Presse

23.02.2026

Elektroexporte erreichen 2025 trotz Widrigkeiten neuen Rekordwert

  • Trotz Rückgang: USA lösen China als größtes Abnehmerland ab
  • Zweistelliges Exportplus allein im Dezember

Die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im Dezember 2025 deutlich gestiegen: plus 10,6 Prozent gegenüber Vorjahr auf 20,4 Milliarden Euro. „Ein hoher Zuwachs zum Jahresende“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. „Damit haben die wertmäßigen Branchenausfuhren 2025 insgesamt trotz eines wahrlich nicht leichten Jahres schlussendlich noch einen neuen Rekordwert erreicht.“ So legten die Auslandslieferungen 2025 um 5,1 Prozent gegenüber Vorjahr auf 257,5 Milliarden Euro zu.

Die Importe elektrotechnischer und elektronischer Güter nach Deutschland erhöhten sich im Dezember um 8,7 Prozent gegenüber Vorjahr auf 21,5 Milliarden Euro. „Seit langem legten sie damit weniger stark zu als die Exporte“, so Gontermann. Kumuliert von Januar bis Dezember 2025 kamen die aggregierten Einfuhren auf 274,9 Milliarden Euro – ebenfalls ein neues Allzeithoch. Ihren Wert aus 2024 übertrafen sie damit um 8,0 Prozent.

Mit resultierenden 17,4 Milliarden Euro hat sich das sektorspezifische Handelsbilanzdefizit im vergangenen Jahr gegenüber 2024 fast verdoppelt.

Die Branchenlieferungen in die USA sind 2025 zoll- und wechselkursbedingt um 3,0 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro gesunken. „Dennoch hat das Land China als größten Exportabnehmer nach einem Jahrzehnt wieder überholt“, sagte Gontermann. In die Volksrepublik gingen im vergangenen Jahr Ausfuhren von 23,5 Milliarden Euro (- 6,2 %).

Der Rest der Top-10-Abnehmerränge wird wieder ausschließlich von europäischen Ländern besetzt. Hier gab es durchgängig Zuwächse: So legten die Branchenexporte in die Niederlande 2025 um 7,3 Prozent auf 15,9 Milliarden Euro zu und jene nach Frankreich um 4,8 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro. Ins fünftplatzierte Polen gab es einen zweistelligen Zuwachs um 17,7 Prozent auf 13,9 Milliarden Euro.

Die deutschen Elektroexporte nach Italien erhöhten sich im vergangenen Jahr um 9,9 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro. Nach Österreich stiegen sie um 9,7 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro und nach Tschechien um 8,0 Prozent auf 11,2 Milliarden Euro. Schließlich zogen die Lieferungen nach Spanien um 15,9 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro und die ins Vereinigte Königreich um 8,8 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro an.

In die Schweiz – Platz elf auf der Liste der größten Abnehmerländer – hat die deutsche Elektro- und Digitalindustrie im vergangenen Jahr Waren im Wert von 8,5 Milliarden Euro geliefert (+ 8,3 %). Dahinter folgen Ungarn (+ 2,0 % auf 8,4 Mrd. €), Belgien (+ 7,8 % auf 6,0 Mrd. €), Rumänien (+ 7,3 % auf 5,7 Mrd. €), Schweden (+ 0,1 % auf 5,0 Mrd. €) und die Türkei (+ 4,8 % auf 4,2 Mrd. €). Besonders kräftig zogen die Branchenausfuhren nach Dänemark und Taiwan an, die jeweils um 22,9 Prozent auf 4,1 bzw. 3,6 Milliarden Euro hochschnellten.

Ordentliche Zuwächse wurden schließlich auch im Ausfuhrgeschäft mit Mexiko (+ 8,8 % auf 3,4 Mrd. €) und Indien (+ 5,8 % auf 3,3 Mrd. €) verzeichnet.

„Bemerkenswert ist, dass die Elektroexporte im vergangenen Jahr in nahezu alle Top-20-Abnehmerländer zulegen konnten. Die einzigen Ausnahmen bilden hier ausgerechnet die beiden größten Abnehmerländer: die USA und China“, so Gontermann.

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