Politische Positionen

des ZVEI

Intelligente Mobilität ist automatisierte, smarte Elektro-Mobilität

Sichere, effiziente und emissionsarme Mobilität ist nur durch Einsatz von Elektrotechnik und Elektronik möglich. Die deutsche Elektroindustrie trägt mit ihren Systemen und digitalen Lösungen taktgebend zur Weiterentwicklung und Modernisierung der einzelnen Verkehrsmittel und des gesamten Verkehrssystems bei. Ihre Innovationen sind der Hebel, um europäische und klimapolitische Ziele im Verkehr zu realisieren.

Digitale Transformation schafft Qualitätssprünge

Die deutsche Elektroindustrie trägt maßgeblich dazu bei, dass der Verkehr schadstoffärmer, leiser und sicherer wird. Im ZVEI sind Hersteller von intelligenten Verkehrsinformationssystemen für Schiene und Straße und von Systemlösungen zur Realisierung der Elektromobilität sowie die elektrotechnischen Systemlieferanten der Fahrzeugbranche organisiert.

Die Software­ und Hardwarekompetenzen der ZVEI-Mitglieder ermöglichen die Vernetzung innerhalb und außerhalb des Fahrzeugs und leistet einen erheblichen Anteil zur Wertschöpfung im Automobil­ und Schienensektor.

Beim Schienenverkehr ist automatisiertes und vernetztes Fahren schon lange über den Versuchsbetrieb hinaus. U-Bahnen oder Parkplatzshuttles an Flughäfen fahren beispielsweise schon hochautomatisiert und brauchen keinen Fahrer mehr. Digitale Vernetzung der eingebauten Sensoren mit einem Bordcomputer und mit der Leitstelle macht sicheren und zuverlässigen Verkehr möglich.

Der Straßenverkehr hat wesentlich komplexere Anforderungen. Die Umgebung ist viefältiger und vor allem ist das Verhalten der Menschen kunterbunt und unvorhersehbar. Hier investiert die Industrie in die Forschung für die Weiterentwicklung der schon sehr ausgereiften Fahrerassistenzsysteme. Ziel ist hoch automatisiertes, autonomes Fahren auf allen Straßen. Das wird vermutlich schneller Realität als es bisher selbst Optimisten für möglich gehalten hätten. So halten die Systeme bereits heute auf Autobahnen die Spur, verhindern Auffahrunfälle oder parken selbsttätig ein. Diese Technologien sind von großer strategischer Bedeutung, für die Zukunft der Automobilindustrie und darüber hinaus auch für die elektrotechnische Zulieferindustrie. Es ist ein wettbewerbsintensives Feld. Schon heute kommen über 80 Prozent aller Innovationen im Automobil aus Mikroelektronik und Software.

Die Politik muss hier klare Rechtsrahmen setzen und für Datenschutz und IT-­Sicherheit sorgen.

Vernetzung mit der Infrastruktur

Die Elektroindustrie begrüßt die Förderung des Aufbaus der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität im öffentlichen Raum. Darüber hinaus müssen für eine ausreichende Ladeinfrastruktur vielfältige Ertüchtigungen in bestehenden Gebäuden – auch in Privathäusern – durch die KfW gefördert werden. Für Neubauten sollten sie vorgeschrieben werden. 

Der digitale Wandel unserer Gesellschaft umfasst auch die Infrastruktur. Fahrzeuge werden vernetzt. Dynamische Verkehrsdaten für das Navigationssystemen zu empfangen, ist Standard. Künftige Systeme tauschen Informationen bilateral mit anderen Fahrzeugen aus, mit Ampelanlagen und beispielsweise mit Verkehrsleitsystemen (Car2X). Das macht höhere Sicherheit, höhere Effizienz und damit höhere Umweltverträglichkeit möglich. Für diesen Daten­ und Informationsaustausch bedarf es harmonisierter Datenstrukturen auf allen Ebenen von der EU bis zur Kommune, vom LKW bis zum Motorrad. 

