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17.03.2026

Digitalisierung im Gesundheitswesen: Kommt Innovation jetzt endlich in der Versorgung an?

Die Bundesregierung entwickelt die Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen weiter. Das ist auch nötig. Denn nach Jahren des Infrastrukturaufbaus entscheidet sich jetzt, ob digitale Innovationen tatsächlich in der Versorgung ankommen. Die Medizintechnikindustrie spielt hier eine entscheidende Rolle.

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens steht an einem Wendepunkt. Viel ist in den vergangenen Jahren passiert: Das E-Rezept wurde eingeführt, ebenso die ePA. Die entscheidende Frage lautet jetzt: Bleibt Digitalisierung ein Infrastrukturprojekt? Oder kommt digitale Innovation endlich in der Versorgung an?

Mit der Weiterentwicklung der Digitalisierungsstrategie will die Bundesregierung genau hier ansetzen. Im Mittelpunkt stehen stärker digital unterstützte Versorgungsprozesse, eine bessere Nutzung von Gesundheitsdaten und der gezielte Einsatz neuer Technologien wie KI. Ziel ist ein vernetztes, datenbasiertes Gesundheitssystem, in dem digitale Lösungen selbstverständlicher Bestandteil der Versorgung werden.

Für die Medizintechnikindustrie eröffnet diese Entwicklung große Chancen. Denn ein Großteil der digitalen Innovationen, die eine moderne Versorgung ermöglichen, entsteht in der industriellen Gesundheitswirtschaft. Moderne Medizinprodukte stellen genau die Daten zur Verfügung, die für digitale Innovationen bei Diagnose und Behandlung gebraucht werden. Unternehmen entwickeln vernetzte Medizintechnik und datenbasierte Anwendungen bis hin zu KI‑gestützter Diagnostik. Sie verbinden klassische Medizintechnik mit Software, Datenanalyse und digitalen Plattformen. So entstehen Lösungen, die Diagnosen und Therapien präziser machen sowie Versorgungsprozesse insgesamt effizienter gestalten.

Industrie und Hersteller müssen mitreden dürfen

Damit sich all diese Potenziale voll entfalten können, müssen die politischen Rahmenbedingungen Innovation aktiv ermöglichen. Dazu gehören die Anwendung internationaler interoperabler Normen und Standards, praktikable Regeln für die Nutzung von Behandlungsdaten und ein neuer Ansatz für Erprobungsräume für neue digitale Versorgungsprozesse. Reallabore und Pilotprojekte können Innovation deutlich beschleunigen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Politik Industrie und Hersteller systematisch in die Überlegungen mit einbezieht, sodass erfolgreiche Ansätze schneller in die Regelversorgung übergehen. Dafür müssen die Erkenntnisse in den Erprobungsräumen schnell und flächendeckend angewendet werden.

Bei der Weiterentwicklung der Digitalisierungsstrategie stimmen Richtung und Ziel. Jetzt kommt es auf die konkrete Ausgestaltung des angekündigten Digitalgesetzes im Gesundheitswesen an. Der ZVEI wird den anstehenden Gesetzgebungsprozess aktiv begleiten.

Bild: ZVEI

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