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28.09.2026

ZVEI auf der InnoTrans 2026: Impulse für eine resiliente Schiene

Wie wird die Schiene in Deutschland und Europa leistungsfähiger und widerstandsfähiger? Beim ZVEI-Dialogforum „Resilience in Motion“ auf der InnoTrans 2026 waren sich die Expertinnen und Experten einig: Die Technologien sind vorhanden. Jetzt braucht es verlässliche Finanzierung und klare politische Prioritäten.

Isabel Vollers, Hitachi Rail Germany, machte deutlich: Beim Rollout des europäischen Zugsicherungssystems ETCS ist Planungssicherheit entscheidend. Ihre Botschaft: Wir brauchen mehr Interoperabilität und mehr Tempo bei Prüf- und Zulassungsverfahren, gerade im Bereich Cybersicherheit. Bei den großen Korridorsanierungen sollten die Schienentrassen zumindest ETCS-ready gemacht werden, damit eine spätere Aufrüstung ohne großen Aufwand möglich ist.

Friedemann Brockmeyer, Ramboll, verwies auf den finanziellen Kern des Problems: Deutschland investiert zwar mehr in die Schiene als früher, bleibt aber hinter dem Bedarf zurück. Doch ohne langfristig gesicherte Finanzierung drohen Modernisierung und Ausbau ins Stocken zu geraten. In Österreich oder der Schweiz fließt pro Kopf deutlich mehr in die Schieneninfrastruktur als hierzulande. Eindrücklich: Der Marktanteil europäischer Hersteller am weltweiten Rail-Markt ist von 63 Prozent im Jahr 2016 auf 56 Prozent im Jahr 2025 deutlich gesunken.

Dené Schunck, Tesla, brachte ein Praxisbeispiel mit: Der Giga Train in Grünheide zeigt, wie Industrie und Schiene im Alltag ganz konkret zusammengehen. Tesla hat die bestehende Bahn-Infrastruktur im Osten Berlins aufgekauft, renoviert und zum Teil erweitert, um eine gute ÖPNV-Anbindung des Tesla-Werks für die Beschäftigten sicherzustellen. Das Ergebnis: täglich bis zu 42 Zugverbindungen und bis zu 4.200 Pendlerinnen und Pendler sowie Direktverbindungen von Berlin-Ostbahnhof und Ostkreuz bis zur Tesla-Gigafactory.

Prof. Dr.-Ing. Corinna Salander, Alstom, ordnete den ETCS-Rollout europäisch ein. Sie sagt: Digitalisierung der Schiene funktioniert dort, wo sie politisch Priorität hat. Eine nahezu vollständige ETCS-Ausrüstung ist möglich – das zeigen etwa Belgien, Luxemburg und die Schweiz. Deutschland dagegen hat Nachholbedarf, hier sind nur knapp 2 Prozent des Schienennetzes mit ETCS ausgerüstet. Salander plädiert dafür, Infrastruktur als strategische Aufgabe zu verstehen. 

Der gemeinsame Nenner des Panels: Die Bahn- sowie die Elektro- und Digitalindustrie stehen bereit, alle notwendigen Technologien für eine widerstands- und leistungsfähigere Schiene zu liefern. Was sie jetzt brauchen? Klare Prioritäten und eine verlässliche Finanzierung. Danke an alle Speaker für den spannenden Austausch und Don Dahlmann für die Moderation!

Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste InnoTrans 2028 in Berlin – und die Premiere der InnoTrans Asia 2027 in Singapur!

Die InnoTrans feierte 2026 ihr 30. Jubiläum.
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