Unsere Positionen

  • Für automatisiertes, vernetztes Fahren muss ein europaweiter einheitlicher Rechtsrahmen sichergestellt werden, um die Wettbewerbsposition Europas zu stärken. Darüber hinaus muss die Anpassung des nationalen Verkehrsrechts den Einsatz automatisierter Systeme ermöglichen. Entsprechende Gesetzesänderungen sollten dabei alle Automatisierungsstufen umfassen. Schließlich müssen gesetzliche Rahmenbedingungen für die verbindliche Einführung von Datenspeichern als Bestandteil von automatisierten und autonomen Fahrzeugen geschaffen werden.
  • IT-­Sicherheit und Datenschutz: Hier gilt es, Grundsätze für den Schutz vor nicht autorisierten Zugriffen zu definieren. Diese Grundsätze sollen als Richtschnur für die Fahrzeughersteller und Zulieferer gelten. Gleichzeitig müssen sie Herstellern individuelle Produktlösungen ermöglichen. Ferner muss eine internationale Norm für IT-­Sicherheit im Automotivesektor etabliert werden. Darüber hinaus muss ein gesetzlicher Rahmen für eine datenschutzkonforme Kommunikation von Fahrzeugen untereinander und mit der Infrastruktur geschaffen werden.
  • Für Car2X­Lösungen gilt es, verkehrsrelevante Mobilitäts­ und Geodaten der öffentlichen Hand im Sinne der Strategie der Bundesregierung bereitzustellen. Dies muss für alle Gebietskörperschaften gewährleistet sein. Daher muss eine Strategie der Städte zur Digitalisierung der urbanen Mobilität entwickelt werden. Zum Aufbau einer geeigneten technischen Infrastruktur, die einen grenzüber­ schreitenden und datenschutzkonformen Austausch von Daten ermöglicht und fördert, ist ein europaweit harmonisierter C2X­Standard zu entwickeln.
  • Für automatisiertes und vernetztes Fahren auf der Schiene muss die Bundesregierung die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen. Pilotprojekte unter Realbedingungen müssen vorangetrieben werden, um innovative Konzepte zu bündeln und international sichtbar zu machen.
  • Es ist zu begrüßen, dass digitales Planen und Bauen auch bei Schieneninfrastrukturprojekten zum Einsatz kommen soll. Hierdurch werden Investitionsmaßnahmen beschleunigt, und die Chancen steigen, sie im Kosten­ und Zeitrahmen zu erledigen.

Elektromobilität vor dem Durchbruch

Damit sie ein Erfolg werden kann, muss die Elektromobilität als saubere Zukunftstechnologie, insbesondere beim Aufbau von Ladeinfrastruktur, gefördert werden. Im öffentlichen Bereich fehlen bisher Geschäftsmodelle hierfür. Daher muss die öffentliche Hand diesen Aufbau so lange fördern, bis ein privatwirtschaftlicher Betrieb möglich ist.

Die heutige Höhe der Finanzmittel für Verkehrsinvestitionen ist erfreulich und es gilt, sie zu verstetigen. Der Verkehrshaushalt darf nicht zum Steinbruch werden, damit die Politik ihre  Haushaltsziele erreicht. Die derzeit stark modernisierungsbedürftige Infrastruktur ist das Ergebnis dieser verfehlten Haushaltspolitik der Vergangenheit.

Die Elektroindustrie begrüßt die Förderung des Aufbaus der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität im öffentlichen Raum. Darüber hinaus müssen vielfältige Ertüchtigungen für Ladeinfrastruktur in bestehenden Gebäuden – auch in Privathäusern – durch die KfW gefördert und für Neubauten vorgeschrieben werden.

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Themenplattform Automotive

Seit Jahren bestimmen die Innovationen im und um das Automobil die Agenda in Deutschland und weltweit. Elektromobilität, aber auch Hybridfahrzeuge und innovative Assistenzsysteme prägen das Bild und zeigen, was moderne Elektronik – vorneweg die Mikroelektronik – und Software an Innovationen ermöglichen.

