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17.04.2026
Die Ausgestaltung der Kraftwerksstrategie entscheidet darüber, wie kosteneffizient Versorgungssicherheit künftig gewährleistet wird. Analysen zeigen: Flexibilitätsoptionen wie Langzeit-Batteriespeicher können einen relevanten Beitrag leisten. In der aktuellen Diskussion droht jedoch, dass diese Potenziale nicht ausreichend genutzt werden.

Mit dem Rückgang gesicherter Leistung steigt der Bedarf an neuen Kapazitäten. Das angedachte Ausschreibungsdesign setzt dabei auf ein Langfristkriterium von bis zu zehn Stunden kontinuierlicher Einspeisung. Dieses wird vom Bundeswirtschaftsministerium vorangetrieben und orientiert sich erkennbar an konventionellen Kraftwerken.
In der aktuellen Ausgestaltung besteht damit das Risiko, dass bestehende Technologien begünstigt werden, während Flexibilitätsoptionen nur eingeschränkt zum Zuge kommen. Damit stellen sich Fragen nach Technologieneutralität und Kosteneffizienz.
Modellierungen zeigen, dass die meisten Versorgungsengpässe nur wenige Stunden dauern. Ein Großteil der Absicherungsaufgabe kann daher durch flexible Lösungen übernommen werden. Langzeit-Batteriespeicher erreichen mit steigender Speicherdauer eine gesicherte Leistung, die mit konventionellen Kraftwerken vergleichbar ist.
Auch wirtschaftlich zeigen sich deutliche Unterschiede: Batteriespeicher benötigen geringere Fördermittel als neue Gaskraftwerke und können durch ihre kontinuierliche Marktteilnahme zusätzliche Erlöse erzielen. Werden Teile der geplanten Gaskapazitäten durch Speicher ersetzt, lassen sich Förderkosten spürbar senken.
Zugleich leisten Flexibilitätsoptionen mehr als reine Absicherung. Sie unterstützen die Integration erneuerbarer Energien, reduzieren Preisspitzen und entlasten Netze – und tragen damit zur Begrenzung der Systemkosten bei.
Das angedachte Ausschreibungsdesign kann dazu führen, dass zentrale Flexibilitätsoptionen – etwa Speicher oder nachfrageseitige Steuerung – nur begrenzt berücksichtigt werden. Die Folge: kosteneffiziente Lösungen bleiben ungenutzt, während Systemkosten steigen können.
Unabhängig davon, wie man die grundsätzliche Sinnhaftigkeit einer Kraftwerksstrategie und eines Kapazitätsmarktes bewertet, zeigt sich: Flexibilität ist ein zentraler Baustein für ein effizientes Stromsystem. Entscheidend ist daher eine technologieoffene Ausgestaltung, die Versorgungssicherheit gewährleistet und gleichzeitig alle kosteneffizienten Optionen einbezieht.
Nur so lassen sich steigende Systemkosten begrenzen und die Chancen der Elektrifizierung voll nutzen.