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15.09.2026

Deutschland braucht jetzt mehr Tempo und niedrigere Kosten

Im Gespräch mit Berliner Journalistinnen und Journalisten hat ZVEI-Präsident Daniel Hager einen entschlossenen Kurswechsel gefordert: Deutschland müsse Kosten senken, Innovationen deutlich beschleunigen und seine Unternehmen wirksamer gegen unfairen Wettbewerb schützen.

Mehr als neun Milliarden Euro investieren die Unternehmen der Elektro- und Digitalindustrie jährlich allein in Deutschland. An der Branche führt nicht nur deshalb kein Weg vorbei. Und trotzdem erschweren unnötige Hürden die notwendigen Investitionen. Hohe Kosten, schleppende Genehmigungsverfahren und ausufernde Berichtspflichten behindern die Modernisierung des Standorts. Genau da sollte die Bundesregierung unmittelbar ansetzen, wenn es nach ZVEI-Präsident Daniel Hager geht.

Kosten müssen runter

Hohe Strompreise und steigende Arbeitskosten drücken auf die Investitionskraft der Unternehmen in Deutschland. Hager erinnerte im Pressegespräch deshalb an das Versprechen der Bundesregierung, die Stromsteuer für alle Verbraucherinnen und Verbraucher auf den europäischen Mindestsatz zu senken. Damit würde nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt, es würde auch die Elektrifizierung beschleunigen.

Handlungsbedarf besteht daneben bei der Altersvorsorge. Den Einstieg in die Kapitaldeckung bewertete Hager als wichtigen Schritt. Der ZVEI-Präsident betonte gleichzeitig, dass es wichtig sei, die Reform jetzt schnell umzusetzen. Es brauche einen „Dosenöffner“.

Zusätzlich bietet der Bürokratieabbau ein kostenfreies Konjunkturprogramm. Der Plan, nationale Berichtspflichten grundsätzlich aufzuheben, sei ein Schritt in die richtige Richtung. Hager forderte im Zuge dessen mehr Schnelligkeit und Mut von der Bundesregierung.

Innovationen nicht länger ausbremsen

Deutsche Entwicklungen müssten schneller „vom Labor in die Fabrik kommen“. Das zeige sich laut Hager sehr anschaulich in der Mikroelektronik: Bis zum Produktionsstart vergingen in Europa rund 34 Monate, in Taiwan dagegen nur etwa 19 Monate.

Europa verliert dieses zentrale Rennen, wenn es zu kleinteilig agiert. Hager machte deutlich: Schnellere Genehmigungen und Förderentscheidungen sind unerlässlich, um technologische Stärke in industrielle Wertschöpfung zu übersetzen.

Märkte wirksam schützen

Europa müsse selbstverständlich offen für den Welthandel bleiben. Dazu mahnte Hager jedoch an, dass dafür dringend Fairness wiederhergestellt werden muss: Unfairen Wettbewerb dürfen Deutschland und die EU nicht länger hinnehmen. Europäische Unternehmen träfen mit hohen Standards und Kosten auf Konkurrenten, die von massiven Subventionen und staatlicher Lenkung profitierten. Das verlange nach zielgerichteten, aber auch dosierten Maßnahmen, die nicht über das Ziel hinausschießen.

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