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Publikation „Qualifikation von Zwischenkreisfilmkondensatoren“

Ziel einer gemeinsamen Initiative von Bauelementherstellern, Tier1-Automobilzulieferern und Kfz-Herstellern zur Erarbeitung einer Qualifikationsmethodik, um grundsätzliche Eignung der eingesetzten Komponenten zuverlässig sicherzustellen und gleichzeitig für alle Beteiligten eine aus ökonomischer und organisatorischer Sicht sinnvolle Lösung darzustellen.

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Staatliche Förderung von Elektromobilität – Ladeinfrastruktur gehört in den Fokus!

Die Bundesregierung setzt auf Kaufprämien für Fahrzeuge, aber ohne eine ausreichende Ladeinfrastruktur wird die Elektromobilität nicht massentauglich werden. Hybridlösungen können nicht ihren Beitrag zur CO2-Reduktion leisten.

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​Positionspapier: Consumer Components in Safe Automotive Applications

Im Positionspapier ist zusammengefasst, warum der Trend, vermehrt automobilfremde Teile in automobilen Anwendungen vorzusehen, unvermeidlich ist und sich ausweiten wird.

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Activity Report: Kompetenzzentrum Elektromobilität 2015/2016

Mit dem Activity Report informiert das ZVEI-Kompetenzzentrum Elektromobilität über aktuelle Verbandsaktivitäten und über die konkreten Maßnahmen, die zur Förderung der Elektromobilität unternommen werden.

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Progress Report: Applikationsgruppe Automotive

Der letzte Fortschrittsbericht der Applikationsgruppe Automotive (APG) wurde im Rahmen des 8. Kompetenztreffens Automobilelektronik im Dezember 2013 vorgestellt.

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​​Leitfaden Schadteilanalyse Feld

Der Leitfaden beschreibt die wesentlichen Elemente der VDA Empfehlung "Schadteilanalyse Feld", mit besonderem Blick auf die Lieferkette zwischen OEM, Tier1 und Unterlieferanten von elektronischen Automobilprodukten.

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​Product / Process Change Notification (PCN)

Product and Process Changes (PCNs) are inevitable to cope innovation cycles, quality requirements and immense price pressures. To expedite the approval process between 2nd and 1st tier (component- and ECU-manufacturer), the working group "PCN Methodology" provides a PCN Form and a Delta Qualification Matrix, both described by a corresponding best practice guideline.

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Robustness Validation

Auch nach Fertigstellung von fünf Handbüchern zu Robustness Validation besteht weiterhin großer Bedarf sich zu dem Thema und dessen Umsetzung auszutauschen. Das Robustness Validation Anwenderforum bietet hierzu Gelegenheit und hat unter anderem die Erstellung von „Fact Sheets“ zu wesentlichen Topics der Robusten Validierung in Angriff genommen. Diese bewusst kurz gehaltenen Informationen bieten einen schnellen Einstieg in die Thematik und sollen insbesondere in Gesprächen mit den Geschäftspartnern eine gemeinsame Basis ermöglichen. Erste, sehr positive Erfahrungen bei der Umsetzung von RV konnten die Mitgliedsfirmen im Bereich Automotive als auch im Bereich Aerospace erzielen.

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​Voreilende Massekontakte in der Automobilindustrie​

​Voreilende Massekontakte helfen heute bereits in vielen Industriebereichen, Kontaktiervorgänge sicher ausführen zu können. Die Einführung voreilender Massekontakte als zusätzlicher Elektronikschutz stellt eine wichtige Voraussetzung auf dem Weg zum Erreichen des Null-Fehler-Ziels in der Automobilindustrie dar. Namhafte Zulieferer (Tier1 und Tier2) haben im Rahmen eines ZVEI-Arbeitskreis ein Weißbuch „Voreilende Massekontakte in der Automobilindustrie“ erstellt, das interessierte Leser in das Thema einführen soll. Neben einem Überblick zu dem Thema werden im Weißbuch auch allgemeine Lösungsvorschläge aufgezeigt.

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21.06.2018

Jubiläumsausgabe

Die Jubiläumsausgabe widmet sich der Elektrifizierung der Welt. Dabei richtet der ZVEI den Blick nicht auf Vergangenes, sondern in...

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