Presse

16.09.2021

Neues Europäisches Bauhaus muss Digitalisierung und Vernetzung im Gebäudesektor berücksichtigen

73/2021

  • Lebenszykluskosten von Gebäuden betrachten

Mit der gestern vorgestellten Strategie zum Neuen Europäischen Bauhaus geht die EU-Kommission einen weiteren wichtigen Schritt, um unterschiedliche Aspekte des Gebäudes der Zukunft zu beschreiben. Der ZVEI begrüßt, dass neben Ästhetik und Qualität die Baukultur in den Fokus gerückt wird. Gleichzeitig hätte man aber die Chancen, die die Digitalisierung von Gebäuden bietet, noch stärker herausarbeiten müssen. Denn qualitativ hochwertige Lösungen, die Steuerung und Vernetzung möglich machen, steigern nicht nur den Wohnkomfort, sie tragen nachhaltig dazu bei, die Klimaziele zu erreichen. 

Gebäude sind ein entscheidender Faktor im Kampf gegen den Klimawandel. Sie verbrauchen 40 Prozent der in der EU benötigten Energie und verursachen 36 Prozent aller Treibhausgasemissionen. Ihr CO2-Ausstoß müsste um 60 Prozent, ihr Energiebedarf um 14 Prozent gesenkt werden. Dabei stagniert die Renovierungsquote im EU-Durchschnitt rund um ein Prozent. Zu tun gäbe es also genug.

„Vor allem muss man sich von dem Grundsatz entfernen, dass Bauen nicht teurer werden darf und stattdessen vielmehr die gesamten Lebenszykluskosten betrachten. Nur dann können wir die Klimaziele im Gebäudesektor nachhaltig erreichen“, sagt Sebastian Treptow, Leiter der Plattform Gebäude im ZVEI. Denn Renovierungsmaßnahmen, die zum flächendeckenden Einsatz von innovativen Technologien beitragen und Aspekte der Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft berücksichtigen, senken die CO2-Emissionen von Gebäuden und machen diese über ihre Lebensdauer betrachtet wirtschaftlicher. 

Das Neue Europäische Bauhaus ist Teil des Green Deal und „Fit for 55“-Pakets. Es soll Ideen für lebenswerten Wohnraum bei gleichzeitigem Schutz von Klima und Umwelt hervorbringen. Mit den nun aufgezeigten Aspekten wird ein Schritt in die richtige Richtung gemacht, jedoch müssen aus Sicht des ZVEI vor allem bereits vorhandene Potenziale gehoben werden. Technologien, die die Energieeffizienz von Gebäuden steigern und den Komfort der Nutzer verbessern, existieren bereits. Der Einsatz einer energieeffizienten technischen Gebäudeausrüstung (TGA) kann entscheidend dazu beitragen, die angestrebte Klimaneutralität und CO2-Reduktion zu erreichen. Dies sollte die EU-Kommission bei allen aktuellen Strategien rund um das Gebäude berücksichtigen.
 

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