den ersten Jahren gestaltete. Prof. Bähr geht in seiner Darstellung vor allem der Frage nach, welche Auswirkungen die verschiedenen politischen Umbrüche auf den ZVEI hatten. Welche Rolle spielte die Dachorganisation der deutschen elektrotechnischen Industrie in der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus? Und inwieweit waren ältere liberale Traditionen nach dem Kriegsende 1945 wieder anschlussfähig?

Die Ausarbeitung macht deutlich, dass der Verband im Unterschied zu vielen anderen vorbehaltlos hinter der ersten Demokratie Deutschlands stand, in der Weimarer Republik für einen Ausgleich mit der Sowjetunion und Frankreich eintrat und dazu mit dem Verband der französischen Elektroindustrie kooperierte. Zudem waren Vertreter der Elektroindustrie Vorreiter beim Ausbau der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern.

Die Ausarbeitung von Prof. Bähr können Sie hier online bestellen.