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01.10.2026

SoC-Anforderungen im Ökodesign: ZVEI fordert praktikable und verhältnismäßige Lösungen

Die geplanten Vorgaben zu „Substances of Concern“ (SoC) entwickeln sich zu einem zentralen Querschnittsthema der europäischen Ökodesignpolitik. Aktuelle Gespräche mit der Europäischen Kommission zeigen, dass die Anforderungen erhebliche Herausforderungen für die Praxis mit sich bringen und weit über einzelne Produktgruppen hinaus Bedeutung erlangen werden. Gleichzeitig bleibt ihr konkreter Nutzen bislang offen.

Im August fand ein Austausch zwischen Vertretern und Vertreterinnen der EU-Kommission, den beteiligten Studienkonsortien und den ZVEI-Mitgliedern zu den geplanten Ökodesign-Anforderungen für gewerbliche Geschirrspüler statt. Im Mittelpunkt standen neben dem Digitalen Produktpass insbesondere die vorgesehenen Vorgaben zur Erfassung und Meldung von SoC im Rahmen der Ökodesign-Verordnung (ESPR).

Während des Werksbesuchs und der Fachgespräche wurde deutlich, dass die vorgeschlagenen SoC-Anforderungen erhebliche praktische Herausforderungen für Hersteller mit sich bringen. Die Industrie machte deutlich, dass die dafür notwendigen Stoffinformationen entlang der Lieferkette vielfach nicht vorliegen und ihre Erhebung einen erheblichen zusätzlichen Dokumentationsaufwand verursachen würde. Zugleich bestehen bereits umfangreiche Pflichten unter REACH, sodass eine Doppelregulierung droht.

Der ZVEI erläuterte gemeinsam mit den Mitgliedsunternehmen die Auswirkungen der Vorschläge anhand konkreter Produkte und Prozesse. Aus Sicht des Verbands sind praktikable und verhältnismäßige Informationspflichten sowie eine enge Anlehnung an bestehende REACH-Anforderungen entscheidend.

Das Gespräch mit der EU-Kommission machte zugleich deutlich, dass die derzeit für gewerbliche Geschirrspüler entwickelten SoC-Konzepte als Blaupause für zahlreiche weitere Produktgruppen dienen könnten. Die Ergebnisse der laufenden Diskussionen werden deshalb für weite Teile der Elektro- und Digitalindustrie von Bedeutung sein. Der ZVEI beteiligt sich weiterhin aktiv an der Debatte auf nationaler und europäischer Ebene und begleitet die Entwicklung eng.

Gemeinsam mit Mitgliedsunternehmen hat der ZVEI eine umfassende Positionierung erarbeitet. Die Argumente und Praxisbeispiele wurden sowohl gegenüber der Europäischen Kommission als auch in die europäischen Dachverbände eingebracht. Ziel ist eine geschlossene industrieübergreifende Position für alle betroffenen Produktgruppen. Die ZVEI-Arbeiten fließen dabei auch in die Positionierungen von Orgalim, APPLiA und DigitalEurope ein.

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